18.05.2022 – Kategorie: eCommerce

Digitale Währungen – Trend zur vermehrter Nutzung im E-Commerce

Eine neue Studie von Checkout.com hat die Entwicklung von Kyptowährungen untersucht. Demnach werden digitale Währungen besonders von jüngeren Verbrauchern immer häufiger zum Bezahlen von Einkäufen verwendet.

Wie der neuen Studie „Entmystifizierung von Krypto – Einblicke in die Einführung digitaler Währungen im Zahlungsverkehr 2022“ von Checkout.com zu entnehmen ist, zeichnet sich ein zunehmend positiver Trend bei der Nutzung von Kryptowährungen im E-Commerce ab. Gleichzeitig verschwindet aber nicht das Bewusstsein, dass digitale Währungen mit Risiken behaftet sind. Neben Verbrauchern und Händler wurden für die Studie auch Experten aus den Bereichen Zahlungen, Finanzregulierung und Kultur zur Entwicklung der Kryptowährungen befragt.

Für die groß angelegte Studie des Anbieters von Cloud-basierten Zahlungslösungen wurden insgesamt 30.000 Verbraucher und 3.000 Händler in elf Ländern, darunter Deutschland, die USA, Großbritannien und Frankreich, zu ihrer Einstellung und zur kommerziellen Nutzung von Kryptowährungen befragt. Der erste Abschnitt der Untersuchung befasst sich mit den spezifischen Trends in der Altersgruppe der 18- bis 35-Jährigen. 16.000 Personen fallen in dieses Segment.

Digitale Währungen bei jüngeren Verbrauchern hoch im Kurs

Die Ergebnisse zeigen, dass Kryptowährungen vor allem bei jüngeren Bevölkerungsgruppen zunehmend an Attraktivität gewinnen: 40 Prozent der weltweit befragten 18- bis 35-jährigen Verbraucher wollen innerhalb des nächsten Jahres digitale Währungen zur Bezahlung von Waren oder Dienstleistungen verwenden. Das ist ein Anstieg von rund 30 Prozent im Laufe des letzten Jahres und markiert eine wesentliche Veränderung der Einstellung zu digitalen Währungen: vom Anlageinstrument hin zu einem Mittel für alltägliche Geschäfte. Diese zunehmende Offenheit der Verbraucher gegenüber Kryptowährungen wird durch ein großes Bedürfnis nach komfortableren und sichereren Zahlungsmethoden bedingt. Hinzu kommt, dass immer mehr Händler und Drittanbieter die zugrundeliegende Infrastruktur zur Unterstützung dieser Methoden bereitstellen.

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40 Prozent der 18- bis 35-jährigen Verbraucher wollen innerhalb des nächsten Jahres digitale Währungen verwenden. (Grafik: Checkout.com)

Knapp die Hälfte der Deutschen besitzen digitale Währungen

In Deutschland liegt der Anteil aller Befragten, die mit digitaler oder Kryptowährung bezahlen wollen, insgesamt bei 33 Prozent. In der Altersgruppe der 18- bis 35-Jährigen sind 39 Prozent der männlichen beziehungsweise 23 Prozent der weiblichen Befragten der Meinung, dass digitale Währungen als digitales Bezahlmittel für kommerzielle Zwecke und nicht nur als Anlageform verwendet werden sollten. Gleichzeitig sind sich aber auch 41 Prozent aller befragten Verbraucher aus Deutschland der Tatsache bewusst, dass digitale Währungen risikobehaftet sind. In Deutschland besitzen bereits 46 Prozent der Verbraucher Kryptowährungen. Zudem haben 29 Prozent der Befragten ohne solche Assets die Absicht, Kryptowährungen innerhalb der nächsten 12 Monate zu erwerben. Dem steht mit 23 Prozent ein relativ geringer Anteil von Online-Anbietern gegenüber, die planen, bis 2024 Kryptowährungen als Zahlungsmittel zu akzeptieren. 

Kryptowährungen vergrößern ihren Einfluss auf den E-Commerce

Digitale Währungen haben bereits einen erheblichen Einfluss auf Händler und den Markt insgesamt. Allein im ersten Quartal 2022 wurden Zahlungen im Wert von mehr als 2,5 Milliarden US-Dollar über die Krypto-gestützte Karte von Visa abgewickelt. Diejenigen Händler, die Zahlungen in Kryptowährungen akzeptierten, verzeichneten ein signifikantes Umsatzwachstum. So gaben 82 Prozent an, dass sie dadurch schnell neue Kunden gewinnen und neue Zielgruppen erreichen konnten. Fast 70 Prozent der befragten Händler glauben, dass die Geschwindigkeit, mit der Krypto-Zahlungen getätigt und abgewickelt werden können, das Potenzial hat, ihre Geschäftsmodelle zu revolutionieren. Über 80 Prozent der Händler, die Krypto-Zahlungen bereits akzeptieren, erklärten, dass die Abwicklung einfacher war als die Verwendung von Fiatgeld.

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77 Prozent der befragten CFOs glauben, dass durch digitale Währungen internationale Zahlungen zunehmen. (Grafik: Checkout.com)

„Dies ist die größte Verbraucherumfrage ihrer Art, und die Ergebnisse zeigen eine klare Entwicklung bei der Einstellung von Verbrauchern gegenüber Kryptowährungen auf der ganzen Welt, auch in Deutschland. Hier deutet sich ein legitimer Übergang von der Akzeptanzphase zu einer praktischeren, pragmatischeren und insgesamt positiveren Einstellung an“, erklärt Ralph Piater-Frankenfeld, Vice President DACH bei Checkout.com. „Dieser Übergang bedeutet, dass es eine große Nachfrage nach Fintech-Unternehmen gibt, die einfach zu implementierende Lösungen und Dienstleistungen anbieten können. So ermöglichen sie Händlern den Einstieg in Krypto-Zahlungsoptionen und unterstützen sie dabei, den Prozess im Laufe der Zeit zu optimieren. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend im kommenden Jahr noch verstärken wird. Sobald wir weitere Dienste in Web3 einbinden.“

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Ralph Piater-Frankenfeld ist Vice President DACH bei Checkout.com. (Bild: Checkout.com)

Zunehmendes Vertrauen in digitale Währungen

Auch wenn Kryptowährungen auf einer soliden technologischen Grundlage stehen, kann sich die weitere Entwicklung als volatil erweisen. Bislang haben Anbieter und Händler erhebliche Anstrengungen unternommen, um Vertrauen in diese Dienste aufzubauen. Und die steigende Akzeptanz von Kryptowährungen auf Verbraucherebene hat begonnen, die Art und Weise zu beeinflussen, wie Unternehmen damit arbeiten. Der Kreditkartenanbieter Visa arbeitet inzwischen bereits mit 65 Krypto-Wallets zusammen, über die Verbraucher Ausgaben tätigen können. Die Transaktionen werden dabei zur Abrechnung in Fiatgeld umgewandelt. Auch PayPal unterstützt kryptobasierte Zahlungen sowie ausgewählte Drittanbieter.

Laut der Studie von Checkout.com ist mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Umfrageteilnehmer – darunter CFOs und Corporate Treasurer – zunehmend daran interessiert, Zahlungen in Stablecoins abzuwickeln und diese auch in ihren Bilanzen zu führen. In Deutschland und Italien möchten dies sogar 38 Prozent der CFOs und Corporate Treasurer. In Europa wird dieser Wert nur von Italien übertroffen. Dort sehen sogar 55 Prozent dies als eine Möglichkeit, dezentralisierte Finanzmittel für das Finanzmanagement zu nutzen. Einige gehen sogar so weit, dass sie planen, Lieferanten und Mitarbeiter in Stablecoins zu bezahlen. Und zwar in erster Linie als Reaktion auf die Nachfrage dieser Zielgruppen. 51 Prozent der Unternehmen gaben an, dass zumindest einige Mitarbeiter ihr Interesse an einer Bezahlung in Kryptowährungen bekundet hätten. In Deutschland können sich das immerhin 29 Prozent der befragten Unternehmen vorstellen.

Neue Communities als Vorreiter

Neue Communities von Content-Erstellern, Gamern und Gigworkern sind Vorreiter bei der Akzeptanz von Kryptowährungen. Fast die Hälfte (46 Prozent) der Online-Kreativen gibt an, dass ihre Fans und Kunden sie  per digitale Währungen bezahlt haben. Diese Communities testen, was möglich ist, wenn es um die Verwendung von Token und Kryptowährungen geht. Das ist ein Vorgeschmack auf das, was im Mainstream kommen wird.

Alex Valtingojer, CEO vom österreichischen Krypto-Broker Coinpaion, kommentiert: „Es ist spannend zu verfolgen, was diese Zugänglichkeit nicht nur für Verbraucher oder Kleinanleger bedeutet. Sondern auch für die Kulturschaffenden (Künstler, Designer, Musiker usw.), die neue und diversifizierte Kapitalquellen erschließen. Und so neue Arten von Gütern schaffen können. Es ist zu erwarten, dass sich aus den neuen digitalen und spielerischen Lebensstilen völlig neue Arten von Kulturgütern entwickeln werden. Diese sind dank der Web3-Innovation für jedermann leichter zugänglich, sodass wir in Zukunft alle an unseren kollektiven Kulturgütern teilhaben können.“

Creator-Wirtschaft: Verbraucher werden zu Produzenten

Ein weiteres Szenario, das von 65 Prozent der C-Level-Führungskräfte für wahrscheinlich gehalten wird: Web3 wird die B2C-Dynamik wesentlich verändern, weil Verbraucher zunehmend zu Produzenten werden. Es wird erwartet, dass dieser Markt signifikante Ausmaße annehmen wird. Laut einer Erhebung von Statista von 2021 wird die Gaming-Wirtschaft bis 2025 ein Volumen von 260 Milliarden US-Dollar erreichen. Und „The Creator Economy Report“ von 2021 prognostiziert ein Anwachsen der Creator-Wirtschaft auf 104 Milliarden US-Dollar.

„Die Welt der Kryptowährungen reift heran und wird zunehmend von Nutzen, Pragmatismus und Ermächtigung der Verbraucher angetrieben“, so Piater-Frankenfeld. „Digitale Währungen haben das Potenzial, nicht nur die Art und Weise zu verändern, wie Menschen Transaktionen durchführen, sondern möglicherweise auch die Dynamik der gesamten digitalen Wirtschaft neu zu erfinden – davon sind wir überzeugt.“

Checkout.com übernimmt Startup für digitale Identitätsprüfung

Checkout.com hat kürzlich angekündigt, das französische Startup ubble, Anbieter einer Lösung für digitale Identitätsprüfung (IDV) zu übernehmen. Die geplante Übernahme erfolgt vor dem Hintergrund des weltweit anwachsenden Transaktionsvolumens im Internet und dem dadurch bedingten erhöhten Risiko von Betrug und Geldwäsche. Die Akquisition unterstützt Checkout.com bei seinem Ziel, Unternehmen und ihren Communities eine erfolgreiche Entwicklung in der digitalen Wirtschaft zu ermöglichen.

Mit der Übernahme von ubble kann Checkout.com sein aktuelles Portfolio an Finanzprodukten ausbauen. Fintechs und E-Commerce-Händler können mit Checkout.com nicht nur Zahlungen akzeptieren und senden, sondern gleichzeitig auch ihr damit verbundenes finanzielles Risiko steuern. Die zusätzlichen IDV-Fähigkeiten unterstützen einen weiteren Aspekt in der Zahlungsabwicklung: Händler und Fintechs können damit sicherstellen, dass sie lokale Vorschriften einhalten, dass ihre Kunden tatsächlich die sind, für die sie sich ausgeben. Und sie können sich frühzeitig auf potenzielle Änderungen in der komplexen EU- und globalen Regulierungslandschaft vorbereiten.

Weiterentwicklung der Zahlungstechnologie für neue Anwendungsfälle

Das 2018 von CEO François Wyss, CRO Juliette Delanoe und CTO Nicolas Debernardi gegründete Unternehmen ubble hat die technischen Grundlagen für die videobasierte Identitätsprüfung in Echtzeit entwickelt. „Bei der Gründung von ubble ging es darum, Menschen eine komfortable und vor allem sichere Nutzung ihrer persönlichen Identität in der digitalen Welt zu ermöglichen – und genau das wird immer wichtiger für E-Commerce- und Krypto-Händler, digitale Geldbörsen und andere Fintechs, mit denen wir zusammenarbeiten“, erklärt Meron Colbeci, Chief Product Officer bei Checkout.com. „Das Team von ubble hat uns nachhaltig beeindruckt, da es in der Lage ist, Innovationen im Bereich des maschinellen Lernens in einem komplexen und herausfordernden Umfeld schnell voranzutreiben. Es verfügt über ein herausragendes technisches Know-how.“

„In den letzten vier Jahren hat unser Team intensiv daran gearbeitet, eine technologische Grundlage zu schaffen, die Vertrauen zwischen Online-Diensten und ihren Nutzern schafft und die Privatsphäre von Identitätsdaten respektiert und schützt“, ergänzt François Wyss, CEO von ubble. „Mit der heutigen Ankündigung können wir unsere Innovation im Bereich IDV jetzt noch schneller vorantreiben, die Checkout.com-Zahlungstechnologie weiterentwickeln und unsere gemeinsame Reichweite und unseren Mehrwert für Händler auf der ganzen Welt ausbauen.“

Zur Methodik der Studie

Die Studie „Entmystifizierung von Krypto – Einblicke in die Einführung digitaler Währungen im Zahlungsverkehr 2022“ von Checkout.com basiert auf einer unabhängigen Umfrage von 30.000 Verbrauchern und 3.000 Händlern in den USA, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, Deutschland, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE), dem Königreich Saudi-Arabien (KSA), Hongkong (HK), Singapur und Australien. Die Umfrage wurde zwischen dem 2. Februar und dem 1. März 2022 von der Marktforschungsplattform Qualtrics durchgeführt.

Die Mehrheit der Teilnehmer hat bisher noch keine digitalen Vermögenswerte gehalten, aber 40 Prozent planen, dies 2022 zu tun. Ein Viertel der Teilnehmer bezeichnet sich als begeisterte Gamer und ein Prozent als professionelle Gamer. Die Umfrage wurde online durchgeführt und ist daher auf Verbraucher mit Internetzugang ausgerichtet. 86 Prozent der Befragten besitzen ein Smartphone. Bei den befragten Unternehmen handelt es sich um Digital-First-Plattformen und -Marktplätze, SaaS, Gaming und Unterhaltung, FinTech und E-Commerce-Händler. Zu den befragten Berufsgruppen gehören CEOs, CFOs, COOs, Group Treasurer, Leiter des E-Commerce, Leiter des Zahlungsverkehrs und andere Finanzverantwortliche. (sg)

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Aufmacherbild: studio v-zwoelf – Adobe Stock


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