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Mobile Computernutzung ist heute Standard. Herausragende Rechenleistung für besondere Anwendungen ist mit der Handlichkeit der Notebooks und Smartphones allerdings nicht immer vereinbar: Dafür verbindet man sich mit leistungsfähigen Servern. Cloud Computing ist die Lösung, Leistung bereitzustellen, ohne diese notwendigerweise in winzigen Geräten unterbringen zu müssen. Hinzu kommt: Diese entfernten Server können mit der benötigten Software ausgestattet werden, die dann auf allen Endgeräten ohne Installation genutzt werden kann. Solche Software gibt es spezialisiert für alle Branchen. Auch für die Modebranche.


Die sehr schnelllebige Modebranche ist auf ein effizientes Wirtschaften angewiesen: Alle internen Unternehmensprozesse müssen möglichst perfekt organisiert sein, um aktuelle Kreationen zügig zu vermarkten, bevor die Auslieferung der Ware durch die Mode überholt wird und die eben noch neuen Kreationen bereits out of fashion sind. Eine speziell für diese Branche entwickelte Software für Enterprise Resource Planning (ERP) erleichtert es, optimal von Entwicklung über Produktion bis zu Lieferung und Verkauf zu planen. Ab einer bestimmten Unternehmensgröße ist eine geeignete Software unverzichtbar, um im Wettbewerb zu bestehen. Insbesondere das internationale Geschäft verlangt ein Management, dass schnell auf neue Entwicklungen reagieren kann.


Wachstum: Ein Beispiel aus der Praxis


Die Design-Marke Liebeskind aus Berlin-Kreuzberg begann in einem überschaubaren Rahmen. Zum Portfolio gehören neben Taschen und Schuhen auch Gürtel und Accessoires. Zu Beginn wurden alle Prozesse manuell mit Standard-Software abgewickelt. Das schnelle Wachstum des Unternehmens erforderte dann allerdings eine komfortable IT-Lösung, um den Verkauf zu erleichtern, die Logistik zu optimieren und Standorte zu koordinieren. Die Produkte werden mittlerweile vorwiegend in Nord- und Südeuropa verkauft. Der Absatz in den USA befindet sich im Wachstum. Eine geeignete Softwarelösung für die Organisation der damit verbundenen Geschäftsprozesse musste vor allem individuell veränderbar sein, denn gerade in den ersten Jahren hatte das Label eine rasante Entwicklung durchlaufen, die ständig neue Herausforderungen an die Software stellte.


Standorte: überall


Die kreative Arbeit an der Kollektion erfolgt in Berlin. Das operative Geschäft wickelt Liebeskind an zwei Standorten in Münster ab. Hinzu kommen weltweit Vertriebspartner, zum Beispiel in Italien, der Türkei und asiatischen Ländern. Alle Standorte und Partner können den aktuellsten Stand von Warenbeschaffung und Vertrieb aus dem System abfragen, Bestellungen aufgeben und Lieferungen terminieren. Zusammen mit allen Partnern nutzen rund 80 Mitarbeiter das gleiche ERP-System: prodress@net von der prodata GmbH aus Bielefeld. Ein Vielfaches an Nutzern wäre möglich, etwa in Konzernen, die auf jedem Kontinent zusätzlich zu Vertriebspartnern eigene Niederlassungen unterhalten und an mehreren Standorten produzieren. „Durch die logische Oberfläche des Systems ist die Bedienung nahezu selbsterklärend. Individuelle Gestaltung aller Eingabemasken ist möglich. Das macht den weltweiten Einsatz natürlich sehr einfach und komfortabel“, erläutert Johannes Rellecke, Geschäftsführer bei Liebeskind, die Entscheidung seines Unternehmens für die Software.


Rechenleistung: zentral


Unternehmen jeder Größe können mit einem ERP-System als Software as a Service (SaaS) wie prodress@net kostengünstig und ohne eigene Serverkapazitäten arbeiten. Größere Hard- und Softwareinvestitionen entfallen. Das gesamte System lässt sich einfach über einen Browser darstellen. Indem die Software auf dem Cloud Server installiert ist, sind neue Arbeitsplätze schnell startklar und zudem mobil. Es ist nicht einmal mehr erforderlich, dass alle Arbeitsstationen auch nur über einen einheitlichen Mindeststandard an Ausstattung verfügen. Dies ist ein Faktor für Investitionssicherheit – ein ERP-System ist eine dauerhafte Anlage. Im Gegensatz zu herkömmlichen Softwarekäufen fallen bei der Cloud-Nutzung keine Kosten für Installation, Aktualisierung und Wartung an. Die Cloud-Lösung ermöglicht es , Betriebsprozesse zu geringen Kosten auf professionellem Niveau zu managen.


Eine spürbare Erleichterung ergibt sich bei der Administration und Installation von neuen Komponenten und Patches – diese werden nur einmal zentral installiert, statt auf zahlreichen Workstations. Ebenso wird auch das Compliance- und Security-Management durch Cloud Computing erleichtert. Da alle Dokumente an einem Ort gespeichert werden, kann für jeden Mitarbeiter oder Gruppen festgelegt werden, auf welche Dateien sie zugreifen können. Die Verbindung ist jederzeit nach gängigen Standards verschlüsselt, um Datensicherheit zu gewährleisten. Die einzelne Verschlüsselung von Dateien – wie auf USB-Sticks – ist nicht notwendig, denn jeder Zugriff erfolgt direkt vom Server. Zudem werden alle Verbindungen in Logfiles dokumentiert.


Das System ist ortsunabhängig über Notebook oder andere mobile Endgeräte verfügbar, etwa direkt bei Kunden. So können Außendienstmitarbeiter jederzeit das Angebot inklusive Bild und allen Daten präsentieren. Sie können einsehen, ob bestimmte Kollektionen noch vorrätig sind und gewünschte Mengen reservieren. Auch extern eingesetzte Freiberufler können so auf eine einfache und sichere Weise mit der gängigen Software arbeiten.


Unabhängig skalierbar


Ein wichtiger Aspekt der Cloud-Lösung ist es, hohe Leistung genau dann bereitzustellen, wenn diese benötigt wird. Die Infrastruktur im Hintergrund – die Virtual Machine – verfügt über weit mehr Leistung als die durchschnittliche Workstation. Der Aufbau erfolgt nach dem Prinzip der Zentralisierung: Im Cloud Computing bündelt sich die Leistung in einem Host. Da diese Systeme in jedem beliebigen Rechenzentrum stehen können, ist Leistung keine Frage der eigenen Räume mehr. Unternehmen sparen Kosten und können sich auf eine hohe Ausfallsicherheit der Systeme verlassen. Dieses Prinzip wird insbesondere dort eingesetzt, wo kurzfristig große Kapazitäten benötigt werden.


Die Systeme laufen unabhängig davon, welche und wie viele Clients darauf zugreifen, wo sich diese Clients befinden, oder ob diese Verbindung zwischenzeitlich unterbrochen wird. Da der Host kontinuierlich weiterarbeitet, führt ein Verbindungsabbruch nicht zu Datenverlust.


Modular auf alles vorbereitet


Immer mehr Bekleidungsunternehmen entscheiden sich für maßgeschneiderte Lösungen, die genau auf ihre Bedürfnisse abgestimmt sind. Sinnvoll ist generell modular aufgebaute Branchensoftware. Diese kann ohne großen Aufwand von Zeit und Geld so angepasst werden, dass sie genau zum jeweiligen Unternehmen, den einzelnen Abteilungen und Niederlassungen passt. Ein ganzheitliches Warenwirtschaftssystem muss alle Bereiche der Geschäftstätigkeit abdecken, von der Auftragserfassung und -disposition über Einkauf, Fertigung und Versand bis hin zu Managementinformationen und Vertriebscontrolling. Hinzu kommt eine umfassende Kundendatenbank sowie eine Modelldatenbank inklusive gängiger Felder: Farbraster, verfügbare Größen, Kombinationsnummern etc. Auch Rohwahrenkontrolle und Reklamationsmanagement können für die Qualitätssicherung als Modul ergänzt werden. Bei hoher Komplexität der Funktionen sollte das System stets übersichtlich und anwenderfreundlich sein. Eine schlanke Software, die leicht zu bedienen ist, schafft mehr Zeit für die eigentliche Stärke der Modelabels: den kreativen Prozess. Dieser ist Grundlage des Erfolgs. Wenn das Unternehmen dann erfolgreich ist und wächst, wird das System schnell und unkompliziert den neuen Gegebenheiten angepasst; durch die Möglichkeiten modularer Cloud-basierter Software gleichzeitig in Hard- und Software.


Autor: Reinhard Bischoff, Geschäftsführer prodata Computer-Dienstleistungs GmbH


 

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