Ethischer Konsum: 5 wichtige Trends beim Verbraucherverhalten

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Ethischer Konsum: 5 wichtige Trends beim Verbraucherverhalten

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Die Trendstudie 2020 der Otto Group zum Thema ethischer Konsum enthält einige Thesen, die zum Umdenken anregen und einen Blick auf die Post-Corona-Welt eröffnen. Im Jahr 2020 geht die Verantwortung von Unternehmen weit über die ökologische und soziale Qualität ihrer Produkte und Dienstleistungen hinaus. Haltung und Weitsicht sind jetzt gefragt.
Ethischer Konsum Online-Modehandel Nachhaltigkeit im Online-Handel

Quelle: NicoElNino/shutterstock

  • Neue Trendstudie von Otto Group: 70 Prozent der Befragten geben an, dass ethische Kriterien zum festen Bestandteil ihrer Kaufentscheidung geworden sind.
  • 82 Prozent sprechen sich für eine längere Produktnutzungsdauer und höhere Materialeffizienz aus.
  • 63 Prozent sind inzwischen bereit, die Mehrkosten für klimaneutrale Produkte zu tragen.

Das Thema ethischer Konsum wird seit vielen Jahren immer wichtiger. So hat sich der Fokus der Konsumenten stark geändert. Sie wollen nicht mehr nur für sich selbst etwas Gutes tun, sie wollen mit ihrem Konsum immer öfter auch etwas für andere bewegen. Dies hat für Unternehmen inzwischen tatsächlich spürbare Konsequenzen, denn wer durch seine Wirtschaftstätigkeit Umwelt und Natur nachweislich schädigt, hat es im Wettbewerb zunehmend schwer.

Wer die Werte seiner Kunden, an die diese selbst glauben und an denen sie festhalten, nicht teilt, dem wird das Vertrauen schnell entzogen. Und wer sich seiner Verantwortung für das Gemeinwohl entzieht, der kann sogar boykottiert werden. „Die Forderungen nach nachhaltigen Veränderungen in unserem Wirtschaftssystem an Politik und Unternehmen und die Bereitschaft, selbst Verantwortung zu übernehmen, haben die Mitte der Gesellschaft erreicht. Nachhaltigkeit wird zum Leuchtturm in einer unübersichtlichen Welt“, erläutert der Leiter der Studie, Prof. Peter Wippermann vom Trendbüro. Für die „5. Trendstudie zum ethischen Konsum“ wurden die Ergebnisse einer Befragung von 1.149 Deutschen zwischen 14 und 74 Jahren im Oktober 2020 mit Perspektiven aus der Trendforschung kombiniert.

Ethischer Konsum: Fünf aktuelle Entwicklungen

Zu den Ergebnissen der aktuellen Trendstudie 2020 der Otto Group gehören:

  • Ethischer Konsum wird zum Mainstream: Für 70 Prozent der Deutschen sind ethische Kriterien fester Bestandteil der Kaufentscheidung geworden. 20 Prozent der Befragten geben sogar an, seit der Corona-Krise noch bewusster nach ethischen Kriterien einzukaufen. Corona hat bei vielen Menschen zu einem Umdenken geführt, Kaufentscheidungen werden besser durchdacht, auf Notwendigkeit überprüft und sie scheinen eine andere Tragweite im Leben des Einzelnen zu bekommen.
  • Die Wegwerfgesellschaft wird zum Auslaufmodell: 82 Prozent der Befragten sind bereit, den Weg von der Wegwerfgesellschaft zur Kreislaufwirtschaft mitzugehen und sprechen sich für eine längere Produktnutzungsdauer und höhere Materialeffizienz aus. Darüber hinaus würden 63 Prozent die Mehrkosten für klimaneutrale Produkte tragen. Auch hier zeigt sich ein Wandel in der Haltung der Konsument*innen, die zunehmend bereit zu sein scheinen, auch für die Emissionen zu bezahlen, die sie verursachen.
  • Sharing und Second Hand liegen im Trend: Aus der Studie geht hervor, dass 73 Prozent der Befragten es gut finden, gebrauchte Dinge wie getragene Mode oder alte Möbel zu kaufen bzw. zu verkaufen. 54 Prozent der Befragten planen sogar, in Zukunft mehr zu leihen. Waren 2013 noch 52 Prozent der Befragten bereit, öfter Sachen zu teilen, zu tauschen, zu leihen oder gebraucht zu kaufen, so sind es 2020 bereits 64 Prozent.
  • Die Konsumenten erkennen zunehmend die Grenzen ungezügelten Wachstums: 70 Prozent der Befragten sehen ernsthafte Schwierigkeiten auf Mensch und Umwelt zukommen, wenn wir weiter ungezügelt konsumieren. 77 Prozent der Deutschen sind dafür, dass Industrieländer mehr Verantwortung im Kampf gegen den Klimawandel übernehmen und die ärmeren Länder mehr unterstützen sollten. 60 Prozent können sich inzwischen vorstellen, beim Einkauf die wahren Kosten für Umweltbelastung und Klimawandel zu bezahlen. Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass die Bedeutung des ethischen Konsums nicht nur in den Köpfen der Menschen angekommen ist, sondern zunehmend auch die Bereitschaft besteht, dafür tiefer in die Tasche zu greifen.
  • Ethischer Konsum: Die Politik soll die Bedingungen dafür setzen: Auch in der Frage, wer für mehr ethischen Konsum sorgen soll, gibt es eine Trendwende. 41 Prozent der Deutschen erachten die Politik als Impulsgeber in puncto ethischer Konsum, 23 Prozent die Wirtschaft und 22 Prozent jeder Einzelne. In den Jahren 2011 und 2013 waren lediglich 27 Prozent der Befragten der Meinung, die Politik müsse hier mehr in die Pflicht genommen werden.
Ethischer Konsum
Für die „5. Trendstudie zum ethischen Konsum“ wurden die Konsumenten nach dem Verhältnis von Wirtschaft und Umwelt befragt. (Grafik: Otto Group)

Eigenverantwortung der Konsumenten nimmt weiter zu

70 Prozent aller Befragten sagen, dass ethische Kriterien inzwischen fester Bestandteil ihrer Kaufüberlegungen sind. 2013 waren es noch 63 Prozent. Vor allem die Babyboomer (bis Jahrgang 1964) treiben dabei den Kauf von ethischen Produkten voran. Waren es 2013 noch 65 Prozent, die häufiger ethische Produkte kauften, so kauften 2020 bereits 79 Prozent häufiger nach ethischen Kriterien ein. Außerdem würden 68 Prozent der Befragten einen Anbieter boykottieren, der ein unfaires Verhalten gegenüber seinen Mitarbeitern an den Tag legt und schlechte Arbeitsbedingungen schafft.

„Die Frage, ob unsere Art zu leben und zu wirtschaften korrigiert werden muss, wird immer lauter gestellt. Dies zumindest bestätigen die Ergebnisse der vorliegenden fünften Trendstudie. Wir in der Otto Group wollen etwas bewegen, denn es ist unsere Überzeugung seit Generationen, dass am Ende die Wirtschaft dem Menschen dienen muss, nicht umgekehrt“, kommentiert Alexander Birken, Vorstandsvorsitzender der Otto Group. „Dazu müssen wir alle uns aber auch verändern. Weg von der Wegwerfgesellschaft, hin zu nachhaltigen und recyclingfähigen Produkten und einer ressourcenschonenden Produktionsweise, in der Menschenrechte stärker geachtet und Respekt sowie Achtsamkeit gegenüber der Natur einen neuen Stellenwert erlangen.“

Otto Group Birken
Alexander Birken ist CEO der Otto Group. (Bild: Otto Group)

Für die Zukunft fühlt sich die Otto Group mit ihren Marken wie Otto, Bonprix, Mytoys oder Manufactum gut gerüstet. „Nachhaltiges Handeln und ethischer Konsum beschäftigen unser Unternehmen seit Jahrzehnten, denn wir sind am Menschen interessiert, nicht nur am Profit. Es geht um ein faires Miteinander und verantwortliches Handeln. Die Ergebnisse der fünften Studie zum Ethischen Konsum bestärken uns auf diesem Weg“, so Birken abschließend. (sg)

Lesen Sie auch: Einzelhandel: 4 entscheidende Prognosen für 2021

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