Die Web-Juristen kommen

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Lange Zeit war das Internet ein rechtsfreier Raum. Rechtsanwälte und Notare fehlten als Instanzen im Web. Erst vor rund zwei Jahren fiel die Regelung, dass Kanzleien nicht für sich werben dürfen. Jetzt findet ein grundlegender Wandel statt. Anwälte gehen mit Macht ins Web und sorgen dafür, dass sich der bislang rechtsberatungsfreie Raum langsam mit Recht füllt. Eine Bestandsaufnahme.

Die neue Web-Awareness der Rechtsbeistände drückt sich nicht nur in einer wahren Explosion von Anwalts-Websites aus, sondern auch in der Art, wie selbstbewusste Juristen das Web generell nutzen. Für viele ist das Netz inzwischen ein Forum für Meinungen und Fachgespräche, eine Börse für Kooperationen und Geschäftsideen. Notarielle Foren blühen, Facebook-Seiten von Anwälten spriessen und twitternde Juristen bevölkern das Web.

Entsteht damit ein Anwalt-Overload im Netz, eine Jura2.0-Blase mit Sollplatzstelle, in der findige Rechtsverdreher die Webcrowd für Image-, Werbe- und Mandats-Campagnen missbrauchen? Im Gegenteil. Schon immer eher wertkonservativ, üben sich auch die neuen Online-Juristen in Zurückhaltung. Sie wissen: Überhitzung schadet. Denn die Mischung machts: nur aus dem Zusammenspiel von fachlicher Kompetenz, distinguiertem Netz-Knowhow und einer fein dosierten Menge Sendungsbewusstsein entsteht ein neuer Typus von Notaren. Sie beherrschen ihr Fach und das Werkzeug Internet.

Erster Schritt für Juristen und Kanzleien ins Netz ist der Bau eigener Websites. Nach Jahren weblicher Abstinenz und nachdem viele Kanzleien traditionellen Zuschnitts mit klassischen Internetauftritten viel Lehrgeld gezahlt und wenig Nutzen aus gemütlichen Netz-Repräsentanzen gezogen haben, kommt jetzt neuer Schwung in die Website-Szene. Einfache Software für schnellen wie wasserdichten Site-Aufbau helfen Web-Newcomern ebenso wie unzufriedenen Seitenbetreibern dabei, eine lebendige Schnittstelle zur webaffinen Klientel aufzusetzen.

Für Giorgio Forliano, Rechtsanwalt aus Berlin und seit Oktober letzten Jahres mit einer neuen Website www.ra-forliano.de auf Basis der CM4AllBusiness-Lösung für Kanzleien im Netz, ist ein Online-Auftritt generell unverzichtbar: „Bürger suchen heutzutage ihren Rechtsbeistand im Internet. Hier startet für mich bereits der Dialog mit den Mandanten. Dabei muss eine Website zwei Dinge parallel leisten. Ich muss mich über meinen Auftritt gegenüber anderen Kanzleien differenzieren können. Gleichzeitig muss ich den Leuten die Angst vor Anwälten nehmen.“ Beides hat der Jurist mit dem Websitebaukasten der Kölner CM-AG lösen können. Forliano dazu: „Mein Wunsch war eine Seite, die ich selber schnell aufbauen, dann aber auch flexibel anpassen kann. Gerade Letzteres geht mit vielen anderen Lösungen einfach nicht. CM4AllBusiness dagegen ist offen und erlaubt es, Änderungen oder Erweiterungen schnell und einfach umzusetzen.“

Für die 39 Euro monatlich sei einfach alles drin –  der gut geleitete Seitenaufbau selber und das Hosting, die freie Verfügbarkeit von Bildmaterial, das wasserdichte Impressum, die Suchmaschinenoptimierung, die Erweiterbarkeit um Widgets für Routenplaner oder Terminkalender, bis hin zu einem prompten Service: „Wenn ich ein Problem melde oder eine Frage äußere, kommt sofort der Rückruf und ich bekomme kompetente Hilfe.“ Doch vor dem eigenen Webauftritt steht trotz einfacher Hilfsmittel noch immer eine mentale Hürde, die übersprungen werden muss. Viele Freiberufler, die sich die Frage „Website oder nicht?“ stellen, haben Forliano zufolge vor allem ein Informations-Defizit. Nach wie vor herrsche die Auffassung, man müsse selbst programmieren oder Programmierleistung teuer einkaufen („unter 3 bis 4.000 Euro läuft nichts“), man habe rund um ein Webseiten-Projekt immer noch selbst viel grundsätzliches zu tun – und unterm Strich bringe ein Webauftritt dann doch nicht viel.

Mit einem vorgefertigten und auf die speziellen Bedarfe von Kanzleien exakt abgestimmten Paket hingegen, so Forliano, fallen solche Bedenken nicht mehr ins Gewicht: „Heutzutage können Sie mit der Kanzlei-Branchenlösung bei überschaubaren Kosten innerhalb einer knappen Stunde sofort loslegen. Und man muss sich nicht binden, der Vertrag mit dem Anbieter ist monatlich kündbar.“ Zusammen mit der Flexibilität dadurch, dass Inhalte jederzeit verändert oder Services auf der Website beliebig erweitert werden können, habe der Nutzer ein „Rundum sorglos-Paket“.

Rechtsanwalt Jens Ferner, Chef der Anwaltskanzlei Ferner in Alsdorf bei Düren, hat als Jurist und Web-Experte nicht nur bereits seit Jahren eine Website, sondern nutzt das Netz auch intensiv als  Kommunikationsplattform. Über Communities wie Facebook, Twitter, Jurablogs oder Wikio hat sich Ferner inzwischen als viel gefragte Instanz in Sachen Jura und Web etabliert. Für Ferner bietet die Webseite mit Blick auf den Dialog mit Mandanten oder Geschäftspartnern zunächst eher geringen Nutzen. Vielmehr seien es bestimmte Bereiche seines Internetauftritts www.ferner.eu, welche die  Arbeit der Kanzlei teilweise unterstützen. Hierzu gehöre etwa die Pflege des Bereichs „Beratungsstellen“. Das sei hilfreich, um zielgerichtet für entsprechende Mandanten aktuelle Anlaufstellen bereit zu halten. Ausserdem helfe die Webseite, bei typischen Themen wie Verbraucherschutz oder Abmahnung, die Betreuung und damit Bindung von Klienten nach dem konkreten Mandat ohne individuelle Ansprache aufrecht zu erhalten.

Ferner zufolge sind es die oft noch im Raum stehenden hohen Kosten, welche Kanzlei-Inhaber davon abhalten, sich um das wichtige Thema Webauftritt zu kümmern. Der Rechtsexperte dazu: „Eine Agentur, die eine einfache Präsenzwebseite erstellt und dafür vierstellige Summen abkassieren möchte, muss sich nicht wundern, wenn Sie hier keine Kunden gewinnt. Meine Erfahrung ist auch, dass man auf die Bedürfnisse von Rechtsanwälten faktisch nicht eingeht.“ Zu oft fehle gerade bei Web-Agenturen das entsprechende KnowHow der Besonderheiten des juristischen Werbemarktes. Typisches Beispiel: „Von den Agenturen, die bisher bei mir angefragt haben, konnte bisher keine einzige einen geeigneten Content-Lieferanten für juristische Inhalte  benennen.“ Solche Inhalte sind wichtig, um Klienten auf eigenen Webseiten mit fundierten Informationen zu versorgen.

Hinzu komme, dass sich Agenturen oder Einzeldienstleister sich hin und wieder übernehmen – und Fehler machen: „Da wird ein Impressum fehlerhaft erstellt oder mal flott ein Facebook-Like-Button eingesetzt. So etwas kann für den betroffenen Rechtsanwalt äusserst peinlich werden. Auch sind viele Kanzleien offensichtlich zu schnell bereit, in völliger Unkenntnis standesrechtlicher Voraussetzungen das schnelle Geld zu suchen.“ Letztlich stellt Ferner fest, dass Agenturen es meist vergessen, ein vernünftiges Konzept aufzubauen, mit dem dauerhaft und nachprüfbar der beabsichtigte Werbeeffekt nachprüfbar ist. Gerade juristische Webseiten müssten unbedingt über ein ein Content-Konzept verfügen.

Für Jörg Sammet, Rechtsanwalt bei Kurz Pfitzer Wolf Rechtsanwälte aus Stuttgart, geht der Trend  bei Rechtsanwaltskanzleien heute immer mehr dahin, sich zu spezialisieren. Ein entsprechender Internetauftritt sei sehr gut dafür geeignet, potentiellen Mandanten die eigenen Stärken aufzuzeigen, sagt Sammet. Hierbei spiele ein guter Internetauftritt für internetaffine und spezialisierte Bereiche, naturgemäß eine größere Bedeutung als für weit verbreitete und weniger technisch orientierte Bereiche. Für IT-Recht und gewerblichen Rechtsschutz, die Kernbereiche von Kurz Pfitzer Wolf, hab man gute Erfahrungen im Web gemacht, sagt Sammet und verweist darauf, in den Website-Texten unbedingt die für das jeweilige Rechtsgebiet gängigen Keywords zu verwenden. Nur so könne die Kanzlei bei einer Anwaltssuche über eine Suchmaschine bei Eingabe eben dieser Keywords auch angezeigt werden.

Grundsätzlich gilt Sammet zufolge: „Je mehr man für seine Internetpräsenz tut, desto eher wird man wahrgenommen.“ Die Kanzlei Kurz Pfitzer Wolf, veröffentliche daher regelmäßig interessante Beiträge zu aktuellen Themen, um so den Besuchern des Internetauftritts immer wieder neue Informationen bieten zu können. Darüber hinaus nutzen die Anwälte auch Social-Networking Dienste wie Twitter.

Webauftritt und Netz-Engagement sind bei einer vorwiegend im Internet nach Dienstleistern suchenden Kundschaft in Zukunft die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Geschäftsentwicklung.  Gleichzeitig aber haben nach den Worten von Robert Schovenberg, CEO der CM AG gerade junge Rechtsanwälte und Notare bei Kanzleigründungen ganz andere Aufgaben im Kopf als die Form ihrer Infrastruktur. Da könne der Aufbau der eigenen Website, wenngleich wichtig, schon mal aus dem Fokus geraten. Doch das Web sorge neben vielen Herausforderungen auch für so manch gute Hilfestellung für Kanzleien: „Mit unserem Einrichtungsassistenten nehmen wir den Anwendern viel Aufwand ab. Sie müssen sich bei ihren ersten Schritten ins Web weder um Inhalte, noch um Plausibilität und Rechtssicherheit kümmern; das erledigt unsere Software für sie.“

(Autor: Konrad Buck)

 

 

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