Deutschland bei Mobile Payment mit Aufholbedarf

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Deutschland bei Mobile Payment mit Aufholbedarf

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Mobile Payment (M-Payment), das Bezahlen mit Handy hat in Deutschland bisher nur mäßigen Erfolg. Zwar existieren bereits verschiedene Verfahren, doch sind sie nicht wirklich verbreitet. „Ich würde mir eine konsequentere Strategie bei der Marktdurchdringung wünschen“, meint Key Pousttchi, Leiter der Forschungsgruppe wi-mobile der Universität Augsburg. Ein Hoffnungsträger für die Zukunft ist dabei der RFID-Ableger NFC (Near Field Communication). Ein internationaler Vorreiter in Sachen M-Payment ist Japan.

Die Bezahlverfahren „mpass“ von Vodafone und O2, „Call & Pay flexible“ der Deutschen Telekom und „Luupay“ der Contopronto AS bedienen in Deutschland verschiedene Anwendungsfälle, doch fehlt ihnen allen bisher die Verbreitung. Pousttchi bemängelt, dass in westlichen Märkten weder Wertschöpfungsnetze noch Verfahrensentwicklung einem ganzheitlichen Ansatz folgen. Auch werde die Komplexität des M-Payment-Problems von Banken wie von Mobilfunkanbietern massiv unterschätzt, so Pousttchi.

„Mobile Bezahlverfahren müssen bis ins Detail durchdacht sein. Andernfalls scheitern sie beim Nutzer – egal wie fortschrittlich die Technologie ist“, warnt der Experte. Das gilt nicht zuletzt mit dem Verfügbar werden der NFC-Technololgie, die eine Schlüsseltechnologie für das M-Payment ist. Das kontaktlose Bezahlen per Handy und NFC wird unter anderem von der weltweiten Mobilfunker-Vereinigung GSM Association unterstützt. Sie setzt im Rahmen der 2007 gestarteten „Pay-Buy-Mobile“-Initiative darauf, NFC-Kundendaten sicher auf der SIM-Karte zu speichern. Andere Ansätze, etwa mit einem speziellen Speicherbereich im Handy, wären technologisch aber ebenfalls möglich.

International ist M-Payment teils deutlich weiter als in Deutschland. „Der japanische Markt hat vier Jahre Vorsprung“, sagt Japan-Experte Jan Michael Hess, CEO der Berliner Beratungsfirma Mobile Economy. In Japan ist der von Sony entwickelte Bezahlchip „FeliCa“ bereits weit verbreitet. Seit Mitte 2004 wurden in Japan über 53 Mio. Handys mit FeliCa und es gibt mittlerweile rund 70 Firmen, die FeliCa-basierte Applikationen wie Payment oder Ticketing anbieten. „Aus dem Wertschöpfungsnetz der FeliCa-Economy kann man viele Dinge für unsere westlichen Märkte lernen“, meint Hess. In Frankreich wiederum, wo der Markt nicht von einem einzelnen Mobilfunkanbieter dominiert wird, setzt man erfolgreich auf Zusammenarbeit sowohl in technischen Aspekten wie auch beim Wertschöpfungsnetz. Dabei ist auch die bestehende Infrastruktur für kontaktlose Zahlungen von Vorteil, etwa im öffentlichen Nahverkehr in über 35 Städten. Chipkarten sind auch als Zahlungsmittel etabliert, das auch für Ein-Euro-Zahlungen verbreitet genutzt werden kann. Bis Ende 2009 sollen in Frankreich marktreife kontaktlose Dienste verfügbar sein.

Info. http://www.wi-mobile.de

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