Future Retail: Hybride und virtuelle Storekonzepte in Zeiten des Lockdowns

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Future Retail: Hybride und virtuelle Storekonzepte in Zeiten des Lockdowns

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Nicht erst in Zeiten des Lockdowns erfahren Shopping-Möglichkeiten im World Wide Web zunehmende Beliebtheit. Geschlossene Geschäfte fördern den Impuls, digitale Auswahl gewinnt gegen analoge Ernüchterung. Der Schlüssel zur stationären Reinkarnation liegt in der Symbiose aus beiden Welten: Virtuelle und Reale vereinen sich zum hybriden Store-Konzept.
Future Retail: Hybride und virtuelle Storekonzepte als Lösung

Der stationäre Einzelhandel steht unter Handlungszwang: Altbekannte Konzepte bieten keinen Mehrwert mehr für potentielle Kundschaft. Statt auf Besonderheit zu setzen, warten Geschäfte in Fußgängerzone und Co. mit überfüllten Regalen und Tischen voller Sonderangebote auf. Quantität weicht Qualität. Die Folge: Konsumenten fühlen sich erschlagen, die Reizüberflutung verwandelt sich in Unwohlsein, die Persönlichkeitsentfaltung bleibt auf der Strecke. Das analoge Storeschema braucht Veränderung und zwar eine hybride: Flanieren im On-Offline-Store, dem Future Retail. Virtuelle Shopping-Features kombiniert mit analogen Living-Elementen zum Entspannen bieten einzigartige Erlebnisse ohne Gefahr, Kunden mit einem Überangebot zu verjagen. 

Future Retail: Virtuelle Shoppingtour

Dass Onlineshops neue Türen für stationäre Einzelhändler öffnen, beweist bereits das bekannte Markenlabel Tommy Hilfiger im Jahre 2004. Dem ersten Flagship-Store in München folgen bald digitaler Marktplatz sowie steigender Umsatz. Doch 2004 ist das Bewusstsein der Shopper noch ein anderes. Wo heute Online-Bestellungen zum Alltag gehören, stehen der neuen Online-Welt damals skeptische Analogbummler gegenüber. Aber das blaurotweiße Label weiß sich zu helfen und verbindet das Alte mit dem Neuen: Statt unbekannter Einkaufssphäre spiegelt der Online-Store bekannte Ladenkonzeption wider. Hilfiger-Fans fühlen sich abgeholt und wohl auf der neuen Shoppingebene, den beliebten Modemacher freuen erhöhte Verkaufszahlen. Ein Meilenstein, der den Weg ebnet für digitale Marketplaces. 

Aus dem Web in die Fußgängerzone

Konträr verläuft die Erfolgsroute des Kölner Rucksack- und Taschenherstellers Wind & Vibes. Die Online-Marke trendet und nutzt den Wind unter den Flügeln für den Schritt in die reale Welt. Ausgestattet mit einem modernen und lockeren Indesign, setzt der analoge Laden die Produkte gekonnt in Szene. Doch auch hier gilt: Keine überladenen Regale, keine Reizüberflutung. Ausgewählte Stücke wecken die Neugier der Kunden. Digitale Features laden zum Verweilen ein und verleihen dem Shoppingerlebnis ein innovatives Update. Screens projizieren Konsumenten ausgewählte Accessoires auf Rücken und Schulter und ermöglichen Rückansichten, ohne sich zu verbiegen. Inszenierte Hashtag-Ecken und Fotowände sorgen für ein kreatives Umfeld und bieten Kundengenerierung per Social Sharing. Wie Wind & Vibes begreifen auch andere Händler langsam, dass eindimensionale Verkaufsflächen Konsumenten kaum noch Anreize geben, diese zu betreten. Reale Schnittstellen zwischen Unternehmen und Konsumenten verlagern sich in digitale Räume, Online-Geschäfte nehmen Kurs auf den stationären Verkaufsweg. Was sich nach und nach herauskristallisiert? Nicht der reine Online-, nicht der rein stationäre Laden bieten das optimale Kauferlebnis. Die Mischung macht’s, nämlich hybrid.

Projekt Lux 11 in Berlin

Innovative Online-Features treffen auf altbewährte Verkaufslandschaft: Gekoppelt mit dem Smartphone der Kunden heißen personalisierte Welcome-Screens Neuankömmlinge im Hybrid-Store willkommen. Der Algorithmus zeigt Angebote abgestimmt auf Vorlieben und Bedarf. Statt beengter Auslage zieren einzelne Highlights flexible Shelves. Virtuell aufbereitet präsentieren sich weitere Designerstücke im Online-Katalog in vielfältiger Auswahl. Berater führen durch Musterkollektionen, real als auch virtuell im heimischen Wohnzimmer. Anproben erfolgen bequem im Virtual-Fitting-Room, wo Shoppingfans Lieblingsprodukte digital im Magic Mirror beäugen. Gefällt der Blick in den digirealen Spiegel, erhalten Kunden einen Beleg an der Ladentheke und im Tausch ihr Produkt über den Versandweg. Zwischendurch einen Kaffee oder ein kulinarisches Menü nehmen Storebesucher im integrierten Restaurant mit regionaler Küche zu sich. Ein Fitnessstudio lädt zu Bewegung, Living Lounges zum Entspannen ein. Nach dem Motto „Be a bartender“ probieren sich Interessierte als Cocktailmixer, kosten Produkte und bestellen per Click im Onlineshop. Merchandising stärkt die Kundenbeziehung, fördert die Markenbekanntheit und rundet den abenteuerlichen Besuch ab. Auf 2.000 Quadratmetern bietet der Store mietbare Medien- und Verkaufsfläche für Bereiche wie Fashion, Beauty und Lifestyle. Dabei verändern sich Erscheinungsbild und Stimmung durch stetig wechselnde Produkte, passend zur Jahreszeit. Trendaffine behalten stets neue Must-haves im Blick und erleben eine Shoppingtour der Superlative – Wiedersehen macht Freude! Der Store im hybriden Konzept öffnet seine Türen am 3. April 2021 im Lux 11 in Berlin. So schön kann Future Retail sein.

Sebastian RetzQuelle: Sebastian Retz

Über den Autor Sebastian Retz
Sebastian Retz arbeitet seit 20 Jahren als selbstständiger Architekt für Business- und Markenprojekte. Als Geschäftsführer von sebastianretz, BrandOn! und Mehrwert X Labs, als Partner von Intertrade.Digital, als Kreativ-Director von Hörger sowie als Chief Creative Officer von Mavis bietet er Marken jedweder Couleur eine Inszenierung tailormade. Retz entwarf bereits reale, hybride und digitale Leuchtturmprojekte für namhafte Unternehmen wie Tommy Hilfiger oder Mercedes-Benz und teilte seine Expertise Interessierten in verschiedenen Fernsehformaten mit. Weitere Informationen unter www.sebastianretz.com

Lesen Sie auch: Multichannel: Wie stationärer und digitaler Handel miteinander verschmelzen

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