Datenfehler bei SEPA-Einführung können bis zu 20 Milliarden Euro kosten

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Nach einer Untersuchung von Experian, Anbieter weltweiter Informationsdienstleistungen, drohen europäischen Unternehmen Milliardenverluste bei der SEPA-Umstellung, wenn fehlerhafte Kontodaten nicht rechtzeitig korrigiert werden.


Experian hat mehr als 650.000 Konto- und 220.000 IBAN (International Bank Account Numbers)-Datensätze von Unternehmen aus ganz Europa untersucht und mit Zahlenmaterial der Europäischen Zentralbank abgeglichen. Demnach werden in der Eurozone jährlich 34 Milliarden Zahlungen abgewickelt. Experian hat festgestellt, dass 12 Prozent aller elektronischen Zahlungsvorgänge in Euro fehlerhafte Daten enthalten. Diese können nach Einführung des SEPA-Systems zu empfindlichen Blockaden des neuen standardisierten und zeitsparenden Überweisungsverkehrs führen. Nur 65 Prozent aller Euro-Transaktionen werden derzeit mit vollständig korrekten Empfängerdaten abgewickelt.


Zahlungsabbrüche führen zu Folgekosten


Die Untersuchung zeigt weiter, dass 45 Prozent der SEPA-konformen IBAN-Nummern, die Großunternehmen der Eurozone speichern, nicht über die entsprechenden gültigen BIC-Codes (Bank Identifier Codes) verfügen, um eine Transaktion erfolgreich abschließen zu können. Experian warnt davor, dass die genannten Datenfehler im neuen SEPA-Zahlungsraum zu Zahlungsabbrüchen führen, die laut Angaben der Europäischen Kommission mit mindestens 50 Euro pro fehlgeschlagener Transaktion zu Buche schlagen (inklusive Umsatzeinbußen, zusätzlichem Kundendienst und erhöhtem Finanzierungsbedarf). Pro Jahr könnten so mehr als 20 Milliarden Euro Zusatzkosten entstehen. Geht man von einer durchschnittlichen Fehlerquote von eins zu acht aus, müsste ein Unternehmen, das über 100.000 Transaktionen über Bankkonten abwickelt, Zusatzkosten von rund 600.000 Euro einkalkulieren.


SEPA wird ab Februar 2014 für alle Unternehmen rechtsverbindlich


SEPA (Single Euro Payments Area) umschreibt einen europaweit standardisierten Zahlungsraum, der ab 1. Februar 2014 für die Länder der Eurozone rechtsverbindlich wird. Zwei Jahre später wird er Pflicht für Unternehmen außerhalb der Eurozone, die Zahlungen in Euros leisten oder erhalten wollen. Das einheitliche europäische Zahlungssystem wird nationale und internationale Transaktionen vereinfachen und rationalisieren und gleichzeitig veraltete Kontodaten und andere Fehler ans Licht bringen. Diese Fehler wurden bislang häufig durch ein Stückwerk unterschiedlicher lokaler Lösungen aktualisiert bzw. behoben.


Rechtzeitige Umstellung wichtig


„Die SEPA-Initiative stärkt das finanzielle Fundament der Eurozone mit einem effizienten, vollautomatischen Zahlungsverkehr. SEPA wird Unternehmen, die mit Euros zahlen zweifelsohne nutzen. Auf der anderen Seite können fehlerhafte Bankdaten zu erheblichen Folgekosten führen. Denn die lokal installierten Software-Lösungen, mit denen diese Kinderkrankheiten bislang erfolgreich kuriert wurden, werden mit dem neuen, gemeinsamen Zahlungssystem unwirksam“, so Jonathan Williams, Director of Payment Strategy bei Experian. „Unternehmen sollten daher ihre Kontodaten genau überprüfen, Fehler vor dem Stichtag für SEPA korrigieren und diese Daten in den korrekten SEPA-Standard konvertieren. Nur so erhalten Lieferanten, Partner und Mitarbeiter alle Zahlungen rechtzeitig. Diese Maßnahmen sollten so früh wie möglich eingeleitet und abgeschlossen werden, damit die SEPA-Einführung kein kostspieliges Unterfangen wird.“


 

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