Gesucht und gefunden: Raubkopien auf Sharehostern

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Gesucht und gefunden: Raubkopien auf Sharehostern

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Ob Filme, TV-Serien oder Musik – neben legalen Angeboten findet man im Internet auch zahlreiche illegale, die über einschlägige Portale und Netzwerke verbreitet werden. Eine wesentliche Rolle im Bereich der Internetpiraterie spielen dabei Sharehoster, über die Nutzer große Dateien up- und downloaden können. Diese Internet-Dienstanbieter werden fast ausschließlich (zu 96,6 Prozent) für den illegalen Datenaustausch von urheberrechtlich geschützten Inhalten genutzt. Dies belegt eine aktuelle Studie im Auftrag des Video- und Medienfachhandels mit Unterstützung von Verbänden aus der Filmwirtschaft, die von GfK und der auf Markenschutz spezialisierten Firma OpSec Security erstellt wurde. In der Untersuchung wurde erstmals repräsentativ für die Internetuser in Deutschland sowohl die quantitative als auch qualitative Nutzung von Sharehostern analysiert.

Sharehoster werden intensiv und parallel genutzt

In der aktuellen Studie wurde mittels des GfK Media Efficiency Panels, mit dem das private Online-Nutzungsverhalten zu Hause von 15.000 Haushalten personenbezogen und kontinuierlich gemessen wird, das Nutzungsverhalten bei Sharehostern quantitativ untersucht. Dazu wurden die im 2. Quartal 2012 am häufigsten genutzten drei Sharehoster uploaded.to bzw. uploaded.net, rapidshare.com und share-online.biz analysiert, die 2012 laut Hochrechnung insgesamt 7.883.608 Unique User hatten. Laut GfK-Berechnung haben somit 16,1 Prozent der privaten deutschen Internetnutzer im vergangenen Jahr mindestens einen der untersuchten Sharehoster genutzt, im Untersuchungszeitraum August 2012 waren es 3,2 Prozent. Mit Nutzung ist der Aufruf einer Unterseite des Sharehosters gemeint, über die eine gespeicherte Datei herunter geladen werden kann.

Sharehoster werden jedoch nicht nur von einer großen Anzahl von Internetusern genutzt, sondern sie werden auch sehr intensiv in Anspruch genommen. So wurden für 60 Prozent der User im Erhebungszeitraum mehr als eine Nutzungssession ermittelt. Eine Session ist dabei als Aufeinanderfolge von Page Impressions (Seitenaufrufen) definiert, die mit dem ersten Seitenaufruf beginnt und dann endet, wenn innerhalb von 30 Minuten keine neuen Seitenaufrufe generiert werden. Zudem werden Sharehoster in starkem Maße parallel genutzt. Nahezu jeder zweite User (43 Prozent) nutzte im August 2012 mehr als einen Sharehoster, jeder sechste Nutzer hat sogar alle drei untersuchten Sharehoster genutzt. Auffällig ist die Altersstruktur der Sharehoster-Nutzer im Vergleich zur Online-Bevölkerung ab sechs Jahren im Jahr 2012. So sind über die Hälfte der Sharehoster-Nutzer zwischen 18 und 39 Jahre. In der gesamten Online-Bevölkerung gehören dieser Altersgruppe jedoch lediglich 36 Prozent an. Abgesehen davon, zeigt dieses Ergebnis aber auch, dass sich unter den Hauptnutzern von Sharehostern in erster Linie Erwachsene und weniger Kinder und Jugendliche befinden.

Sharehoster werden vorwiegend illegal genutzt

Die Studie enthält neben der quantitativen Analyse auch eine qualitative, die von OpSec durchgeführt wurde. Ziel dieser Untersuchung war es, nachzuvollziehen, welche Inhalte Nutzer suchten und wo sie diese gefunden haben. Anhand der genauen Analyse der Nutzungssessions ermittelten die Markenschutzexperten von OpSec, an welchen Inhalten die User interessiert waren, und, ob es sich bei den gesuchten Dateien um legale oder illegale Inhalte handelte. Zentrales Ergebnis dieser Auswertung ist, dass Sharehoster in erster Linie illegal genutzt werden. Auf Basis der bekannten Nutzungen konnten 96,6 Prozent der analysierten Sessions als illegal eingestuft werden. Dies bedeutet, dass es sich bei der großen Mehrheit der gesuchten Inhalte um urheberrechtlich geschützte Medieninhalte handelt, die auf dem Hoster liegen und deren Detaillinks auf Piraterie-Portalen veröffentlicht wurden. Eine Kategorisierung der Inhalte nach ihrer Medienart ergab, dass es sich bei mehr als 50 Prozent der illegalen Inhalte um Spielfilme und TV-Filme/TV-Serien handelt.

„Diese alarmierenden Ergebnisse zeigen das enorme Ausmaß der Internetpiraterie nur allein über die Nutzung von Sharehostern und wie wichtig es auch in Zukunft ist, dass Rechteinhaber und Politik konsequent gegen die illegale Verbreitung und Nutzung geschützter Werke vorgehen“, so Jörg Weinrich, Geschäftsführender Vorstand des Interessenverbands des Video- und Medienfachhandels in Deutschland.

Allein im vergangenen Jahr wurde von OpSec im Auftrag der Rechteinhaber und der Filmförderungsanstalt, Berlin die Löschung von rund 300.000 illegalen Dateien bei den drei in der Studie untersuchten Sharehostern uploaded.to bzw. uploaded.net, rapidshare.com und share-online.biz veranlasst.

Sharehoster sind Internet-Dienstanbieter, die auf ihren Plattformen den Up- und Download von großen Dateien durch unterschiedliche Nutzer ermöglichen. Der User lädt eine Datei über einen Browser auf die Webseite eines Sharehosters hoch und erhält einen Link, der auf seine Datei verweist. Die Nutzer verbreiten die Links über einschlägige Portalseiten, Blogs und Foren. Die Datei wird über einen entsprechenden Link auf die Festplatte des Nutzers downgeloaded. Sharehoster finanzieren sich in der Regel durch Werbung sowie durch kostenpflichtige Premium-Dienste, über die Nutzer einen bevorzugten Zugang zu den Inhalten auf der jeweiligen Plattform erhalten.

 

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