Features oder Performance – warum klappt nie beides?

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Was macht einen guten Online-Shop aus? Vor dieser Frage stehen immer mehr Unternehmen, die entweder ganz neu in den Online-Handel einsteigen oder ihren bestehenden E-Shop optimieren und mit mehr Features ausstatten möchten. Die Antwort ist denkbar einfach – die Performance muss stimmen.
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Auf den ersten Blick scheint der Weg zum neuen Online-Shop nicht schwierig zu sein: Jedes moderne Shopsystem bietet einen Basis-Shop für den Einstieg. Doch ganz so einfach ist es nicht. Beispielsweise ist Shop heute längst nicht mehr „nur“ Shop. Schon bei der Auswahl und Konfiguration des Basis-Shops wird das Fundament für den Aufbau der operativen Webshop-Strategie gelegt. Um wirklich erfolgreich zu sein, braucht der Händler oder die Marke heute einen modernen, hoch performanten Basis-Shop. Das bedeutet nicht, dass erst das „perfekte Produkt“ gelauncht werden darf. Nicht jedes Feature muss unbedingt schon im ersten Release vorhanden sein, auch wenn die Basis-Shops fast aller Hersteller heute bereits alle wichtigen Features beinhalten – und teilweise noch sehr, sehr viele mehr. Doch der Schlüssel zum Erfolg liegt nicht allein in der Anzahl der (richtigen) Features.

 

 

Frage: Mit welchen Service-Kanälen sind Sie als Konsument zufrieden? (Bildquelle: ECC Köln 2014)

 

Perfektes Einkaufserlebnis durch Top-Performance und die richtigen Features

Als zentrales Element von Kaufentscheidungen spielen Emotionen heute eine wichtige Rolle, Online-Kunden möchten Freude am Shoppen haben. Voraussetzung dafür ist eine überzeugende Performance: Die Prozesse müssen einfach, schnell und selbstverständlich ablaufen, damit auch emotionale Spontankäufe möglich sind. Hier spielt die Technik eine tragende Rolle: Langes Warten beim Seitenaufbau wird nicht mehr akzeptiert, Antwortzeiten von über einer Sekunde machen auch in Peak-Zeiten einen schlechten Eindruck und führen zu Prozessabbrüchen. Wirklich fortschrittliche Lösungen setzen deshalb auf die In-Memory-Computing-Technologie, die komplett auf einen Cache und die damit verbundene Komplexität verzichtet. Damit wird jede Seite kundenindividuell personalisiert und gleichzeitig hochperformant ausgeliefert.

Zusätzlich zu den gewünschten Features sollte man auch einen Blick hinter die Kulissen auf die JavaScript-Bibliotheken wagen. Diese werden für visuelle Effekte, responsives Design, Verzahnung mit sozialen Netzwerken und vieles mehr verwendet. Sie haben einen hohen Einfluss auf die gefühlte Seitengeschwindigkeit und beeinflussen den Aufwand für spätere Erweiterungen. Die JavaScript-Bibliotheken werden durch den Hersteller des Basis-Shops vorgegeben und können nur – mit entsprechendem Aufwand – bei einem komplett eigenständigen Frontend ersetzt werden. Was gilt es also, besonders bei der Auswahl des Basis-Shops zu beachten?

  • -Aktualität: Sind die verwendeten JavaScript-Bibliotheken State of the Art?
  • -Tempo: Entspricht die Ausführungsgeschwindigkeit bis zur vollständigen Seitendarstellung im Browser den Anforderungen meiner Kunden?
  • -Umfang: Sind sowohl Desktop- und Mobile-Versionen und/oder Responsive-Optionen enthalten?
  • -Flexibilität: Kann der Basis-Shop mit eigenen Features erweitert werden und ist eine einfache Deaktivierung ungenutzter Features möglich?

Vor der Entscheidung für ein Shopsystem ist es in jedem Fall ratsam, die infrage kommenden Anbieter zu Referenzkunden zu befragen. Wer hat das entsprechende Shop-System bereits ebenfalls implementiert, wo lassen sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede feststellen? Auf diesem Weg bekommt man in der Regel schnell ein besseres Gefühl, was die Entscheidungsfindung betrifft, und kann Vor- und Nachteile abwägen.

 Schnelle Realisierung bei verlässlicher Kostensicherheit

Die Auswahl des richtigen Basis-Shops hat selbstverständlich nicht nur endkundenspezifische Bedeutung, sondern spielt auch in der Prozess- und Finanzplanung eine wichtige Rolle. Kurz gesagt: Der optimale Basis-Shop spart Zeit und Geld. Es kommt hierbei gar nicht so sehr auf das hundertste Feature an, sondern darauf, dass die relevanten Features schnell und performant nutzbar sind und eigene Features einfach ergänzt werden können. Das Gleiche gilt für Updates und neue Features durch den Hersteller: Sind diese leicht zu adaptieren, geht alles flink – ansonsten kosten sie Zeit und verursachen Zusatzkosten.

Langfristig ist es wichtig, auf einem modernen und soliden Fundament aufzubauen. Kann der Basis-Shop dies nicht bieten, muss man unter Umständen mit hohem Aufwand nachbessern.

Dann kann es günstiger sein, ein komplett eigenes Frontend nach den eigenen Bedürfnissen zu entwickeln. Dadurch ist maximale Individualität gegeben und Performance-Optimierungen sowie die neuesten JavaScript-Technologien können problemlos implementiert werden. Aber Vorsicht: In der Regel ist es dann schwieriger, neue Funktionen des Herstellers wieder zu aktivieren.

Zumindest im B2C-Bereich gilt also: Der vom Shop-Hersteller gelieferte Basis-Shop legt auch das Fundament für den Erfolg. Ohne ein modernes und gut erweiterbares Shop-System benötigt man ein komplett eigenes neues Frontend, dessen Implementierung zumeist mit höheren Kosten und längerer Projektlaufzeit verbunden ist. Also besser gleich sich die Zeit für den Entscheidungsprozess nehmen und den individuell am besten geeigneten Basis-Shop mit maximaler Performance auswählen.

Performance beeinflusst die Conversion ganz unmittelbar

Eine besondere Herausforderung aller Basis-Shops: Es sollen alle Funktionen gezeigt werden, auch wenn im eigenen Shop nur ein Teil davon benötigt wird. Die Kunst liegt in der optimalen Konfiguration – die Features müssen vorhanden, längst aber nicht alle aktiv sein. Ansonsten wird die Performance negativ beeinflusst und die Conversion Rate sinkt. Denn dass die Performance die Conversion unmittelbar im Shop beeinflusst, zeigt nicht nur unsere Erfahrung, sondern ist mittlerweile Common Sense. Bei langen Ladezeiten kommt es garantiert zum Verlust von Conversion – und damit zum Verlust von Umsatz.

 

Frage: Mit welchen vertrauensbildenen Maßnahmen lässt sich die Conversion Rate optimieren?

 

Als Faustregel gilt, dass insbesondere folgende Seiten maximale Schnelligkeit im Aufbau gewährleisten sollten: Der Zugriff auf die Homepage muss selbstverständlich schnellstmöglich erfolgen, daneben dulden vor allem die Kategorie-Hauptseiten, die Suchfunktion sowie die Produktdetailseiten und der Check-out keine Verzögerungen. Einzig im Bereich „Mein Konto“ sind aktuell auch langsamere Ladezeiten vertretbar und werden in Kauf genommen – hier ist die Bindung des Kunden an seine „persönlichen Seiten“ bereits aufgebaut, so dass er mehr Geduld aufbringt.

Kann der Basis-Shop eine hohe Performance liefern, wird man dann noch obendrein belohnt: Eine schnelle Ausführungsgeschwindigkeit sorgt auch für bessere Auffindbarkeitsergebnisse bei Google, da sie in das Ranking mit einfließt.

Auch im B2B-Sektor steigt die Bedeutung einer optimierten Performance, da sich moderne B2B-Shops zunehmend an den erfolgreichen B2C-Leuchttürmen orientieren. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis auch im Geschäftskunden-Bereich die beschriebenen Parameter allgemeine Gültigkeit erlangen.

Fazit: Je besser die Performance im Basis-Shop, desto zufriedener die Kunden

Wer zufriedene Online-Kunden haben möchte, sorgt für einen modernen, hochperformanten Basis-Shop und baut darauf seine E-Commerce-Strategie auf. Wir können immer wieder nur dazu raten, sich für den Entscheidungsprozess im Blick auf den „richtigen“ Basis-Shop ausreichend Zeit zu nehmen, Anbieter zu vergleichen und Referenzen zu berücksichtigen. Denn eine zu schnelle Entscheidung kann letztlich Geld und Zeit kosten. Die wohldurchdachte „richtige“ Entscheidung für einen Basis-Shop, der das individuelle Anforderungsprofil erfüllt, spart langfristig gesehen beides – und schont dazu noch Ihre Nerven.

 Stefan Grieben ist COO von Novomind in Hamburg. Er studierte Wirtschaftsinformatik und begann im Jahr 2000 bei Novomind  als Software-Entwickler zu arbeiten. Seit  2006 ist er Mitglied der Novomind-Geschäftsleitung, seit Januar 2012 im Vorstand.

(jm)

Dieser Beitrag erschien erstmals im e-commerce Magazin Ausgabe 3/2016

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