EU-Standardmodell für Solvenzkapital nicht risikogerecht

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EU-Standardmodell für Solvenzkapital nicht risikogerecht

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Solvency II verpflichtet Versicherer ab 2013 zu einheitlichem Risikomanagement bei Kapitalanlagen. Bei der Umsetzung der IT-Lösungen setzen viele Anbieter auf das EU-Standardmodell – obwohl sich das inzwischen als nicht risikogerecht erweist. metafinanz empfiehlt ein kombiniertes Vorgehen mit Standard- und internem Modell, um einerseits die aufsichtsrechtliche Vorschriften zu erfüllen, aber auch die tatsächlichen Solvenzrisikenbei der Anlagestrategie besser zu beherrschen.

Im Gegensatz zur Bankenbranche hat die die Versicherungswirtschaft die letzte Finanzkrise weitgehend unbeschadet überstanden. Doch die Risiken des Kapitalmarkts in der aktuellen Niedrigzinsphase bedrohen zunehmend auch Versicherer. Für die EU-Kommission war das Grund genug, analog zu Basel-II erstmals auch für die Versicherungsindustrie ein verpflichtendes Risikomanagement einzuführen, das ab Januar 2013 unter dem Begriff Solvency IIfür mehr Transparenz in der Anlagepolitik sorgen soll.

Als Herausforderung erweist sich nun die IT-basierende Umsetzung der Solvency-Vorgaben. Den Versicherern stehen zwei Verfahren zur Auswahl, um den zentralen Risikoparameter im Bereich Aktieninvestments – das Solvenzkapital zu berechnen. Große Erwartungen setzen weite Teile der Branche in das von der EU propagierte „Standardmodell“, das sogar einfache Berechnungen per Excel-Sheet verspricht. Kritiker bemängeln daran jedoch die ungenügende Berücksichtigung der jeweiligen Unternehmensumstände mit entsprechend praxisfernen Ergebnissen, wie Dr. Hubert Sterner, Leiter Business Consulting Insurance bei metafinanz, erklärt: „Wir können mathematisch beweisen, dass das Standardmodell die Risikosituation eines Unternehmens falsch abbildet.“

Das Münchner Softwareunternehmen hat in diesem Zusammenhang auch einen Vergleich zwischen einer Standardmodell-Anwendung und dem Open-Source-Programm PillarOne.RiskAnalytics durchgeführt, um die Defizite zu belegen. Alternativ zum Standardmodell bietet sich ein internes Modell an, das die unternehmensspezifischen Umstände besser erfasst und so eine realistische Risikoberechnung ermöglicht. Allerdings muss die Verwendung eines internen Modells gegenüber der Aufsichtsbehörde begründet werden, zudem verlangen die neuen Rahmenrichtlinien möglicherweise eine zusätzliche Berechnung nach dem Standardmodell.

In Erwartung der endgültigen Ausgestaltung des Standardmodells zögern derzeit viele Versicherer die erforderlichen IT-Projekte für Architektur und Datenmanagement hinaus. Metafinanz rät angesichts der verstreichen Frist und der zu erwartenden Projektlaufzeiten zu einer raschen Umsetzung einer zweigleisigen Strategie, die sowohl das interne wie das Standardmodell unterstützt. Auf diese Weise decken Assekuranzen mit nur einer Software zwei Modelle der Solvency-Compliance ab. Mit der Anwendung des internen Modells erhalten sie Auswertungen über die unternehmensspezifische Risikosituation, und somit wertvolles Datenmaterial für die strategische und wertorientierte Steuerung des Unternehmens über die reine Berichtspflicht hinaus. Mit der Integration des Standardmodells in eine Anwendung verringert sich der Aufwand auf eine Implementierung und hilft IT-Kosten zu sparen. Gleichzeitig sichert sich das Unternehmen ab, weil das EU-Modell eine höhere aufsichtsrechtliche Akzeptanz sicherstellt.

(Autoren: Dr. Hubert Sterner / Thomas Lengfeld)

 

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