Die 10 spektakulärsten Software-Fehler des Jahres

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SQS Software Quality Systems, Spezialist für Software-Qualität, präsentiert die zehn spektakulärsten Software-Fehler des Jahres 2011. Diese führten bei Unternehmen sowohl zu Imageverlusten und gravierenden finanziellen Schäden (€) als auch zu Ärger und Unverständnis bei den Nutzern.


Auf Basis von Medienberichten und Einschätzungen von Softwarequalitäts-Experten zeigt SQS die zehn schwerwiegendsten Software-Fehler 2011. „In einer aktuellen, weltweit durchgeführten PAC-Studie gaben nahezu alle befragten Führungskräfte an, Testen als eine wichtige Investition in die Software zu verstehen. Dennoch ist die Umsetzung wohl immer noch nicht nachhaltig. Die Folgen mangelnder Qualität werden sichtbar – aber meist, wenn es bereits zu spät ist“, kommentiert Rudolf van Megen, Chief Executive Officer SQS Software Quality Systems. „Von Strafzahlungen in Millionenhöhe über weltweite Massenrückrufe von Autos bis hin zu Menschen, die unschuldig ins Gefängnis mussten – jeder einzelne dieser Software-Fehler hätte durch effektives Test- und Qualitätsmanagement im Vorfeld vermieden werden können.“


Die Top-10 der schlimmsten Software-Fehler 2011


1. Strafe und Rückzahlungen kosten Finanzkonzern 240 Millionen US-Dollar


25 Millionen Dollar Strafe verhängte die US Finanzaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) einem internationalen Finanzdienstleister. Dieser hatte zuvor einen Fehler in einer Software-Anwendung eines Investment-Fonds vertuscht. Gleichzeitig musste das Unternehmen den geprellten Anlegern den entstandenen Schaden zurückerstatten: 217 Millionen Dollar (über 160 Millionen Euro).


2. Hunderttausende Gehaltszahlungen verzögert


Landesweit fielen in Japan durch einen Software-Fehler bei einer der größten Banken rund 5.600 Geldautomaten für 24 Stunden aus. Um die Systemwiederherstellung zu beschleunigen, mussten alle 38.000 Geldautomaten vom Netz genommen werden. Über mehrere Tage war kein Online-Banking möglich. Erst nach einer zehntägigen Verzögerung konnte die Bank alle Lohnüberweisungen mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden US-Dollar (über eine Milliarde Euro) bearbeiten.


3. Bankautomaten verschenken Geld an Kunden


Im australischen Sydney, Melbourne und Brisbane konnten Kunden über fünfeinhalb Stunden uneingeschränkt Geld an 40 defekten Geldautomaten abheben. Möglich machte den überraschenden Geldsegen eine Störung in der Datenbanksoftware, die die Automaten in den Stand-by-Modus versetzte: Die Geräte erkannten weder die Grenze des Tageslimits, noch wussten sie, ob das Konto genügend gedeckt war.


4. Datenrückstau bei Smartphone-Hersteller legt Endgeräte lahm


Kein Internet-Surfen, kein Zugang zum E-Mail-Account und keine Instant Messaging-Dienste – ein Netzwerkausfall bei einem weltweit führenden Smartphone-Hersteller verursachte auf den Endgeräten von Millionen Kunden einen Datenrückstau. Betroffen waren die Regionen Europa, Afrika als auch der Mittlere Osten und Lateinamerika. Nachträglich musste das Unternehmen mehrere Milliarden E-Mails abarbeiten. Der Netzwerkausfall war auf ein Rechenzentrum in Großbritannien zurückzuführen, wo zudem auch das Reservesystem versagte. 


5. Tausende Greencard-Gewinner freuen sich zu früh


Für über 20.000 Teilnehmer der Greencard-Lotterie kam die Freude zum baldigen Erhalt ihrer Arbeitserlaubnis in den USA zu früh. Ein Programmierfehler führte zu einer unfairen Ziehung der Greencard-Gewinner, die gegen das US-Gesetz verstieß. Alle Ergebnisse wurden revidiert und die Verlosung wiederholt.


6. Polizei sperrt unschuldige Personen ins Gefängnis


Über 3.600 Defekte in einem Computersystem und Probleme bei der elektronischen Übertragung von Informationen führten dazu, dass im australischen Bundesstaat New South Wales 22 unschuldige Personen als kriminell deklariert und festgenommen wurden. Das fehlerhafte System kostete 54,5 Million Neuseeland-Dollar (über 31 Millionen Euro). Anstatt der erhofften Kostensenkung und beschleunigten Prozesse zwischen den Gerichten und der Polizei, hagelte es Sammelklagen zu Schadenersatz wegen unrechtmäßiger Verhaftung und böswilliger Strafverfolgung. 


7. Daten-Chaos bei der Umstellung auf die elektronische Lohnsteuerkarte


Durch einen Software-Fehler erfassten und verschickten Finanzämter bei bis zu 600.000 deutschen Steuerzahlern falsche Lohnsteuerdaten. Dabei verwechselte die Software beispielsweise die Religionszugehörigkeit, löschte bisher gültige Freibeträge und vertauschte bei Ehepaaren die Lohnsteuerklassen „drei“ und „fünf“ miteinander. Die elektronische Lohnsteuerkarte soll nun nach insgesamt zwei Jahren Verspätung im Jahr 2013 eingeführt werden.


8. Massenrückruf von unkontrollierbaren Autos


Weltweit knapp eine Million Autos musste ein japanischer Autohersteller zurückrufen. Ursachen waren unter anderem elektrische Fensterheber, die zu einem Brand führen konnten. Darüber hinaus rollten 26.000 Fahrzeuge durch einen Programmierfehler im Motormanagement wie von Geisterhand selbsttätig vor und zurück, sobald der Fahrer den Motor abwürgte. In Deutschland waren von diesem Fehler knapp 2.400 Autos betroffen. An der Börse in Tokio brach die Aktie des Herstellers um fast fünf Prozent ein.


 9. Offene Einsicht in hochvertrauliche Bank- und Kundendaten


Nach der persönlichen Anmeldung an einem neu eingeführten elektronischen Ticketsystem eines deutschen Logistik- und Reiseunternehmens, konnten nachfolgende Nutzer sämtliche Daten ihres Vorgängers einsehen: von der Adresse über die Telefonnummer bis hin zur Bankverbindung. Ein Software-Fehler hatte die Informationen des über mehrere Jahre entwickelten Systems offengelegt. 


10. Fehlerhafte Software behindert Armee im Kriegseinsatz


Der Einsatz eines 2,7 Milliarden Dollar (über zwei Milliarden Euro) teuren Computersystems der US-Armee sollte durch Echtzeitinformationen zur Aufklärung und Überwachung beitragen und eine Analyse der Ist-Situation vor Ort liefern. Stattdessen behinderte es die an der Front kämpfenden Truppen in Afghanistan und im Irak: Das System bewerkstelligte selbst einfache analytische Aufgaben nicht und reagierte verzögert, sobald es mehrere Personen gleichzeitig nutzten. Ungenaue Berichte lieferte darüber hinaus auch das Suchinstrument des auf Cloud Computing basierenden Netzwerkes – die Software war nicht kompatibel mit der bereits in der US-Armee existierenden.


 

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