Fake-Shops: Wie sich Konsumenten vor Online-Betrug schützen

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Fake-Shops: Wie sich Konsumenten vor Online-Betrug schützen

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Die Lust am Schenken ist das Schönste – nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern zu vielen anderen Anlässen. Das wissen auch Betrüger. Wie die Kölner Digitalberatung wdp in einer Studie herausgefunden hat, ist diese Gefahr weit größer als bisher gedacht. So wurden über 16.000 mutmaßliche Fake-Shops identifiziert.
Fake-Shops

Quelle: Rawpixel.com/Shutterstock

  • Betrüger übernehmen auslaufende Domains bekannter Unternehmen und Marken in Deutschland, um deren Bekanntheit für ihre Fake-Shops zu nutzen.
  • Derzeit gibt es über 16.000 verdächtige Webseiten, die Anzeichen für Fake-Shops zeigen.
  • Die DENIC eG ist in Deutschland für die Vergabe von .de-Domains verantwortlich.

Mit dem Bericht „Fake-Shops – der systematische Betrug mit abgelaufenen .de-Domains“ deckt wdp eine häufige Masche der Täter auf: Diese übernehmen auslaufende Domains bekannter deutscher Parteien, Unternehmen und Marken, um deren Bekanntheit für ihre Fake-Shops zu nutzen. Über die unseriösen Onlineshops generieren die Betreiber Bestellungen, die sie nur mit minderwertiger Ware oder eben gar nicht bedienen und verdienen so an den geleisteten Vorauszahlungen jährlich Millionen von Euros. Zudem nutzen sie oft auch die im Kaufprozess ausspionierten Daten für betrügerische Zwecke.

Fake-ShopsQuelle: wdp
Zahlreiche Merkmale geben Hinweise darauf, ob es sich bei einem Webshop um einen Fake-Shop handelt.

Fake-Shops: Betrug mit ausgelaufenen de-Domains

Grundsätzlich dürfte ein Betrug mit ausgelaufenen de-Domains gar nicht möglich sein, da die DENIC eG für deren Vergabe in Deutschland verantwortlich ist und jede neue Anmeldung anhand festgelegter Richtlinien prüfen sollte. Doch die Verantwortlichen werden dieser Pflicht nicht gerecht. Sie bekämpfen weder die Ursache des Problems noch bieten sie Hilfe für Betrugsopfer an. „Die Lösung des Problems wäre einfach: Die DENIC müsste nur ihre eigenen Richtlinien zur Registrierung von Domains konsequent umsetzen“, erklärt Christoph Nichau, geschäftsführender Partner von wdp.

wdp NichauQuelle: wdp
Christoph Nichau ist Mitgründer und geschäftsführender Partner von wdp.

Damit mutmaßliche Fake-Shops die Freude am Onlineshopping nicht verderben, hat wdp auf Basis der Erkenntnisse zehn Warnsignale zusammengestellt, anhand derer Nutzer eventuelle Fake-Shops erkennen können:

  1. URL passt nicht zum Seiteninhalt
  2. URL enthält nach dem „.de“ weitere Elemente, beispielsweise „.de.cn“
  3. „Krumme Preise“ und ungewöhnlich hohe Rabatte, die sich nicht durch Lagerrestbestände erklären lassen
  4. Markenprodukte zu außergewöhnlich niedrigen Preisen
  5. Schlechte Übersetzungen, viele Rechtschreibfehler oder „Dummy-Texte“
  6. Fehlendes oder unvollständiges Impressum
  7. Keine Infos zu Datenschutz, Widerrufsbestimmungen oder Versandkosten
  8. Nur Vorkasse und/oder Kreditkartenzahlung – oder Fehlermeldung bei Auswahl anderer Zahlungsmethoden wie Paypal
  9. Keine sichere Verbindung (https) – kein SSL-Zertifikat
  10. Unbekanntes Trust-Siegel oder bekanntes, aber nicht verlinktes Trust-Siegel

Wenn sich ein Verbraucher unsicher, ob der Webshop seriös ist, sollte er „archive.org“ zu Rate ziehen. Dort ist hinterlegt, wie lange es den Shop schon gibt und welche Inhalte sich früher auf Webseite befunden haben. Außerdem kann er den URL-Namen und dazu die „Erfahrung“ über Google suchen. Leider ist es nicht mehr möglich, Registrierungsdaten der DENIC nutzen, da seit Inkrafttreten der DSGVO keine Daten mehr zum Inhaber der Domain herausgegeben werden.

Fake-ShopsQuelle: wdp
Die Kombination verschiedener Webtechnologien zeigte bis zu 100 Prozent starke Indizien für Fake-Shops auf.

Zur Methodik der Studie: wdp untersuchte 29.406 Domains, die die verdächtigen Technologien Opencart, osCommerce und Zen-Cart nutzen. 280 Shops wurden manuell von den Experten von wdp überprüft. Das Ergebnis: 159 Shops (57 Prozent) zeigten die typischen Anzeichen für Fake-Shops, hochgerechnet ergaben sich daraus 16.761 verdächtige Angebote. Inwiefern es sich dabei tatsächlich um Fake-Shops handelt, müsste durch Testkäufe verifiziert werden. Die Indizien liefern jedoch eindeutige Hinweise darauf, dass es sich bei diesen untersuchten Shops tatsächlich um betrügerische Angebote handelt.

wdp ist eine Strategie- und Umsetzungsberatung für digitale Geschäftsmodelle und digitale Transformation mit Sitz in Köln. Seit über zehn Jahren entwickelt wdp gemeinsam mit Kunden Digitalstrategien, digitale Geschäftsmodelle sowie digitale Marketing- und Vertriebsstrategien.

Lesen Sie auch: Domain-Management im E-Commerce: Markennamen vor Betrügern schützen

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