Das Christkind und die Algorithmen: Wie künstliche Intelligenz Warenverfügbarkeit und Preis steuert

Künstliche Intelligenz ist eines der großen Trendthemen für die Zukunft. Schon heute lassen sich mit KI-Lösungen intelligente Bewertungen vornehmen, die den Lagerbestand der Händler auch in stressgeplagten Zeiten zielgenau optimieren.

Für den Handel ist die Vorweihnachtszeit die heißeste Verkaufsphase. Allein in Deutschland hat der Einzelhandel laut dem Statistikportal statista.de im Jahr 2016 91,8 Milliarden Euro umgesetzt. Für 2017 erwarten die Experten von statista einen Umsatz von 94,5 Milliarden Euro. Daher ist es für Händler erfolgsentscheidend, jederzeit die vom Verbraucher gewünschten Waren zum richtigen Preis vorrätig zu haben.

Besorgungen auf den letzten Drücker

Besonders die Last-Minute-Einkäufer, die Besorgungen auf den letzten Drücker erledigen, stellen eine große Käufergruppe mit besonderen Anforderungen dar. Immerhin machen einer Umfrage zufolge ein Viertel der Konsumenten ihre Einkäufe sehr spät. Händler müssen daher darauf eingestellt sein und bis zuletzt die Warenverfügbarkeit sicherstellen.

Balance Warenverfügbarkeit - Preis

Künstliche Intelligenz und automatisierte Entscheidungen ermöglichen Händlern, die Balance zwischen Warenverfügbarkeit und dem richtigen Preis zu finden. „Dies schützt Händler nicht nur davor, dass plötzlich die Regale leer sind, wenn Kunden ihre Weihnachtseinkäufe machen. Auf künstlicher Intelligenz basierte Preisgestaltung bewahrt Händler auch nach der Weihnachtenssaison vor vollen Lagern und der Notwendigkeit, die Ware zu massiven Rabatten abverkaufen zu müssen“, erklärt Blue-Yonder-Gründer und Chief Scientist Professor Michael Feindt. Die KI-Lösung ermittelt, welchen Einfluss der Preis auf die Kundennachfrage hat, und schlägt den Preis vor, der die Geschäftsziele am besten unterstützt. Dabei wird über die Preiselastizität der Zusammenhang zwischen Preisänderungen und Nachfrageverhalten bestimmt und mit spezifischen Absatzprognosen der Preis an den verfügbaren Beständen je Filiale oder im Onlineshop ausgerichtet. Die Preise werden täglich neu bewertet und in der vereinbarten Frequenz bereitgestellt, um den Erwartungen der Kunden entgegenzukommen und gleichzeitig die KPIs zu verbessern. Damit ist der Händler in der Lage, sowohl den Umsatz als auch den Gewinn bestmöglich zu optimieren.

Lebensmittelverschwendung reduzieren

Der Mode- wie auch der Lebensmittelhandel haben hier ähnliche Herausforderungen: Die Ware muss bis zu einem bestimmten Zeitpunkt verkauft sein. Der Modehandel ist sehr kurzfristigen Trends unterworfen, kurz nach Weihnachten kommt schon die Frühjahrskollektion in die Lager und Filialen. Die Winterware muss bis dahin weg sein. Der Lebensmittelhandel muss verderbliche Ware schnell umsetzen. Wenn dort Waren nicht schnell genug verkauft werden, müssen Händler Lebensmittel wegwerfen. Besonders in Deutschland, wo 30 Prozent der Ware im Supermarkt weggeworfen wird, hilft künstliche Intelligenz, sowohl Kosten als auch Lebensmittelverschwendung drastisch zu reduzieren.

Künstliche Intelligenz ist in der Lage, für jedes einzelne Produkt in jeder Filiale und im Onlineshop präzise Vorhersagen zu erstellen und so den Warenbestand und Preise unter Berücksichtigung aller beeinflussenden Faktoren zu optimieren. Ereignisse wie Weihnachten werden einbezogen und ermöglichen einen optimierten Abverkauf der Waren.

Das Buch zum Thema: "Künstliche Intelligenz rettet den Einzelhandel. Fünf Wege, um im Haifischbecken zu überleben"

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