E-Commerce-Projekte: Ein Dienstleister oder viele Partner?

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print

E-Commerce-Projekte: Ein Dienstleister oder viele Partner?

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print

Das Spektrum an Produkten, Leistungen, Geschäftsmodellen und Einsatzmöglichkeiten im E-Commerce hat sich in den vergangenen Jahren vertikal wie horizontal stark ausdifferenziert. Ein E-Commerce-Projekt ist damit meist wesentlich mehr als nur die Implementierung einer Shopsoftware. Um die vielfältigen Anforderungen zu erfüllen, bedarf es mittlerweile des Know-hows aus unterschiedlichsten Disziplinen und vieler spezialisierter Einzeldienstleistungen. Aufgrund der Komplexität müssen Auftraggeber entweder mit einem Partnernetzwerk zusammenarbeiten oder mit einer Full-Service-Agentur. Was ist der bessere Weg und können Full-Service-Agenturen ihrem Namen überhaupt gerecht werden?

Von Daniel Hölzer, Vorsitzender United E-Commerce e.V.

Der Aufbau einer E-Commerce-Plattform etwa beinhaltet die Websitegestaltung, Payment- und Logistikprozesse, Auswahl und Anpassung einer Shopsoftware, ihre Anbindung an die Backenendsysteme, Integration von Analysefunktionen, Bereitstellung von und die Verknüpfung mit Content, Umsetzung und Überprüfung von Datenschutzanforderungen, Suchmaschinenoptimierung, Online-Marketing-Maßnahmen und vieles mehr. Die Anforderungen sind für Kunden wie auch Dienstleister sehr hoch – sowohl in den genannten Einzelbereichen als auch im übergreifenden Projektmanagement.

Managementaufgaben delegieren

Ein vollumfängliches Projektmanagement können Auftraggeber meist nicht mehr selbst leisten. Es fehlt am technologischen und prozessualen Know-how sowie an Personal, um E-Commerce-Projekte kosteneffizient zu managen. Außerdem würden so Ressourcen von produktiven Unternehmensprozessen abgezogen. Unternehmen bietet sich die Möglichkeit das Projektmanagement entweder an eine Full-Service-Agentur oder an ein Partnernetzwerk zu delegieren.

Full-Service-Agenturen

Full-Service-Agenturen haben den Anspruch, möglichst viele Einzelleistungen im Portfolio zu führen – und integriert anzubieten. Der Schwerpunkt liegt auf dem Versprechen, durch die Bündelung von Einzelleistungen den Gesamtkostenaufwand zu verringern, wovon auch der Kunde profitieren soll. Mit jeder gebuchten Einzelleistung reduziert sich der relative Aufwand für die Organisation der Leistungen. Damit einher geht aber auch die unternehmerische Notwendigkeit, möglichst viele Leistungen zu verkaufen und Angebote wie Prozesse zu standardisieren, um die maximale Wertschöpfung zu erzielen. Das heißt nicht, dass dies automatisch zu einer Verflachung der Leistungen führt, auch in Full Service Agenturen kümmern sich Spezialisten der jeweiligen Disziplinen um die Kunden – dennoch ist das Know-how von spezialisierten E Commerce Agenturen, die sich im Projektalltag ausschließlich auf ein Thema konzentrieren, höher einzuschätzen – Standardisierung und wirtschaftliche Zwänge stehen bei einer Full-Service-Agentur außerdem in einem gewissen Widerspruch zu Kundenanforderungen wie Flexibilität und Individualisierbarkeit – und damit auch zu einem echten Full-Service. Eine Anpassung der Lösung im Projektverlauf ist dann gleichbedeutend mit höheren Kosten, die in irgendeiner Form an den Kunden weitergegeben werden.

Partnernetzwerke

Auf der anderen Seite stehen die Partnernetzwerke. Sie können im Idealfall auf ein noch breiteres Portfolio zurückgreifen als Full-Service-Agenturen und verfolgen ein anderes Geschäftsmodell: Das Partnernetzwerk im Gesamten ist nicht darauf angewiesen, so viele Leistungen wie möglich an den Kunden zu bringen. Jeder Partner ist Experte auf seinem Gebiet und ergänzt die Leistungen der anderen, ohne dass sie jedoch in einer Wertschöpfungskette aufeinander aufbauen müssen, das Angebot bleibt flexibel. Kunden profitieren hiervon gleich doppelt:

Durch das modulare, flexible Leistungsportfolio und die Unabhängigkeit der Partner steht ihnen die Wahl frei: Sie können einen integrierten Full-Service oder nur einige spezialisierte Einzelleistungen beziehen. Hinsichtlich eines effizienten Projektmanagements müssen sich die Partnernetzwerke nicht hinter Full-Service-Agenturen verstecken. Bei Bedarf übernimmt einer der Partner die Lead-Funktion, um die Kommunikation und das Projektmanagement gegenüber dem Kunden und den anderen Partnern zu steuern. Die enge Zusammenarbeit bei vielen Projekten garantiert dabei ein einheitliches Verständnis aller Arbeitsprozesse.

Darüber hinaus profitieren Kunden bei Partnernetzwerken von einer höheren Agilität. Sollten während des Projektverlaufs unbekannte Herausforderungen auftreten, oder müssen zusätzliche Leistungen integriert werden, kann die Lead-Agentur schnell auf die Fähigkeiten des eines Spezialisten im Netzwerk zurückgreifen.

Was bedeutet Full-Service?

Full-Service im Kontext von E-Commerce-Projekten bedeutet nicht nur die Übernahme sämtlicher anfallender Aufgaben für den Aufbau einer passgenauen Shop-Lösung. Darüber hinaus beinhaltet Full-Service die vollumfängliche Beratung, Konzeption, Umsetzung und nachfolgende Betreuung aller mit dem Betrieb des Online-Geschäfts verbundenen Pre- und After-Sales-Prozesse. Dazu zählen etwa auch Themen wie Hosting, Web-Analyse, SEA und SEO, Marketing für Cross- und Up-Selling, Rechtsberatung und Zertifizierungen. Die hohe Komplexität von E-Commerce-Projekten erfordert dabei eine immer größere Zahl von spezialisierten Einzeldienstleistungen. Um keinen dieser Bereiche muss sich der Kunde des Full-Service-Anbieters jedoch selbst kümmern. Stattdessen kann er seine Ressourcen auf sein Kerngeschäft fokussieren.

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
E-Mail
Share on print
Drucken

Ihre Meinung zum Artikel

Andere Leser haben sich auch für die folgenden Artikel interessiert

Personalisierung und Individualisierung – das sind die neuen Zauberworte des E-Commerce. Klar ist, dass Kunden immer anspruchsvoller werden, zudem sind ihre Vorlieben äußerst heterogen. Eine individuelle Kundenkommunikation kann wertvolle Dienste leisten, um jeden Kontakt in eine echte Chance zu verwandeln.

Redaktionsbrief

Tragen Sie sich zu unserem Redaktionsbrief ein, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Wir wollen immer besser werden!

Deshalb fragen wir SIE, was Sie wollen!

Nehmen Sie an unserer Umfrage teil, und helfen Sie uns noch besser zu werden!

zur Umfrage

Aktuelle Ausgabe

Topthema: Fashion commerce

Wann jetzt handeln gefragt ist

Mehr erfahren

Tragen Sie sich jetzt kostenlos und unverbindlich ein, um keinen Artikel mehr zu verpassen!

    * Jederzeit kündbar

    Entdecken Sie weitere Magazine

    Schön, dass Sie sich auch für weitere Fachmagazine unseres Verlages interessieren.

    Unsere Fachtitel beleuchten viele Aspekte der Digitalen Transformation entlang der Wertschöpfungskette und sprechen damit unterschiedliche Leserzielgruppen an.