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Der eine hat eine clevere Startup-Idee, der andere will seinen bestehenden Shop ausbauen - Gründe, warum eine Kapitalspritze notwendig ist, gibt es viele. Doch wie motiviert man VC-Geber, zu investieren? Wir haben nachgefragt.
Geld

Der eine hat eine clevere Startup-Idee, der andere will seinen bestehenden Shop ausbauen – Gründe, warum eine Kapitalspritze notwendig ist, gibt es viele. Doch wie motiviert man VC-Geber, zu investieren? Wir haben nachgefragt.

 

Ecm: Wie lassen Sie sich am ehesten überzeugen, in ein Startup zu investieren?

 

Astutia-Management:  Selbstverständlich bedarf es grundsätzlich zunächst einer innovativen, skalierbaren Geschäftsidee die in unseren Augen Erfolgspotential aufweist und sich von bereits bestehenden Konkurrenten abhebt. Daneben sind es die Gründer selbst, die uns von Ihrem Vorhaben und vor allem auch von sich überzeugen müssen. In unseren Augen steht und fällt das Schicksal eines jungen Unternehmens mit engagierten, inspirierten und qualifizierten Gründern. Was bei einer Immobile die Lage ist, sind für uns hier bei Astutia die drei M‘s: Management, Management und Management.

Prof. Dr. Christoph von Einem (Arqis): Wenn die Gründer innerhalb von 5 Minuten ihr Geschäftskonzept erklären können und dabei auch deutlich wird, dass das Team für seine Idee brennt.

Thies Sander (Project A): Natürlich muss grundsätzlich eine Geschäftsmöglichkeit gegeben sein. Das entsprechende Geschäftsmodell muss das Potenzial aufweisen, zu einem nachhaltigen Unternehmen mit ausreichender Größe heranzuwachsen. Hier spielen Faktoren wie Marktgröße, Wettbewerber und die strukturelle Profitabilität des Kerngeschäfts eine gewichtige Rolle. Der zweite, aber durchaus nicht minder relevante, Parameter ist das Team hinter einem Startup. Wir investieren ausschließlich in sogenannte „founder-led businesses“.  Die Gründer müssen uns davon überzeugen, dass sie dazu in der Lage sind, das Unternehmen aufzubauen und zu skalieren, ein entsprechendes Team zusammenzustellen, Kunden zu gewinnen und natürlich ein qualitativ hochwertiges Produkt zu entwickeln.

Roger Bendisch (IBB Beteiligungsgesellschaft): Unsere Kriterien für eine Investition sind ein gutes Team, ein interessanter Markt, ein hoher  USP und gute private Co-Investoren.

 

Thies Sander ist Mitgründer und Geschäftsführer von Project A Ventures und verantwortet dort die Bereiche Investor Relations, Investment Operations und Portfolio Management. Project A hat in den letzten Jahren aktiv zum Aufbau erfolgreicher Unternehmen wie Treatwell, nu3, Eyeota, evino, WorldRemit, Catawiki und Tictail beigetragen.

 

Ecm: Was wäre für Sie ein absolutes KO-Kriterium, um in ein Unternehmen nicht zu investieren?

Thies Sander (Project A): Es gibt natürlich viele Gründe, nicht in ein Startup zu investieren. Wenn die zuvor genannten Punkte nicht gegeben sind, ist das auf jeden Fall ein Ausschlusskriterium. Zudem sollten die Gründer noch relevante Beteiligungen an ihrem Unternehmen haben. Hinzu kommt außerdem, dass wir einen bestimmten Investmentfokus haben und nur in digitale Geschäftsmodelle investieren. Dadurch werden die potenziellen Investitionsmöglichkeiten natürlich schon mal stark eingegrenzt.

Prof. Dr. Christoph von Einem (Arqis): Es ist schwer an den Erfolg des Unternehmens zu glauben, wenn dahinter nur eine One-Man-Show steht. Andersherum ist es auch ein KO-Kriterium, wenn der Investorenkreis aus 20 Business Angels besteht. Dann wird es zu schwierig, einen Konsens über strategische Fragen zu finden.

 

Prof. Dr. Christoph von Einem ist Business Angel und Partner der Wirtschaftskanzlei ARQIS, die regelmäßig Investoren und Start-ups berät zu Gründung, Finanzierung und Exit – Mandanten sind zum Beispiel Bayern Kapitel und das Barbecue-Saucen-Startup Macandoo.  ARQIS berät börsennotierte Gesellschaften, Tochtergesellschaften multinationaler Konzerne und mittelständische Unternehmen sowie Finanzinvestoren.

 

Roger Bendisch (IBB Beteiligungsgesellschaft): Ein Nischenmarkt und viele Wettbewerber schrecken uns ab.

Astutia Management: Ein wichtiges Ausschlusskriterium für uns ist definitiv der gesellschaftsrechtliche Aspekt. Bei der Auswahl unserer Investments berücksichtigen wir aus Gründen der Rechtssicherheit nur nach deutschem Recht eingetragene Kapitalgesellschaften.

Ecm: Wieviel Zeit geben Sie einem Startup, um sich zu amortisieren?

Astutia Management: Diese Frage lässt sich so nicht beantworten. Die Amortisationszeit hängt dafür zu stark vom jeweiligen Geschäftsmodell und der Höhe der benötigten Investitionen ab. Für uns im Vordergrund steht die Generierung von Umsätzen aus operativer Geschäftstätigkeit, da der Wert des Unternehmens und damit auch der Wert unserer Beteiligung von diesen bestimmt wird.

Roger Bendisch (IBB Beteiligungsgesellschaft): In der Regel bleiben wir 5-7 Jahre an Bord der Start-ups.

Thies Sander (Project A): Als Venture Capital-Fonds sind wir ein exit-orientierter Investor. Eine Amortisierung findet für uns nicht über Dividendenzahlung statt, sondern über den erfolgreichen Verkauf unserer Beteiligungen. Im Hinblick auf die Halteperioden unterliegen wir der Fondslaufzeit. Die durchschnittliche Haltedauer beträgt bei uns fünf bis sieben Jahre.

Prof. Dr. Christoph von Einem (Arqis):  Das lässt sich pauschal nicht beantworten, weil es ganz auf das Geschäftsmodell ankommt. Aber ganz allgemein gibt es nur einen Punkt, der bei jedem Startup aus meiner Sicht nach spätestens anderthalb Jahren sichtbar werden muss: Will der Markt das Produkt überhaupt haben?

Ecm: Können Sie Ihre erfolgreichste Investition nennen?

Astutia Management: Wir bitten um Verständnis, dass wir diesbezüglich keine konkreten Performancezahlen preisgeben möchten. Jedoch können wir Ihnen insofern Auskunft geben, als dass wir in den vergangenen Jahren einige recht erfolgreiche Exits zu verzeichnen hatten, darunter Firmen wie Amorelie, Mr. Spex, Dreamlines, Flaconi und Fashionette.

Roger Bendisch (IBB Beteiligungsgesellschaft): Thermondo GmbH, Tausendkind GmbH

Prof. Dr. Christoph von Einem (Arqis): Am erfolgreichsten habe ich in inge watertechnologies AG investiert, einen Anbieter von Ultrafiltrationstechnik zur Aufbereitung von z.B. Trinkwasser. Das war 2001. Zehn Jahre später erfolgte der Verkauf des Unternehmens an die BASF und ich erhielt mehr als das 20-fache von meinem investierten Kapital. In der Zwischenzeit war das Unternehmen allerdings zwei Mal fast insolvent.

Thies Sander (Project A): Zwei Erfolgsbeispiele wäre die Exits der Unternehmen Tirendo und Treatwell. Aber als Frühphaseninvestor haben wir natürlich noch viele weitere interessante Firmen im Portfolio, die noch mitten in der Entwicklung stecken.

Ecm: Weswegen benötigen bestehende Onlinehändler am ehesten Geld von Ihnen?

Prof. Dr. Christoph von Einem (Arqis): Bestehende Händler werden es definitiv schwer haben mich für ein Investment zu gewinnen. Wenn sich nämlich im 1. Jahr nicht eine nachhaltige Kundennachfrage gezeigt hat, ist eine weitere Investition meist vergebens oder es bedarf so vieler Millionen, die ein Business Angel nicht aufbringen kann – als Beispiel sei Zalando zu sehen.

Roger Bendisch (IBB Beteiligungsgesellschaft): Für das Wachstum benötigen bestehende e-Commerce Unternehmen weiteres Venture Capital.

 

Bernd Schrüfer ist im Management von Astutia. Als inhabergeführte, unabhängige Beteiligungsgesellschaft investiert Astutia seit nunmehr zehn Jahren in innovative Unternehmen mit herausragendem Wachstumspotenzial, schwerpunktmäßig in den Bereichen Internet und Digitale Medien. Gründern und Unternehmen in der frühen Wachstumsphase bieten wir Venture Capital, ein hochkarätiges, internationales Netzwerk und branchenübergreifendes Know-How für eine erfolgreiche Entwicklung.

 

Thies Sander (Project A): Als operativer VC unterstützen wir unsere Portfoliounternehmen natürlich nicht nur finanziell, sondern helfen auch beim Aufbau von Kompetenzen und der notwendigen Infrastruktur. Wir haben Teams in den Bereichen IT & Product, Business Intelligence, Online Marketing und Organisationsaufbau, die unsere Ventures auf individueller Basis unterstützen. Hier haben natürlich auch bestehende Onlinehändler oftmals Bedarf bzw. können von unserem Erfahrungsschatz profitieren. Generell investieren wir nur in bestehende Unternehmen, wenn wir diesen auch operativ einen Mehrwert bieten können.

Astutia Management:  Oftmals fehlt es bestehenden Unternehmen an Reichweite. Daher benötigen sie weitere Investitionen um vor allem ihre Marketingkanäle auszubauen.

Ecm: Was wäre für Sie ein absolutes KO-Kriterium, um in ein Unternehmen nicht zu investieren?

Astutia Management: Das Fehlen von Traction.

Thies Sander (Project A): Hier gelten sicherlich die gleichen Gründe, die ich oben schon genannt habe. Hinzu kommt, dass wir als Frühphaseninvestor nur in Unternehmen bis zur Series A-Phase investieren. Weiter fortgeschrittene Unternehmen fallen i.d.R. aus dem Raster, außer wir können operativ einen signifikanten Mehrwert bieten.

Autor: Dunja Koelwel

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