Digitalisierungsgrad: Deutsche Unternehmen sehen sich als Schlusslicht in Europa

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Die Hälfte der europäischen Unternehmen halten ihren Digitalisierungsgrad für hoch oder sehr hoch – in Deutschland sind es allerdings nur 26 Prozent. So verfügt nur ein Prozent der Unternehmen über ein digitales Mahnwesen, europaweit sind es 17 Prozent, hat eine neue Studie von EOS ergeben.

Für die repräsentative Studie im Auftrag des Finanzdienstleisters EOS wurden 3.400 Finanzentscheider in 17 europäischen Ländern befragt. Insgesamt halten 14 Prozent den Digitalisierungsgrad ihrer Unternehmen im Vergleich zu anderen ihrer Branche für sehr hoch (in Deutschland: fünf Prozent) und 35 Prozent für hoch (in Deutschland: 21 Prozent). Damit schätzen die deutschen Manager ihre Unternehmen in Europa klar am schlechtesten ein.

DigitalisierungsgradQuelle: EOS Gruppe

Digitalisierungsgrad: Mahnprozesse meist noch nicht digitalisiert

Noch eklatanter ist das Bild in Bezug auf das Mahnwesen: Nur ein Prozent der Firmen in Deutschland verfügt aktuell bereits über vollständig digitalisierte Mahnprozesse, europaweit sind es 17 Prozent. Bei 47 Prozent der deutschen Unternehmen ist der Mahnablauf erst in Teilen bei 17 Prozent kaum digitalisiert. Dabei senkt die Digitalisierung des Mahnwesens Zahlungsausfälle signifikant.

„Wie die Zahlen zeigen, hinkt der Großteil der deutschen Unternehmen beim digitalen Mahnwesen noch hinterher. Hier besteht akuter Handlungsbedarf, andernfalls droht Zahlungsausfall“, erklärt Justus Hecking-Veltman, Chief Financial Officer der EOS Gruppe. „Ein händisches, analoges Mahnwesen ist nicht nur fehleranfällig, sondern erreicht den Kunden in der Regel nicht auf dem individuell passendsten Kommunikationskanal zum bestmöglichen Zeitpunkt.“

Justus Hecking-Veltman EOS GruppeQuelle: EOS Gruppe
Justus Hecking-Veltman ist Chief Financial Officer der EOS Gruppe.

Digitalisierungsgrad: Verzögerung durch hohen Investitionsbedarf

Als Hauptgrund für die schleppende Digitalisierung sieht der Finanz-Experte den hohen Investitionsbedarf für die Umstellung der Mahnabläufe. „Die Einführung digitaler Tools und Prozesse erfordert neben dem passenden Mindset erhebliche finanzielle Ressourcen“, so Hecking-Veltman. „Bei EOS haben wir zum Beispiel alleine im vergangenen Geschäftsjahr rund zehn Millionen Euro in die digitale Weiterentwicklung unserer Inkasso-Kernsysteme investiert.“

Über die Studie „Europäische Zahlungsgewohnheiten 2019“

Gemeinsam mit dem unabhängigen Marktforschungsinstitut Kantar befragte EOS 3.400 Unternehmen in 17 europäischen Ländern via Telefoninterviews zu den dortigen Zahlungsgewohnheiten. Jeweils 200 Unternehmen (mit je mehr als fünf Millionen Euro Jahresumsatz) aus Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Kroatien, Polen, Rumänien, Russland, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ungarn beantworteten im Frühjahr 2019 Fragen zu eigenen Zahlungserfahrungen und aktuellen Themen im Risiko- und Forderungsmanagement. Die jährlich stattfindende Studie wurde von EOS bereits zum zwölften Mal durchgeführt.

Die zur Otto Gruppe gehörende EOS Gruppe ist Anbieter von individuellen Finanzdienstleistungen. Als Experte bei der Bewertung und Bearbeitung von Forderungen setzt EOS auf neue Technologien, um seinen rund 20.000 Kunden in 26 Ländern finanzielle Sicherheit durch smarte Services zu bieten. Schwerpunkt ist der Ankauf von unbesicherten und besicherten Forderungsportfolios. In einem internationalen Netzwerk von Partnerunternehmen verfügt die EOS Gruppe mit mehr als 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie mehr als 60 Tochterunternehmen über Ressourcen in über 180 Ländern.

Lesen Sie auch: Digitalisierungsprojekte: Viele SAP-Anwenderunternehmen hinken noch hinterher

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