29.01.2024 – Kategorie: Handel

Digitalisierung: Wie KMU ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern können

Digitalisierung BeschaffungswesenQuelle: motortion/stock.adobe.com

KMU sind essenziell für die europäische Wirtschaft. Die Digitalisierung ermöglicht es ihnen, neue Wachstumsfelder zu erschließen und im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Dennoch sind die Hürden weiterhin groß. Was KMU auf ihrem Weg in das digitale Zeitalter benötigen, erläutert Gastautor Jijay Shen von Alibaba.com.

Kleine und mittlere Unternehmen sind das Rückgrat der europäischen Volkswirtschaften. Alibaba.com hat in einer aktuellen Studie in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen und dem International Trade Center festgestellt, dass 99,8 Prozent der Unternehmen in Europa im Jahr 2022 zur Kategorie KMU gehören. Diese trugen rund 57 Prozent zum BIP sowie 68 Prozent zur Beschäftigungsquote bei. In den letzten Jahren haben Unsicherheiten in der Wirtschaft und Herausforderungen in der Lieferkette Unternehmen dazu veranlasst, die Digitalisierung mit aller Kraft voranzutreiben.

Aus einem Bericht der Europäischen Investitionsbank geht hervor, dass über die Hälfte der europäischen Unternehmen in die Digitalisierung investieren, um wirtschaftlichen Unsicherheiten zu begegnen und Wachstumschancen zu nutzen. Laut McKinsey liegt die durchschnittliche jährliche Gesamtrendite für digitalisierte Unternehmen zwischen 2018 und 2022 bei 8,1 Prozent, verglichen mit 4,9 Prozent für nicht-digitalisierte Unternehmen. Bei nicht-digitalisierten Unternehmen stiegen die Betriebskosten fast doppelt so schnell wie bei digitalisierten Unternehmen. Das wirkt sich wiederum auf die Margen aus.

Digitalisierung bietet Wachstumschancen und Synergien

Weltweit erwarten Unternehmen Wachstumschancen und Synergien durch die Digitalisierung. So befinden sich bereits 89 Prozent der globalen Großunternehmen in einem Digitalisierungsprozess und setzen auf künstliche Intelligenz. Bislang wurden jedoch nur 31 Prozent der erwarteten Umsatzsteigerungen und 25 Prozent der erwarteten Kosteneinsparungen realisiert. In Europa beobachten wir derzeit ein Digitalisierungsparadoxon. Digitalisierung ist zu einem weit verbreiteten Schlagwort geworden und große Unternehmen investieren massiv in neue Technologien. Die steigende Nachfrage nach innovativen Technologien treibt die Preise in die Höhe.

Die Kosten, die mit der digitalen Transformation verbunden sind, zum Beispiel massive Vorabinvestitionen, halten KMU oft davon ab, diese zu verfolgen. Das gilt einmal mehr in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit. In dieser Welle des industriellen Wandels geraten KMU in ganz Europa schnell ins Hintertreffen, während größere Unternehmen die Digitalisierung vorantreiben. Kleine und mittlere Unternehmen sind anfälliger für Konjunkturschwankungen, haben kleinere Vertriebsnetze, eine geringere Risikobereitschaft und weniger Humanressourcen. Dadurch laufen sie Gefahr, dass sie hinter der Konkurrenz zurückbleiben, da Kunden zu anderen Anbietern wechseln, es den Lieferketten an Widerstandsfähigkeit mangelt oder nicht ausreichend Fachkräfte zur Verfügung stehen.

Misstrauen der KMU gegenüber Digitalisierung weiterhin groß

Darüber hinaus bemerken wir, dass einige KMU der Digitalisierung misstrauen. Sie fragen sich: „Warum sollte ich etwas Neues ausprobieren und mein eigenes Risiko erhöhen, wenn ich in den letzten Jahrzehnten erfolgreich war?“ Gleichzeitig stehen sie vor vielen offenen Fragen im Umgang mit KI und Datensicherheit, neuen Handelspartnern und der Anpassungsfähigkeit ihres Unternehmens.

Doch KMU müssen bei der Digitalisierung mit einbezogen werden, damit der europäische Markt wettbewerbsfähig bleibt und weiterhin Innovationen hervorbringt. Kurz gesagt: KMU brauchen eine digitale Revolution. Dazu müssen wir sie bei ihrem Weg in die Digitalisierung begleiten und ihre langfristigen Wachstumsaussichten stärken. Eine wichtige Stellschraube können hier B2B-Online-Marktplätze sein.  

Ressourcenschonend digitalisieren im B2B-Handel

Online-B2B-Marktplätze nutzen modernste Technologien von B2C-Plattformen –Live-Streaming, innovative Benutzeroberfläche, intelligente Suchen und vieles mehr – um das Einkaufserlebnis im B2B-Bereich ansprechend zu gestalten. Sie können Unternehmen dabei helfen, ihre Effizienz zu steigern, ihre Beschaffung einfach zu optimieren und langfristige Wachstumsmöglichkeiten zu erschließen. Der B2B-Onlinemarktplatz Alibaba.com kooperiert seit langem mit KMU, um ihre Bedürfnisse zu erkennen und ihnen ein integriertes digitales B2B- Geschäftsökosystem zu eröffnen, das sie auf vielfältige Weise unterstützt.

Heute steigern beispielsweise B2B-Livestreams die Transparenz zwischen Käufern und Lieferanten auf der ganzen Welt. So erhalten Käufer einen exklusiven virtuellen Einblick in die Arbeitsweise und das Produktportfolio eines potenziellen neuen Partners, ohne zeit- und kostenintensive Reisen an Produktionsstandorte. Allein im Jahr 2022 nahmen 13 Millionen Zuschauer auf Alibaba.com an B2B-Livestreams teil, ein Anstieg von 198 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 

Im Jahr 2024 ist die Digitalisierung eine der größten Chancen für KMU. Ich bin davon überzeugt, dass europäische KMU bei der Digitalisierung noch Aufholbedarf haben, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben. Die Herausforderungen, vor denen sie dabei stehen, sind vielfältig. B2B-Online-Marktplätze ermöglichen es KMU, ihr Geschäft mit geringem Personal- und Verwaltungsaufwand zu digitalisieren und sind damit ein wichtiger Baustein, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.

Digitalisierung Alibaba.com
Jijay Shen ist General Manager Europa bei Alibaba.com. (Bild: Alibaba.com)

Über den Autor: Jijay Shen ist General Manager Europa bei Alibaba.com. Das Unternehmen unterstützt KMU dabei, die richtigen Produkte auf einem globalen Marktplatz zu finden und ihre Beschaffung effizient zu organisieren. Die Plattform bietet die Möglichkeit, neue Kunden anzusprechen, von der Vielfalt der zertifizierten Produkte zu profitieren, Trends zu erneuerbaren Energien zu erkunden und durch die Partnerschaft mit TÜV Rheinland vertrauenswürdige Partner zu finden.

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