Deutschland im weltweiten Digitalisierungsranking auf Rang 16

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weltkugel

Deutschland hinkt bei den digitalen Standortfaktoren im internationalen Vergleich deutlich hinter der Spitzengruppe her. Im Networked Readiness Index 2012 (NRI) des World Economic Forum (WEF) und der Business School INSEAD werden die Rahmenbedingungen und Fähigkeiten erhoben, IKT- und Internet-Infrastruktur für die Bevölkerung und Wirtschaft des jeweiligen Landes flächendeckend, bezahlbar, schnell und verlässlich verfüg- bzw. nutzbar zu machen.


Untersucht wurden 142 Staaten weltweit. Deutschland rangiert im weltweiten Vergleich mit einer Gesamtpunktzahl von 5.32 lediglich auf Rang 16. Die Top-Positionen des Rankings belegen Schweden (5.94) vor Singapur (5.86) und Finnland (5.81). Auch im europaweiten Vergleich schafft es Deutschland nur auf Rang neun. Dabei führen laut WEF insbesondere die vergleichsweise ungünstigen regulatorischen Rahmenbedingungen zu niedrigen Pro-Kopf-Investitionen der Netzbetreiber in neue Mobilfunk- und Breitbandinfrastruktur und wirken sich besonders negativ auf die deutsche Bilanz aus. Hinzu kommen die noch immer relativ schwach ausgeprägten Nutzungsparameter etwa im Bereich E-Government oder der mobilen Datennutzung.


10 Prozent höherer Digitalisierungsgrad führt zu 0,8 Prozent niedrigerer Arbeitslosenquote


Die internationale Strategieberatung Booz & Company untersuchte im Rahmen der Studie “The Global Information Technology Report 2012: Living in a Hyperconnected World” die Auswirkungen, die IKT- und Internet-Infrastruktur auf die Wirtschaft, Gesellschaft und den Wohlstand eines Landes haben. „Digitale Standortfaktoren wie die flächendeckende Verfügbarkeit von IKT- und Breitbandinfrastruktur oder von E-Government-Angeboten sind heute ähnlich entscheidend für das Wachstum und den Wohlstand einer Volkswirtschaft, wie die Energieversorgung oder der Rohstoffreichtum eines Landes“, skizziert Dr. Roman Friedrich, Partner und Telekommunikationsexperte von Booz & Company. „Im Gegensatz zu diesen Faktoren besitzen staatliche Instanzen aber sehr gute Möglichkeiten, die Rahmenbedingungen für den Roll-out moderner IKT-Infrastruktur positiv zu beeinflussen und damit letztlich die Voraussetzung für das wirtschaftliche Fortkommen, mehr Lebensqualität und Wohlstand zu schaffen.“, lautet die Einschätzung von Friedrich.


So berechneten die Strategieberater von Booz & Company, dass der um 10 Prozent höhere Digitalisierungsgrad eines Landes in einem um durchschnittlich 0,6 Prozent höheren Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, einer um 0,8 Prozent niedrigeren Arbeitslosenquote und einer um 6,4 Prozent stärkeren Innovationsneigung resultiert. Ein erstaunliches Digitalisierungstempo weisen einige europäische Staaten auf. Während der für Deutschland gemessene Digitalisierungsindex seit 2004 jährlich im Schnitt um immerhin 7,1 Prozent zulegte, schafften zum Beispiel Russland und die Niederlande mit 24,2 Prozent bzw. 12,8 Prozent eine fast dreimal bzw. beinahe doppelt so hohe jährliche Wachstumsrate.


„Aufstrebende Wirtschaftsnationen wie Russland, Lettland oder Bahrain haben durch aktive Industriepolitik und einen geeigneten regulatorischen Rahmen gute Voraussetzungen geschaffen. Sie profitieren nun erheblich von resultierenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Chancen“, so Friedrich weiter. „Steuert Deutschland nicht massiv gegen, verliert der IKT-Standort eher mittel- als langfristig den Anschluss und vergibt damit erhebliche Wachstums und Entwicklungschancen.“


 

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