Domain-Statistik – die Gewinner und Verlierer 2014

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Zum Auftakt des Jahres 2015 präsentieren wir Ihnen an dieser Stelle keine Monatsstatistik, sondern einen Rückblick auf die Entwicklung der vergangenen zwölf Monate. Der fällt allerdings bescheiden aus.

Letztes Jahr konnten wir noch festhalten, dass sich das Jahr 2013 unter dem Strich überwiegend als ein erfolgreiches Jahr für die Registries dieser Welt erwies. Das lässt sich zu 2014 nur sehr eingeschränkt sagen: zwar nimmt die Gesamtzahl weiterhin zu, doch einzelne TLDs mussten kräftig Federn lassen.

Das gilt mit Einschränkungen sogar für .com, die auf ein Plus von 3,5 Millionen Domains kommt; verglichen mit 5,8 Millionen Domains im Jahr 2013 oder 6,7 Millionen Domains im Jahr 2012 flacht aber auch bei .com die Wachstumskurve deutlich ab. Damit steht .com indes nicht allein: bei .de geht es von 542.791 (2012) über 308.111 (2013) auf 221.427 Domains zurück. Dieser Gleichschritt der beiden zahlenmäßig stärksten Top Level Domains der Welt verrät, dass nicht allein die Zahl der freien Adressen die Nachfrage bestimmt, sondern der Markt insgesamt von Trends beeinflusst ist. Die Phase ungebrochenen Wachstums ist offenbar vorbei.

Vor allem .net, .info und .biz können von Zeiten dieses Wachstums nur noch träumen. Alle drei Endungen büßten in den letzten zwölf Monaten zum Teil erheblich an Domain-Registrierungen ein. So ist etwa .net bedrohlich nah an die Marke von 15 Millionen Domains abgerutscht und hat damit gegenüber .de erheblich an Platz verloren. Zur Erinnerung: vor nicht allzu langer Zeit schien es nur eine Frage von wenigen Wochen, bis .de von .net ein- und überholt wird. Dazu dürfte es wohl auch im Jahr 2015 nicht kommen. Doch hinter einem Minus steckt manchmal sogar ein Plus: .info hat 2012 insgesamt 780.660 Domains verloren, 2013 nochmals 1.514.114 Domains. Trotz des Verlusts von 417.456 Domains im Jahr 2014 hat .info so den freien Fall gestoppt. Für .biz ist ein Nettoverlust dagegen eine neue Erfahrung, da man sowohl 2012 als auch 2013 noch zum Teil deutlich zulegen konnte.

Die ab Februar 2014 neu eingeführten Top Level Domains blenden wir in dieser Statistik noch aus. Allerdings kann VeriSign mit einer interessanten Auswertung aufwarten: Von etwas über 3 Millionen Adressen mit neuer Endung sind 84 Prozent zugleich unter .com angemeldet; 521.834 Domains sind dagegen ausschließlich unter neuer Endung registriert. Dies könnte darauf hindeuten, dass es unter den neuen Endungen eine Vielzahl von defensiven Registrierungen gibt; allerdings könnte es sich auch nur um einen weiteren Beleg dafür handeln, dass bestimmte generische Begriffe besonders begehrt sind und daher sowohl unter .com als auch jeder anderen Top Level Domain rasch registriert wurden. Zudem hat VeriSign herausgefunden, dass fast 75 Prozent der Domains mit neuer Endung unter .com noch verfügbar sind. Die Zahlen und ihre Interpretation werden uns auch 2015 nicht ausgehen. Und letztlich soll man ohnehin keiner Statistik trauen, die man nicht selbst gefälscht hat.

Autoren: Daniel Dingeldey, Rechtsanwalt Berlin

Florian Hitzelberger, Rechtsanwalt Holzkirchen

Florian Huber, Wirtschaftsjurist (Univ. Bayreuth)

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