Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2021: Zwei Lösungen für nachhaltige Akkus im Versandhandel

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Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2021: Zwei Lösungen für nachhaltige Akkus im Versandhandel

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Das Thema nachhaltige Logistik spielt eine immer größere Rolle im E-Commerce. Der Versandhandel lebt von schnellen Lieferungen, doch grüne E-Bikes und E-Transporter benötigen bisher noch jede Menge Akkus. Dieser Herausforderung stellten sich zwei nominierte Unternehmen des Deutschen Nachhaltigkeitspreises 2021 und geben Antworten auf die Problematik altersschwacher Akkus. Ein Kommentar unserer Chefredakteurin Christiane Manow-Le Ruyet.
Lieferkette Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2021: Zwei Lösungen für nachhaltige Akkus im Versandhandel

Quelle: petrmalinak/shutterstock

Denke ich an Nachhaltigkeit, denke ich an den Deutschen Nachhaltigkeitspreis. Im Online-Handel stehen die Zeichen auf Grün – kaum eine andere Branche setzt so konsequent auf elektrische Energie wie der E-Commerce. Vor allem, wenn es um Logistik, die letzte Meile und Same Day Delivery geht. Was passiert aber, wenn die Akku-Lebenszeit am Ende ist? Ich habe mir deswegen die Nominierten für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2021 ein bisschen genauer angeschaut und bin auf die beiden Unternehmen High Performance Battery und Primobius gestoßen.

Jeden Tag habe ich es mit vielen Presse- und Unternehmensmeldungen zu tun. Unternehmen überschlagen sich in puncto Nachhaltigkeit geradezu. Die einen wollen die Logistik revolutionieren. Mit schlauen Robotern, die schneller als jeder Mitarbeiter kommissionieren und gleich en passant die nächste Bestellung abarbeiten. Oder mit mobilen Handscannern, die das Fulfillment ebenfalls einfacher und vor allem schneller machen. Digital gesteuert versteht sich, so bleibt den Mitarbeitern Zeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Die grüne letzte Meile

Andere dagegen wollen ein weiteres großes Sorgenkind im E-Commerce umweltfreundlich und nachhaltig gestalten: Auch die letzte Meile soll grün werden. Mit grünem elektrischem Strom aus der Steckdose. Der Saft landet in E-Transportern, E-Bikes oder anderen E-Vehikeln, die so manches Start-up ersinnen.

Gefühlt wird fast jeder Paket- und Waren-Lieferdienst nicht müde, die Öffentlichkeit darüber zur informieren, dass die Flotte der E-Transporter nun wieder aufgestockt wurde. Und soundso viele E-Lastenbikes, natürlich elektrisch angetrieben, nun ebenfalls auf den letzten Kilometern zum Kunden unterwegs sind. All diese nachhaltigen Anstrengungen haben eines gemein: Sie setzen alle auf Akkus. Klar, ohne diese praktischen Energiespeicher wäre es schnell dahin mit der Mobilität, in vertikalen wie in öffentlichen Bereichen.

Elektrisch – das neue Grün?

Es braucht jedoch jede Menge Akkus, um den Mobilitätshunger im E-Commerce zu stillen. Idealerweise lassen sich die Stromspeicher schnell laden und haben eine lange Laufzeit. Gerade für die, mitunter essenziellen Segmente im E-Commerce, wie die Logistik, letzte Meile oder nun auch die Same-Day-Delivery-Branche gilt – je schneller desto besser. Das Problem dabei: Akkus lassen sich zwar schnell laden. Allerdings kostet jeder Schnellladegang den Akku ein Stück Lebenszeit. Es gilt: je schneller, desto schneller schlapp. Ist der Akku am Ende muss er durch einen neuen ersetzt werden. So weit so gut – eben nicht. Was passiert denn mit dem alten Akku? Recycling? Da sollten doch schon die E-Autobauer einen Plan in der Schublade haben, oder? Nein, selbst Tesla hat da noch nichts zu bieten.

Herausforderung Akku-Recycling

Ein herkömmlicher Lithium-Ionen-Akku besteht aus Kobalt, Lithium, Nickel, Mangan und Graphit sowie seltene Erden. Ohne sie kommen Akkus für etwa Elektromotoren nicht aus. Na ja, werden Sie sagen – sind doch nur kleine Mengen, die da verbaut werden. Stimmt – kleine Mengen pro Gerät. Wer jedoch zusammenzählt, in wie vielen Geräten Akkus stecken, kommt schnell ins Grübeln.

Wird dann noch miteinbezogen, dass sich mit jedem Ladevorgang die Lebensdauer eines jeden Akkus verringert, ist klar, für dieses Problem braucht es Lösungen. Zum Glück gibt es Wettbewerbe, wie den Deutschen Nachhaltigkeitspreis, der verborgene Ideen ins Rampenlicht rückt. Und wie es aussieht, gelingt das auch in diesem Jahr.

Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2021

Seit 2008 stellen die Initiatoren des Deutschen Nachhaltigkeitspreises nachhaltige Lösungen von Unternehmen auf den Prüfstand. Sie werden in Kategorien wie beispielsweise Klima, Ressourcen, Biodiversität, Gesellschaft, aber auch Lieferkette eingeteilt. Finde ich also unter den diesjährigen Nominierten Antworten auf die Problematik altersschwacher Akkus?

Volltreffer: Gleich zwei Unternehmen fallen mir beim Blick auf die diesjährige Nominiertenliste ins Auge. Primobius und High Performance Battery. Während sich das Joint Venture aus dem australischen Unternehmen Neometals Ltd. und der deutschen SMS Group darauf konzentriert, Akkus zu recyceln, geht High Performance Battery einen anderen Weg. Das Unternehmen hat einen Akku entwickelt, der schon durch seine Bauweise umweltfreundlich ist.

Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2021: Recycling von Lithium-Ionen-Akkus

Das Joint Venture Primobius des Projektentwicklungsunternehmen Neometals und der SMS Group aus dem Bereich Anlagen- und Maschinenbau hat dagegen sich zum Ziel gesetzt, Lithium-Ionen Batterien zu recyceln sowie Wertstoffe aus Altbatterien zu gewinnen. Dabei soll die Recyclingtechnologie kommerzialisiert werden, um die schnell wachsende Zahl an Altbatterien umweltfreundlich wiederverwerten zu können. Auf eine nachhaltige Weise Wertstoffe aus alten Akkus zurückgewinnen, das löst nicht nur eines der großen Probleme, die die steigende Elektrifizierung mit sich bringt. Vielmehr schließt das Unternehmen eine große Lücke in der Wertschöpfungskette, die bei der Produktion von Lithium-Ionen-Akkus entsteht.

Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2021: Nachhaltiger Akku

High Performance Battery dagegen setzt schon einen Schritt vorher an: Das Unternehmen entwickelt Feststoffakkus, die nicht nur langlebig und schnellladefähig sind. Die Batteriespeicher kommen auch ohne kritische Rohstoffe aus. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Während Lithium-Ionen-Akkus etwa 3.000 Mal geladen werden können, lässt sich ein Feststoffakku etwa 100.000 Mal aufladen. Zudem funktioniert er ohne umweltkritische Rohstoffe wie etwa Kobalt. Ist praktisch nicht entflammbar und hat ein geringes Explosionsrisiko. Auch die Kostenbilanz des Feststoffakkus von High Performance Battery kann sich sehen lassen: Sie liegen bei unter einem Cent pro kWh. Lithium-Ionen Akkus dagegen kommen auf zehn Cent kWh. Diese Eigenschaften sowie die optimierte Bauweise sorgen für eine positive Klimabilanz von 50 Prozent weniger Emissionen im Vergleich zu herkömmlichen Akkus.

Primobius und High Performance Battery zeigen durch ihre Technologien eindrucksvoll, wie Nachhaltigkeit funktioniert. Es gibt also keine Entschuldigungen mehr, nicht nachhaltig zu agieren. Es kommt auf die Innovationskraft an und den Mut, ausgetretene Wege zu verlassen.

Wer Antworten auf Probleme von heute sucht, sollte den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2021 und die Nominierten im Auge behalten. Sie demonstrieren, wie mit cleveren Lösungsansätzen echte Nachhaltigkeit zum Leben erwacht.

Lesen Sie auch: Nachhaltigkeit im E-Commerce – Wie Händler das Klima dank Plugin schützen können.

Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2021
Bild: Céline Le Ruyet

Die Autorin Christiane Manow-Le Ruyet ist Chefredakteurin des e-commerce magazins.

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