E-Commerce-Trends 2021: So revolutioniert Live-Shopping den Onlinehandel

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E-Commerce-Trends 2021: So revolutioniert Live-Shopping den Onlinehandel

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Während Live-Shopping in China längst zum Standard geworden ist, haben Fashion- und Beauty-Marken das Format erst während des Lockdowns für sich entdeckt. Um herauszufinden, wie es genutzt und bewertet wird und daraus Handlungsempfehlungen für Marken und Händler abzuleiten, hat Arvato Supply Chain Solutions jetzt den neuen E-Commerce-Trend genauer untersucht.
E-Commerce-Trends 2021

Quelle: BUNDITINAY/shutterstock

Live-Shopping gehört zu den großen E-Commerce-Trends 2021, die den Onlinehandel derzeit prägen. Vor allem in China ist das Format dank führender E-Commerce-Giganten wie Alibaba oder JD.com längst zum Standard beim Onlineeinkauf geworden. Dort nehmen Moderatoren oder zugkräftige Influencer die Kunden bereits seit 2016 per Live-Video mit auf Shopping-Tour. Dabei beantworten sie ihnen via Chatfunktion ihre Fragen. Mit Erfolg, denn mit durchschnittlich 50.000 Livestreams und 260 Millionen Views am Tag ist Live-Shopping heute ein fester Bestandteil des chinesischen E-Commerce-Ökosystems. Nach Prognosen des amerikanischen Beratungsunternehmens Coresight Research wir der Trend 2021 einen Umsatz von 300 Milliarden US-Dollar erzielen – Tendenz steigend.

Live-Shopping unter den E-Commerce-Trends 2021: Europa holt auf

Auch in Europa und Deutschland ist Live-Shopping mittlerweile unter den E-Commerce-Trends 2021 angekommen. Vor allem Händlern und Brands aus der Fashion- und Beautybranche bietet es enormes Potenzial. Mittlerweile haben sich 36 Prozent der 90 in der Studie untersuchten Marken dem Hype bereits angeschlossen und nutzen die Vorteile, die eine direkte Live-Präsentation ihren Kunden bietet. Denn im Grunde ist Live-Shopping eine Art 2.0-Version des traditionellen Teleshoppings. Dieses war bereits in den frühen 80-er Jahren sehr beliebt – lediglich das Medium ist heute ein anderes. Doch wer jetzt an die Dauerwerbesendungen des Teleshoppingsenders QVC denkt, irrt sich. Denn beim Live-Shopping können die Kunden jederzeit mit der Brand oder miteinander interagieren. Das ist nicht nur authentischer und verbessert das Einkaufserlebnis, sondern intensiviert auch die Beziehung zum Kunden. Dies ist ein wichtiger Schritt für eine kundenzentrierte Strategie und den langfristigen Unternehmenserfolg.

E-Commerce-Trends 2021 Arvato
Status Quo von Live-Shopping in Europa. (Bild: Arvato Supply Chain Solutions)

Nicht nur die chinesischen, sondern auch die europäischen Konsumenten sind am Live-Shopping interessiert. Sie begannen mit der Ausweitung des Lockdowns Mitte 2020, virtuelle Einkaufsveranstaltungen zu erkunden, die das gewohnte Shopping-Erlebnis replizieren. Immerhin gaben 70 Prozent der europäischen Kunden bei einer aktuellen Umfrage von Forrester Research an, dass sie offen für Live-Shopping seien. Aber im Gegensatz zu den südostasiatischen Nutzern, bei denen es sich hauptsächlich um junge Millennials handelt, sind die Interessenten in Europa deutlich reifer und zwischen 32 und 43 Jahre alt.

Darüber hinaus bevorzugen sie Live-Stream-Videos, die nicht länger als zehn Minuten dauern, um wichtige Angebote und Produktinformationen zu erhalten. „Wir sehen, dass unsere Nutzer dazu neigen, etwa elf bis 15 Minuten in den Sendungen zu bleiben, die etwa 30 bis 45 Minuten lang sind“, sagt Sophie Abrahamsson, Chief Commercial Officer bei Live-Video-Streaming-Plattform Bambuser, die im Rahmen der Live-Shopping-Studie als Expertin interviewt wurde. „Aber das hängt immer vom Segment ab.“

Langfristiger Erfolg im Live-Shopping: Beständigkeit ist das A und O

Um dem wachsenden Interesse der Verbraucher am Live-Shopping gerecht zu werden, starteten 21 Prozent der betrachteten Marken bereits Mitte 2020 mit dem neuen Verkaufskanal. Mittlerweile haben mehr als ein Drittel der Fashion- und Beautymarken mindestens ein Live-Shopping-Event auf die Beine gestellt. Doch um langfristig vom Live-Shopping profitieren und diese Events monetarisieren zu können, ist Beständigkeit das A und O. Das beherzigt mittlerweile knapp die Hälfte der untersuchten Marken. Dabei bieten vor allem die Beauty-Brands regelmäßige Veranstaltungen, während Mode-Brands eher auf gelegentliche Veranstaltungen setzen. Dabei bevorzugen beide Branchen eindeutig die Integration des Live-Shoppings in den eigenen Webshop. Ihre Veranstaltungen bewerben sie jedoch auf den Social-Media-Kanälen, wobei mehr als zwei Drittel der untersuchten Brands Facebook als Marketingkanal nutzen.

E-Commerce-Trends 2021: Live-Shopping ist mobil

Durch Social- und Live-Streams ist die Nutzung von Shopping-Apps während des Corona-bedingten Lockdowns im Jahr 2020 weltweit fast um die Hälfte gestiegen. Auch die eigenen Zahlen von Arvato zeigen, dass sich der Trend bei europäischen Kunden zum mobilen Einkaufen verlagert. Märkte wie die USA, die traditionell beim mobilen Einkaufen hinterherhinkten, wuchsen in diesem Zeitraum um satte 35 Prozent. Diese Entwicklung können Marken und Webshops nutzen, um sich über App-basierte Live-Shopping-Events direkt mit ihren Kunden zu verbinden. Weitere Möglichkeiten sind die Sozialen Medien, wobei Facebook Live von den untersuchten Marken bislang nicht genutzt wird. Oder die eigene Website, auf der immerhin 70 Prozent der Live-Shopping-Events durchgeführt wurden. Dafür müssen sie entweder eine entsprechende Infrastruktur aufbauen oder können einfach die Dienste eines Live-Stream-Anbieters wie Bambuser oder Livebuy nutzen.

Obwohl alle Live-Stream-Formate den Zuschauern die Möglichkeit bieten, innerhalb des Formats mit den Moderatoren zu interagieren und sich beispielsweise im Chat auszutauschen, gibt es Vor- und Nachteile bei jeder Lösung. Social-Media-Kanäle sind bekannt und bieten eine hohe Kundenreichweite nebst erweiterten Analysefunktionen. Allerdings ist die Streaming-Qualität nicht so hoch und der Veranstalter hat weniger Kontrolle über die Produktpräsentation. Sie sind entweder für kleinere Marken oder Offline-Shops geeignet, die ihre Verkaufsmöglichkeiten mit Live-Shopping erst einmal ausloten wollen, oder bieten sich für Brands und Webshops an, die eine große Anzahl an Followern haben.

Wer lieber die eigene Website für sein Live-Shopping-Event nutzen möchte, hat zwar die volle Kontrolle, erschwingliche Kosten und optimale Streaming-Qualität, muss sich allerdings mit einer auf die eigenen Kunden begrenzten Reichweite und zusätzlichen Marketingkosten arrangieren, um den Bekanntheitsgrad zu steigern. Diese Option ist letztendlich für jeden geeignet, da professionelle Live-Stream-Dienste die Unternehmen bei der Durchführung ihrer Events unterstützen.

Influencer oder Experte – Wer spricht das Publikum an?

Letztlich ist für Marken allerdings die Präsentation ihres Events entscheidender als die gewählte technische Lösung. Da Live-Shopping sehr mobil ist, bietet es natürlich die Möglichkeit, Prominente oder Influencer einzusetzen, um ein möglichst großes Publikum anzusprechen. Dies gilt vor allem für die jungen Kunden, für deren Kaufentscheidungen Social Media sehr ausschlaggebend ist. Deshalb verwundert es laut Studie nicht, dass 50 Prozent der untersuchten Beauty-Marken bei ihren Kauf-Events auf eine Kombination von Influencern und Experten setzen, während die Fashionbranche entweder Influencer (43 Prozent) oder eigene Produktexperten (39 Prozent) einbindet, die über entsprechendes Wissen verfügen.

Darüber hinaus arbeiten kleinere Marken auch gerne mit echten Verkäufern oder produktbezogenen Influencern zusammen, die die Events dann vor Ort im Ladenlokal moderieren. „So etwas wie eine Formel für die perfekte Show gibt es nicht. Es hängt alles von den Produkten und dem Publikum ab“, erklärt Bertold Harmath, Co-Founder und CCO des Live-Streaming-Anbieters Lifebuy. „Um beim Liveshopping zu glänzen, sollte man lieber 20 Tage hintereinander jeden Tag live gehen, als zu versuchen, einen Monat lang das eine, perfekte Event zu planen.”

E-Commerce-Trends 2021 – Live-Shopping für ein besseres Markenerlebnis

Da Live-Shopping mit innovativer Customer Experience punktet und auf das veränderte Einkaufsverhalten der Konsumenten zugeschnitten ist, wird es sich aus Sicht von Arvato Supply Chain Solutions als perfekte Ergänzung des Markenerlebnisses langfristig etablieren. Denn dies ist ein Weg, um noch direkter mit dem Kunden zu interagieren und für ihn ein Einkaufserlebnis zu kreieren, das optimal auf seine Bedürfnisse zugeschnitten ist. Dabei gilt es jedoch, Unterhaltung und Entertainment mit gestandener Verkaufsexpertise so zu kombinieren, dass bei den Kunden nachhaltig Begehrlichkeiten geweckt werden.

Lesen Sie auch: Livestream-Shopping – Wie sich digitale Erlebnisse in Umsätze verwandeln lassen.

E-Commerce-Trends 2021, Abbas Tolouee
Bild: Arvato Supply Chain Solutions

Über den Autor: Abbas Tolouee ist als Senior Consultant in der Digital Unit von Arvato Supply Chain Solutions tätig. Dank seiner langjährigen Erfahrung im Beratungsgeschäft hat er bereits erfolgreiche Digitalstrategien für diverse Arvato-Kunden entwickelt. Der Fokus seiner Arbeit liegt auf den Themenbereichen Internationalisierung, Marktplätze und Nachhaltigkeit. 

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