Corona-Pandemie: Warum die Krise der Weckruf für den stationären Handel ist

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print

Corona-Pandemie: Warum die Krise der Weckruf für den stationären Handel ist

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print
Die Corona-Pandemie hat die globale Wirtschaft überrascht. Was aber nicht überrascht, ist der seit Jahren zu beobachtende Rückgang des stationären Handels. Warum der Umsatzrückgang in Geschäften durch die Auswirkungen der Corona-Krise nun erheblich beschleunigt wird.
Corona-Pandemie

Quelle: AOE

Die Probleme, mit denen der traditionelle Einzelhandel in der Corona-Pandemie konfrontiert ist, nicht neu. Trotz zahlreicher Branchenexperten, die eine Digitalisierung und innovative Geschäftsmodelle sowie neue Ansätze für den Warenverkauf an Kunden fordern, zögern viele Händler, den digitalen Weg einzuschlagen. Folglich sind sie auf die aktuelle Krise nicht vorbereitet. Und, einige Einzelhändler werden nicht überleben. Diejenigen Einzelhändler, die frühzeitig und nachhaltig in Omnichannel-Lösungen investieren, werden am meisten von digitalen Geschäftsmodellen profitieren.

Corona-Pandemie: Ohne Omnichannel keine Zukunft

Es besteht jedoch Grund zur Hoffnung. Kleine lokale Einzelhändler wie auch nationale Anbieter finden innovative Wege, um damit umzugehen. Die Krise hat den Trend zu Home Delivery beschleunigt, unabhängig davon, welche Produkte verkauft werden. Global gesehen werden große Unternehmen wie Amazon weiterhin von dem verstärkten Interesse an der Schaffung von E-Commerce-Plattformen profitieren. Der Weltmarktführer im E-Commerce will allein in den USA weitere 100.000 Mitarbeiter einstellen, um mit der Nachfrage Schritt zu halten. In Deutschland verzeichnete Amazon in der zweiten Jahreshälfte 2019 einen Anstieg des Umsatzes von mehr als 35 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr (Quelle: Handelsblatt).

Bevor wir einen Blick über Covid-19 hinauswerfen, wollen wir uns mit dem aktuellen Verbraucherverhalten befassen. Heute kaufen immer mehr Kunden Waren online – und viele Transaktionen erfolgen über Smartphones; in China beispielsweise werden 85 Prozent aller E-Commerce-Verkäufe mobil abgewickelt. Gleichzeitig recherchieren fast alle Verbraucher Produkte oder Geschäfte online, bevor sie den Laden tatsächlich besuchen. Entgegen der allgemeinen Meinung ist dieses als Webrooming bezeichnete Verhalten stärker verbreitet als das umgekehrte Verhalten, das Showrooming. Und fast drei von vier Millennials sind sich einig, dass diese Mischung aus Online-Shop und physischem Geschäft die ideale Kombination für den Einzelhandel ist.

Corona-Pandemie
Eine Kombination aus Omnichannel E-Commerce und stationären Geschäften ist die ideale Kombination für den Einzelhandel. (Grafik: AOE)

Corona-Pandemie: Weitreichende Folgen für alle Zielgruppen

Dieses Verhalten wird durch die aktuelle Krise nur noch verstärkt. Und das Verbraucherverhalten wird nicht vom Alter abhängen. Über alle Altersgruppen hinweg werden sich die Kunden noch stärker daran gewöhnt haben, viele ihrer Einkäufe online zu tätigen. Und es werden nicht nur die großen Plattformen wie Amazon sein, die in dieser ganz anderen Einzelhandelslandschaft gedeihen werden.

Einzelhändler, die sich bereits mitten in der digitalen Transformation befinden, insbesondere diejenigen, die Dienstleistungen wie Home Delivery oder Abholung vor Ort anbieten können, werden einen unmittelbaren Einfluss auf ihr Geschäft sehen. Anfangs vielleicht langsam, aber mit zunehmender Dynamik, während wir uns durch den schlimmsten Teil dieser Krise manövrieren. Aber eines ist klar: Der Einzelhandel wird sich für immer verändern, wenn wir uns wieder einer Wirtschaft zuwenden, die sich der „Normalität” nähert.

Omnichannel: Luxusmarken, aufgepasst!

Der Schlüssel zu einer „neuen Normalität” im Einzelhandel ist Omnichannel, also ein ganzheitlicher Geschäftsansatz, der die Kunden erreicht, wann und wo immer sie wollen – und zwar in dem Kanal, den sie wählen oder der für sie am bequemsten ist.

Eine besondere Gruppe, die sich dem E-Commerce über den Omnichannel stärker öffnen sollte, ist der Einzelhandel mit Luxusmarken. Diese Einzelhändler wehren sich seit Jahren gegen E-Commerce. Und auch wenn wir nicht erwarten sollten, dass Uhren der Marke Rolex in absehbarer Zeit nach Hause geliefert werden, sollten Einzelhändler, die Luxusuhren verkaufen, nicht zulassen, dass Chronext und Chrono24 den Markt dominieren. Dies gilt vor allem, da viele Luxushändler die Zahl ihrer Standorte in den Innenstädten verringern, was die Frage aufwirft: Wie können diese Händler ihre Produkte überhaupt an ihren Kundenstamm verkaufen?

Unabhängig davon, ob ein Produkt in eine Luxuskategorie fällt oder nicht, wird sich diese Verhaltensänderung im Verbraucherverhalten, die schon lange vor der aktuellen Krise begann, weiter beschleunigen. Viele Kunden, die sich aus der Not heraus an Online-Angebote gewandt haben, werden auch nach dem Ende des Schlimmsten der Krise Online-Kunden bleiben. Diejenigen Einzelhändler, die frühzeitig, strategisch und nachhaltig in Omnichannel-Lösungen investieren und gleichzeitig ihre Kunden gezielt ansprechen, werden am meisten von diesen digitalen Geschäftsmodellen profitieren.

Corona-Pandemie: Digitale Technologien einsetzen

Gartner belegt das Potenzial des E-Commerce, um Unternehmen in einer Post-Corona-Welt zu helfen, auf die neue Wirtschaft zu reagieren. In dem am 26. März 2020 veröffentlichten Artikel Mitigate Coronavirus Business Impacts With Digital Commerce erklärt Gartner: „Um auf den Ausbruch von Covid-19 zu reagieren, können Unternehmen digitale Technologien nutzen, um die Auswirkungen auf den Betrieb und die Unternehmensleistung zu mildern. Langfristig sollten Unternehmen digitale Produkterweiterungen und die Fähigkeit entwickeln, schnell zwischen den Kanälen zu wechseln, um die Widerstandsfähigkeit gegen künftige Störungen zu erhöhen. Bis 2021 werden Unternehmen mit robustem, skalierbarem digitalem Handel das Umsatzwachstum von Unternehmen ohne E-Commerce um 30 Prozentpunkte übertreffen, indem sie während des Covid-19-Ausbruchs digitale Kanäle besser nutzen”. (sg)

AOE Kian Gould

Über den Autor: Kian Gould ist CEO und Gründer von AOE. Das Unternehmen entwickelt digitale Business-, E-Commerce- und Marktplatzlösungen, die größtenteils auf Open-Source-Technologien basieren. Spezialisiert auf Enterprise-Software-Anwendungen, unterstützt AOE Unternehmen auf ihrem Weg bei der digitalen Transformation bestehender Geschäftsmodelle sowie der Entwicklung neuer digitaler Business Cases.

Lesen Sie auch: Omnichannel-Strategie – drei Faktoren für die erfolgreiche Umsetzung

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
E-Mail
Share on print
Drucken

Ihre Meinung zum Artikel

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Andere Leser haben sich auch für die folgenden Artikel interessiert

Stadtmarketingpreis Bayern: Was lässt sich der lokale Handel einfallen, um die Corona-Krise zu überwinden? Die Rid Stiftung hat die kreativen Preisträger ausgezeichnet.

Redaktionsbrief

Tragen Sie sich zu unserem Redaktionsbrief ein, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Wir wollen immer besser werden!

Deshalb fragen wir SIE, was Sie wollen!

Nehmen Sie an unserer Umfrage teil, und helfen Sie uns noch besser zu werden!

zur Umfrage

Aktuelle Ausgabe

Topthema: Social Commerce

Neue Trends im Onlinehandel

Mehr erfahren

Tragen Sie sich jetzt kostenlos und unverbindlich ein, um keinen Artikel mehr zu verpassen!

* Jederzeit kündbar

Entdecken Sie weitere Magazine

Schön, dass Sie sich auch für weitere Fachmagazine unseres Verlages interessieren.

Unsere Fachtitel beleuchten viele Aspekte der Digitalen Transformation entlang der Wertschöpfungskette und sprechen damit unterschiedliche Leserzielgruppen an.