Forensic Fintech – Innovatives Start-up spürt gefälschte E-Commerce-Webseiten auf

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Für Banken und Kreditkartenanbieter haben sich betrügerische E-Commerce-Webseiten in den vergangenen Jahren zu einem ernstzunehmenden Problem entwickelt. Der australische Fintech-Unternehmer, Terence Chau, (im Bild) hat nun eine Software entwickelt, die verdächtige Webseiten aufspüren soll, die sich häufig hinter täuschend echt aussehenden Webseiten verbergen. Nach zwei Finanzierungsrunden ist das Unternehmen mittlerweile ein wachsendes globales Unternehmen mit Hauptsitz in Hongkong.
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Für Banken und Kreditkartenanbieter haben sich betrügerische E-Commerce-Webseiten in den vergangenen Jahren zu einem ernstzunehmenden Problem entwickelt. Der australische Fintech-Unternehmer, Terence Chau (im Bild), hat nun eine Software entwickelt, die verdächtige Webseiten aufspüren soll, die sich häufig hinter täuschend echt aussehenden Webseiten verbergen. Nach zwei Finanzierungsrunden ist das Unternehmen mittlerweile ein wachsendes globales Unternehmen mit Hauptsitz in Hongkong.

Chau gründete Austreme International Ltd., ein  Datentechnologie-Unternehmen für den internationalen Zahlungsverkehr, 2011 in Sidney. Zuvor arbeitete er für die US-amerikanische Start-up-Community im Bereich Sicherheit, Risikomanagement und Compliance und entwickelte anschließend das ursprüngliche Software-System Austreme, das sich mittlerweile in seiner dritten und von Jahr zu Jahr verbesserten Auflage befindet.

Mit der Zunahme des elektronischen Geschäftsverkehrs wuchs auch das Risiko für Banken, die sich durch unwissentliche Zusammenarbeit mit illegalen Unternehmen sowohl mit hohen Geldstrafen als auch Reputationsschäden konfrontiert sahen. Das Problem verstärkte sich so sehr, dass die Banken eine weitere Zusammenarbeit mit Online-Händlern in Frage stellten, erzählt Chau.

Eine Lösung wird gefunden

Da dem Unternehmer zum damaligen Zeitpunkt kein geeignetes System auf dem Markt bekannt war, entwickelte Chau seine eigene Erkennungssoftware für das sogenannte Transaction Laundering. Mit finanzieller Unterstützung eines Business Angel aus Peking brachte er die Software Austreme auf den Markt. „Mit diesem Programm waren und sind wir bis heute marktführend“, so Chau.

Bei einer zweiten Finanzierungsrunde im August 2015 erhielt das Unternehmen von dem in Hongkong gelisteten Unternehmen Intime Retail (Group), einem Tochterunternehmen von Alibaba, finanzielle Unterstützung in Höhe von 6,3 Millionen USD. Dies ermöglichte dem schnell wachsenden und profitablen Unternehmen die Expansion ins Ausland.

„Zwei Jahre lang wollten wir nach Hongkong expandieren“, erzählt Chau, der die Metropole als ideale Plattform für den Eintritt in den globalen Fintech-Markt sieht. Den florierenden Online-Markt des chinesischen Festlandes in unmittelbarer Nähe, eine ideale geografische Lage und der weitverbreitete Gebrauch von Englisch und Mandarin waren die Gründe, die Hongkong im vergangenen April zum regionalen Hauptquartier von Austreme machten.

Heute werden fast 17 Millionen Webseiten in der Austreme-Datenbank forensisch überprüft. Verdächtige Aktivitäten einschließlich Phishing, Malware, gefälschte Transaktionen und illegale Geschäfte werden den betroffenen Kunden gemeldet, zu denen seriöse Onlinehändler, Zahlungsdienstleister, Banken und internationale Kreditkarten-Gesellschaften gehören.

“Austreme” spürt verdächtige Webseiten auf und soll das Risiko für Banken und Kreditkartenanbieter bei ihrer Zusammenarbeit mit Online-Händlern senken. Foto: Firma

 

„Im vergangenen Jahr werteten wir Statistiken von 8,6 Millionen Webseiten, die wir untersucht hatten, aus und ermittelten die ´schädlichsten´ Kategorien, zu denen illegales Glücksspiel, Drogen, Pornografie, Tabak sowie gefälschte Produkte gehören“, erzählt Chau. Die Untersuchungen zeigten, dass 0,3 Prozent von ihnen Malware oder Phishing auf ihren Webseiten eingebettet hatten, während sich hinter etwa 39 Prozent eine unautorisierte Seite verbarg. Insgesamt fielen rund 70.000 Webseiten in Hochrisiko-Kategorien, so Chau. Die Statistiken sollen nun jährlich auf der Unternehmenswebsite von Austreme veröffentlicht werden.

Als registrierter Dienstleister im Händler-Monitoring für MasterCard bietet Austreme Banken, Zahlungsportalen, multinationalen Unternehmen und Luxusmarken aus aller Welt Händler-Monitoring sowie Erkennungs-Services für Transaction Laundering. Das Unternehmen hat inzwischen Kunden auf dem chinesischen Festland, in Hongkong, Südkorea, Japan, Singapur, Israel, den Niederlanden und den Vereinigten Staaten. Laut Angaben des Unternehmers erzielt Austreme bereits seit seinem zweiten Betriebsjahr Gewinn und wächst jährlich um rund 80 bis 100 Prozent. Der im April eröffnete regionale Hauptsitz wird nicht nur den Anforderungen der Hongkonger Kunden gerecht, sondern soll auch die geplanten Büros auf dem chinesischen Festland, in den Vereinigten Staaten und Europa unterstützen.

Demnächst wird auch Chau nach Hongkong ziehen, um den globalen Betrieb besser überblicken zu können. Zudem soll Hongkong Kompetenzzentrum für Recruiting-Prozesse und Fortbildungen von spezialisierten Big Data-Analytikern von Austreme werden.

„Hongkong ist sehr gut mit der globalen Finanzwelt verbunden und spielt deshalb eine entscheidende Rolle bei der Finanzmarktreform des chinesischen Festlands. Außerdem besitzt die Metropole einen großen Vorteil, wenn es um die umfangreiche Anpassung von Internet-Transaktionen in den verschiedensten Branchen geht. Dieser Vorteil hilft unserem Unternehmen sehr, um unseren Kunden auf der ganzen Welt die modernsten Lösungen für die Bereiche Sicherheit, Risikomanagement, Compliance und Betrugsmanagement zu präsentieren. Diese werden für Kreditkarten-Transaktionen und damit verbundene Verfahren dringend benötigt“, so Chau.

(jm)

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