Die Logistik – Revoluzzer

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Robert Konzack und Jörg Küpper bestritten vor der gemeinsamen Gründung der d-log GmbH erfolgreiche Karrieren im Top-Management von internationalen Konzernen und mittelständischen Familienunternehmen. Als beide bereits mit Ende 30  Geschäftsführer waren, stellte sich die Frage „Was soll jetzt noch kommen?“ Als selbstständige Berater waren Sie im Anschluss gefragte Koryphäen in allen Fragen zur Unternehmensentwicklung, Standortentwicklung, Fabrik- und Produktionsplanung, Vertrieb, Marketing & After Sales, Lean-Management, Logistik-Strategie Inbound & Outbound und der Personal- und Managemententwicklung in Familienunternehmen. Im Interview erklären Sie, was ihr Unternehmen so erfolgreich macht.

ECM: Herr Konzack, Herr Küpper, unsere Leser interessiert bestimmt zunächst ein wenig Ihre Firmengeschichte. Wann wurde d-log gegründet, was ist Ihre Kernkompetenz, wie viele Mitarbeiter haben Sie?

Robert Konzack: Zunächst vielen Dank für die Einladung zu diesem Interview, Ihre Zeitschrift und Ihre Website sind ja mittlerweile so etwas wie das Zentralorgan im E-Commerce. Zu uns … Kennen gelernt haben wir uns schon vor mehreren Jahren, wir waren sogar mal Wettbewerber als Geschäftsführer in unseren alten Unternehmen. Als wir dann beide eigene Beratungsfirmen gegründet haben, sind wir uns bei einem gemeinsamen Kunden wieder begegnet. Wir haben uns zusammengesetzt und festgestellt, dass wir die gleichen Ideen und Visionen haben und uns perfekt ergänzen. Dann sind sehr schnell 2012 gemeinsame Projekte entstanden, aus denen dann die d-log GmbH hervorging.

Jörg Küpper: Immer mehr stellt sich unser Fulfillment und im Allgemeinen die Logistik für Webshops oder Online-Shops als unsere Top-Kompetenz dar. Unsere Lösungen für Schnittstellen und unser Retouren-Management sind heute der Maßstab. Das wird auch einfach immer stärker gefragt. Von Start-ups genau wie von sehr großen Konzernen, die Entwicklung ist enorm. Für die jungen Kunden können wir dann auch immer gut als Berater in allen möglichen Fragen der Unternehmensentwicklung fungieren, das macht einen Riesenspaß!

Robert Konzack: Wir wachsen ständig und versuchen, das so intelligent wie möglich zu steuern. In unseren Büros in Düsseldorf und München arbeiten wir mit zehn großartigen Kolleginnen und Kollegen im Projekt-Management, in Kundenberatung, IT, HR und Finanzen. Die Zahl stimmt aber sicher schon nicht mehr, wenn dieses Interview veröffentlicht wird.

Jörg Küpper: In der Logistik sind wir sehr flexibel, anders können Sie heute keine Synergien schaffen, insbesondere, weil wir viele Webshops für unsere Kunden betreiben, sind wir auf tägliche, wöchentliche und saisonale Auftragsspitzen eingestellt. Aufträge, die nicht bearbeitet werden, wollen und können wir uns nicht erlauben … Wir werben ja immerhin mit der Aussage „Null-Fehler-Performance“…

ECM: Was unterscheidet d-log von Mitbewerbern, was ist Ihr USP?

Robert Konzack: Erst mal ist kein sogenannter Mitbewerber unser Maßstab. Wir konzentrieren uns auf die Entwicklung unseres Unternehmens. Wie wir unsere Arbeit machen und was wir anbieten, soll maßgebend sein. Unser USP ist in meinen Augen vor allen Dingen, warum wir das machen, was wir machen.

Wir glauben, Käufer wollen ein Auspackerlebnis! Wir glauben, es ist wichtig, wie ein Produkt von A nach B kommt! Wir glauben an Geschwindigkeit! Vertrauen und Zuverlässigkeit sind für uns kompromisslos, wir erwarten das auch von unseren Partnern. Der Kunde und seine handelnden Personen sind unser absoluter Fokus, ohne Wenn und Aber, 08/15 kann jeder, für jeden Kunden eine besondere Lösung zu kreieren, ist unsere konstante Herausforderung. In unseren Augen ist Qualität nicht verhandelbar, egal ob Sie einer unserer kleineren Kunden sind oder ein Riesenkunde, ob Ihr Produkt fünf Euro Wert besitzt oder 500 Euro. Es ist wertvoll und uns ist es wichtig, es mit Sorgfalt und Respekt zu behandeln. Wir haben Kunden aus dem technischen Bereich oder auch High-End-Brands, bei denen unser eigener hoher Anspruch jeden Tag den Unterschied ausmachen muss.

Jörg Küpper: Ein wesentlicher Faktor ist und bleibt, dass wir, also Robert und ich, in jedem Projekt und bei jedem Kunden als direkter Ansprechpartner da sind. Wir steuern nicht nur unser Unternehmen, sondern sind auch immer im täglichen Geschäft für unsere Kunden persönlich da.

Nochmal zum USP: Es gibt keinen Kunden, dem wir nicht individuelle Verpackungen anbieten, die mit Logo farbig bedruckt werden können. Wenn Sie statt braunen Karton weißen Karton nehmen und den auch noch mit Ihrem Logo versehen, heben Sie sich schon von 99 Prozent ihrer Wettbewerber ab. Und alle sind überrascht, wie günstig das ist.

ECM: Sie bieten neben klassischen Logistik-Dienstleistungen wie Logistik-Beratung, Co-Packing und Fulfillment auch Zusatzdienste wie E-Commerce, Webshops und ERP an. Wie kam es zu diesen Erweiterungen, die die herkömmliche Logistik ergänzen?

Jörg Küpper: Viele Kunden haben tolle Produkte, aber noch keine echten digitalen und technischen Standards. Da helfen wir! Wir entwickeln mit unserem IT-Departement für unsere Kunden Webshops im Corporate Design, ob für die interne Abwicklung von Musterwesen oder komplette Shops inklusive Bezahlsystem usw.  Hinzu kommen kundenindividuelle ERP-Lösungen, die mit den Kunden „mitwachsen“ können. Diese Services haben wir entwickelt, weil wir sehr schnell festgestellt hatten, dass gerade das Thema „Schnittstellen“, sprich „wie kommt der Auftrag des Kunden zu uns…“, eine professionelle Anbindung benötigt. Bei fünf Aufträgen am Tag ist das egal, da kann man tatsächlich mit einer einfachen Exel-Lösung arbeiten, aber wenn Sie am Tag 1.000 individuell gepackte Pakete für einen Kunden versenden, ist eine zukunftsfähige und belastbare IT-Lösung ein Muss. So arbeiten wir! Ein Fachmann von uns hätte das allerdings bestimmt besser erklärt 😉

ECM: Mit welchen Fragestellungen kommen neue Kunden meist zu Ihnen? Wo drückt der Schuh?

Robert Konzack: Bei den jungen Unternehmen, die quasi ihre Logistik selbst gemacht haben, ist es wichtig, von Beginn an Vertrauen aufzubauen, hier sind Dinge wie Geheimhaltungsvereinbarungen und im nächsten Schritt verbindliche Service Level Agreements bedeutende Faktoren. Das wollen nicht nur unsere Kunden, das wollen auch wir grundsätzlich so. Unsere Kunden wollen wissen, wie individuell wir auf sie eingehen können in puncto Verpackungslösungen usw. Oft bringen wir neue oder potentielle Kunden erst auf Ideen. Und nach Preisen wird natürlich auch gefragt, das hätte ich jetzt beinahe vergessen…

ECM: Wenn man auf Ihrer Webseite stöbert, hat man den Eindruck, dass Sie schnell und sehr effizient die Fragestellungen Ihrer Kunden angehen. Wenn also ein Kunde einen Vertrag mit Ihnen unterschreibt, wie schnell können Sie beispielsweise – nehmen wir einen mittelständischen Onlinehändler für Sportspezialausstattung, der im Raum DACH verkauft – dessen Fulfillment umsetzen?

Jörg Küpper: Morgen.

ECM: d-log ist dezentral aufgestellt, um immer so nah wie möglich beim Kunden zu sein. Was können Ihre Kunden hier von Ihnen erwarten?

Robert Konzack: Wir müssen beispielsweise nicht auslastungsgetrieben Aufträge annehmen, um Kapazitäten oder gebundenes Kapital in „Stahl und Stein“ zu erwirtschaften. Unser Geschäftsmodell ist total konträr zu der alten Denke, wie sich ein erfolgreiches Unternehmen „der alten Wirtschaft“ in Deutschland nach außen definiert – „nach dem Motto: Großer Firmensitz, große Firmenwagen, viele Mitarbeiter, viel Umsatz“. Das ist in unseren Augen alles Unsinn und albern. Eine Bemerkung am Rande: Die Finanzierung unseres Unternehmens stammt ausschließlich von uns beiden. Ob das immer so bleibt, werden wir sehen, aber heute ist es für uns genau richtig.

Dezentral bedeutet das zum Beispiel auch, dass wir bei Kunden vor Ort Betreibermodelle als Joint-Ventures umsetzen oder auch, das wir individuell für Kunden auch auf Projektbasis Immobilien und Flächen bewirtschaften.

ECM: Sie sind Mitglied der Logistics Alliance Germany. Das ist ein öffentlich-privates Partnerschaftsprojekt des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der deutschen Logistikwirtschaft, das sich zum Ziel gesetzt hat, den Logistikstandort Deutschland unter dem Motto „Logistics made in Germany“ im außereuropäischen Ausland zu vermarkten. Was dürfen also Ihre Kunden von Ihnen erwarten? Sind Sie deswegen auch ein guter Ansprechpartner für den internationalen Handel?

Jörg Küpper:  Wir haben uns sehr gefreut, dass die Logistics Alliance uns als Mitglied aufgenommen hat. Dieser Verband, der unter der Schirmherrschaft des Bundewirtschaftsministeriums handelt und nur eine kleine zweistellige Zahl an Mitgliedern hat, agiert sehr international, bekennt sich aber im Umkehrschluss sehr klar zum Standort Deutschland.

Robert Konzack: Deutschland ist nicht nur wegen seiner wirtschaftlichen Stärke und geographischen Lage der wichtigste europäische Standort für die wachsenden Unternehmen aus Asien oder Amerika, die hiesige Ausbildung und Stabilität ist für Unternehmen, die in Europa Fuß fassen wollen, sehr verlockend. Internationalität spielt eine riesige Rolle, es ist ja nicht nur so, dass unsere Kunden aus der ganzen Welt anfragen, wir liefern natürlich auch weltweit.

ECM: d-log setzt auch stark auf Green Logistics, also auf Partner, Materialien und Ressourcen, die die Umwelt möglichst wenig belasten. Können Sie uns das ein wenig erklären?

Jörg Küpper:  1. Wir wollen keine Luft verschicken. 2. CO2-neutraler Versand ist Standard. 3. Unser Zentrallager in Essen wird mit Solarenergie betrieben. 4. Unsere Lieferanten durchlaufen alle einen „d-log greencheck“.

Darüber hinaus arbeiten wir konsequent an neuen Ideen, zum Beispiel Maschinen, die alte Verpackungen in neues Füllmaterial verwandeln. Schon heute können wir Verpackungen anbieten, deren Größe und Volumen sich customized an den Produkten orientiert.

Robert Konzack: Zukunftstechnologien und alternative Zustelllösungen sind für uns in 2016 wichtige Projekte. 2017 wollen wir den Wettbewerb „Mission Free Logistics“ ins Leben rufen, teilnehmen kann jeder! Der d-log-Award und die dazugehörige Dotierung wird zwei Maßstäbe erfüllen: 1. Kreativität und 2. Machbarkeit.

Info: Jörg Küpper (im Bild links), „der Ingenieur“, und Robert Konzack, „der Kaufmann“

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