Corona-Krise: Was der europäische E-Commerce von chinesischen Unternehmen lernen kann

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Die Corona-Krise hat auch den E-Commerce fest im Griff: E-Commerce-Verantwortliche in europäischen Unternehmen erhalten wertvolle Learnings aus der Pandemie von chinesischen Anbietern.
Corona-Krise

Quelle: claudio-schwarz-purzlbaum/unsplash

  • Die Corona-Krise fordert neue Wege, auch im E-Commerce-Bereich.
  • Chinesische Unternehmen liefern wertvolle Best-Practices für Europa.
  • Learnings aus China sollten angewandt werden, um die Chancen der Corona-Krise zu nutzen.

Während sich Handelsunternehmen in Europa noch im Krisenmodus befinden, haben chinesische Unternehmen diese Phase der Corona-Krise überwunden und planen bereits für die Zeit nach der Pandemie. Gastautor Tomasz Karwatka, CEO beim E-Commerce-Software Divante, hat aus unterschiedlichen Best-Practice-Beispielen wertvolle Learnings für E-Commerce-Verantwortliche zusammengestellt.

Die Wende durch die Corona-Krise

Das Wort Krise bedeutet von seiner griechischen Wurzel her “entscheidende Wende”. Das sollten wir in der aktuellen Corona-Krise nicht vergessen und uns neben allen – zum Teil berechtigten – Befürchtungen vor Umsatzminderungen, Entlassungswellen oder sogar Insolvenzen ebenfalls die Chancen für die Zukunft vor Augen halten. Vor allem im Onlinehandel. Denn auch wenn laut einer Umfrage des Bundesverbands E-Commerce und Versandhandel e.V. (bevh) gut jedes zweite E-Commerce-Unternehmen im Zuge der Corona-Pandemie von Verlusten durch Lieferengpässe ausgeht, ändert sich ebenfalls derzeit das Kaufverhalten vieler Kunden zugunsten des E-Commerce. Um nicht in Geschäfte gehen zu müssen, in denen ein höheres Infektionsrisiko besteht und die Regale häufig leer geräumt sind, weichen mehr und mehr Menschen auf Online-Shopping aus.

In China reagieren Unternehmen schon seit drei Monaten auf die Pandemie

Sowohl die negativen als auch die positiven Auswirkungen erfordern nun, sich schnell auf die veränderte Situation einzustellen und die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. E-Commerce-Manager hierzulande haben dabei einen großen Vorteil: Es gibt mit China ein Land, das bereits drei Monate mehr Erfahrung in der Krisenbewältigung hat. Chinesische Unternehmen haben frühzeitig auf die Auswirkungen des Coronavirus reagiert – aus ihren Erfolgen und Fehlern kann der europäische E-Commerce wertvolles Wissen ziehen. Um hierbei einen besseren Überblick zu erhalten, hier die bisherigen Erkenntnisse:

Corona-Krise am Arbeitsmarkt: Flexible Arbeitskräfte

Die neuen wirtschaftlichen Bedingungen erfordern eine flexible und schnelle Umverteilung von Arbeitskräften. So haben chinesische Hotels, Restaurants und Kinoketten, die einen massiven Rückgang der Besucherzahlen oder Zwangsschließungen erlebten, ihre Mitarbeiter mit Hema geteilt – einem digitalen Supermarkt von Alibaba mit dringendem Bedarf an Arbeitskräften für den Lieferservice. Andere Unternehmen wie Ele, Meituan und JD’s 7Fresh sind diesem Beispiel gefolgt und haben sich ebenfalls Arbeitskräfte von Restaurants geliehen. Auch in Deutschland gibt es aufgrund der Corona-Krise bereits erste Beispiele hierfür: So helfen beim Discounter Aldi seit letzter Woche Mitarbeiter von McDonald’s beim Verkauf und Auffüllen der Regale aus.

Social Media zur Koordination von Mitarbeitern und Partnern

Aufgrund von Remote-Working während der Corona-Krise und neuer Herausforderungen bei der Koordination von Mitarbeitern haben viele chinesische Unternehmen auf Social-Media-Plattformen wie WeChat zurückgegriffen. So initiierte beispielsweise Cosmo Lady, das größte Unterwäsche-Unternehmen in China, ein Programm zur Steigerung des Absatzes über WeChat. Um die Mitarbeiter zur Teilnahme an der Initiative zu motivieren, erstellte das Unternehmen eine Umsatzrangliste aller Mitarbeiter – einschließlich des CEO.

Corona-Krise erfordert eine flexible Umstellung auf digitale Angebote

Veränderte Gegebenheiten erfordern eine entsprechende und schnelle Umstellung des Geschäftsmodells. Dass dies sogar zu steigendem Umsatz führen kann, zeigt eindrucksvoll das chinesische Kosmetikunternehmen Lin Qingxuan. Zunächst war es gezwungen, 40 Prozent seiner Geschäfte zu schließen. Indem alle Schönheitsberaterinnen aus diesen Geschäften stattdessen zu Online-Beraterinnen wurden, konnten das Unternehmen die Verluste nicht nur ausgleichen, sondern sogar ein Wachstum von 200 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erzielen.

Genauso wie die Unternehmen sind natürlich auch Kunden durch die aktuelle Situation verunsichert und besorgt. Ihre Ängste und Bedürfnisse ernst zu nehmen und auf sie einzugehen, ist ein weiteres Gebot der Stunde. Ein erfolgreiches Beispiel hierfür: Ant Financial – früher bekannt als Alipay – hat seine Produkte um kostenlose Coronavirus-bezogene Abdeckungen erweitert und damit nicht nur die Loyalität seiner bestehenden Kunden erhöht, sondern ebenfalls 30 Prozent mehr Krankenversicherungsprodukte an neue Kunden online verkauft.

Ausbau von neuen Geschäftsfeldern – Beispiel E-Grocery

Lebensmittel online bestellen ist derzeit für viele eine willkommene Alternative zum Gang in den Supermarkt. So wundert es nicht, dass E-Grocery in China seit dem Virus-Ausbruch eine rasche Expansion erlebt hat. Das lokale Dienstleistungsunternehmen Meituan Dianping berichtet, dass sich der Verkauf von Rohkostprodukten wie Gemüse, Fleisch und Meeresfrüchten verdreifacht hat. Ele.me, ein Teil der Alibaba Group, konnte seine Bestellungen von Lebensmitteln ebenfalls fast verdoppeln.

Der gleiche Trend lässt sich bereits in Ansätzen in den USA beobachten. Pradeep Elankumaran, CEO des Online-Lebensmittelhandels Farmstead, gab kürzlich bekannt, dass das Liefervolumen bereits um mehr als 30 Prozent gestiegen sei. Europäische Unternehmen sollten daraus lernen und in den Ausbau von immer stärker nachgefragten E-Grocery-Angeboten investieren.

Corona-Krise als Wende erkennen und neue Chancen wahrnehmen

All die vorgestellten Beispiele zeigen, wie die veränderten Gegebenheiten durch die Corona-Pandemie gemeistert werden können und welche Chancen sich darüber hinaus für die Zukunft ergeben. Eins ist dabei klar: Die digitale Seite des Einzelhandelsgeschäfts wird durch die aktuelle Situation schneller wachsen als es die bisherigen Prognosen vorausgesagt haben. Auch wenn die derzeitige Krise also vielen Unternehmen zu schaffen macht – es lohnt sich, sie im ursprünglichen Wortsinn als “Wende” zu erkennen und nicht zu übersehen, welche neuen Möglichkeiten sie bereithält.

Über den Autor: Tomasz Karwatka ist CEO von Divante, einem international tätigen Anbieter von E-Commerce-Software.

Lesen Sie auch: Internetnutzung in Zeiten von Corona: So shoppen die Deutschen

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