GfK-Konsumklimastudie für Deutschland: Abwärtstrend vorerst gestoppt

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Die Stimmung bei den Verbrauchern ist im Oktober wieder leicht gestiegen. Das Konsumklima stoppt somit seinen Abwärtstrend. Für November prognostiziert der Gesamtindikator 8,5 Punkte nach revidiert 8,4 Punkten im Oktober. Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung legen etwas zu, während sich die Konjunkturerwartung kaum verändert. Im Oktober zeigen sich die deutschen Verbraucher offenbar weniger beeindruckt von der anhaltend angespannten geopolitischen Lage und der damit einhergehenden konjunkturellen Abkühlung als noch im Monat zuvor. Sowohl die Einkommensaussichten als auch die Konsumneigung legen nach zuletzt moderaten Rückgängen aktuell wieder zu und behaupten ihr ohnehin sehr gutes Niveau. Die Konjunkturerwartung stoppt ihren Absturz und zeigt sich gegenüber September nahezu unverändert.

Konjunkturerwartung: Rückgang gestoppt

Nachdem die Konjunkturerwartung in den beiden letzten Monaten drastisch eingebrochen war, stabilisiert sie sich im Oktober wieder. Gegenüber dem Vormonat zeigt sie sich mit einem Minus von 0,1 Punkten nahezu unverändert. Aktuell weist der Indikator 4,3 Zähler auf und liegt damit weiter über seinem langjährigen Durchschnittswert von null Punkten. Damit trotzen die Konjunkturaussichten der Verbraucher den zuletzt spürbar schwächer gewordenen Wirtschaftsdaten. Wirtschaftsforschungsinstitute, aber auch die Bundesregierung hatten in den letzten Wochen ihre Wachstumsprognosen  für Deutschland auf breiter Front zurückgenommen. So geht die deutsche Regierung in ihrer aktuellen Prognose davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr nur noch um 1,3 Prozent zunehmen wird, im kommenden Jahr um 1,2 Prozent. Im Frühjahr ging sie noch von jeweils knapp 2 Prozent aus. 

Der gesunkene Optimismus wird vor allem mit den internationalen Krisenherden begründet. Der Konflikt der Ukraine mit Russland, die Zuspitzung der Lage in Syrien und dem Irak sowie die Ebola-Epidemie in Westafrika sorgen für Verunsicherung und dämpfen damit die wirtschaftliche Dynamik.

Einkommenserwartung legt wieder zu

Nachdem die Einkommenserwartung zweimal hintereinander an Punkten verloren hatte, kann sie sich im Oktober wieder verbessern. Nach einem Plus von 3,5 Zählern verzeichnet der Indikator nun 46,9 Punkte. Er liegt damit deutlich über Vorjahresniveau und bestätigt sein exzellentes Niveau.

Die überaus optimistischen Einkommensaussichten gehen, wie auch in den vergangenen Monaten, vor allem auf die überaus stabilen Verhältnisse auf dem deutschen Arbeitsmarkt zurück. Und dies scheint vorerst auch so zu bleiben. Trotz der schwächer werdenden Konjunktur soll die Zahl der Arbeitslosen in etwa konstant bleiben, die Zahl der Erwerbstätigen dürfte sogar noch steigen und weitere Rekordwerte erreichen. Die gute Beschäftigungslage ist zudem dafür verantwortlich, dass auch die Erwerbseinkommen spürbar steigen können. In Verbindung mit einer Inflationsrate von deutlich unter 1 Prozent sorgt dies real für ein Plus im Portemonnaie. Und auch im kommenden Jahr wird die Einkommensentwicklung voraussichtlich ähnlich gut verlaufen.

Optimistische Einkommensaussichten stimulieren Konsumneigung

Von den steigenden Einkommenserwartungen kann im Oktober auch die Anschaffungsneigung profitieren. Der Indikator gewinnt 3,1 Punkte hinzu und weist nun 45,6 Zähler auf. Damit liegt er wieder leicht über seinem entsprechenden Vorjahresniveau.

Die Konsumlaune der Bundesbürger ist nach wie vor stark ausgeprägt. Stabile Beschäftigungsverhältnisse reduzieren die Angst vor einem Arbeitsplatzverlust und fördern damit die Planungssicherheit, die vor allem für größere Anschaffungen wichtig ist. Die gute Einkommenssituation der privaten Haushalte sowie das niedrige Zinsniveau stützen die Konsumneigung zusätzlich.

Konsumklima: Es geht wieder leicht nach oben

Der Gesamtindikator prognostiziert für November 2014 einen Wert von 8,5 Punkten nach revidiert 8,4 Zählern im Oktober. Damit beendet das Konsumklima seinen Abwärtstrend und kann sogar leicht zulegen.

Damit hat sich das Konsumklima – zumindest vorerst – dem Sog der konjunkturellen Abkühlung durch die zahlreichen Krisenherde entzogen. Der private Konsum kann somit auch weiterhin seine ihm zugedachte Rolle als wesentliche Stütze der Konjunktur spielen.

Sollte es jedoch zu einer weiteren Verschärfung der Lage in den Krisenregionen kommen, wird dies wohl auch für das Konsumklima zu einer Belastung werden. Vor allem ausbleibende Erfolge bei der Bekämpfung von Ebola oder eine weitere Ausbreitung der Seuche in Europa würden auch dem Konsumklima einen empfindlichen Schlag versetzen.

Zur Studie

Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX“ und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und ausführlich kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte. Die GfK-Konsumklimastudie wird seit 1980 durchgeführt.

Das Konsumklima bezieht explizit auf die gesamten privaten Konsumausgaben. Der Einzelhandel macht jedoch – je nach Abgrenzung – lediglich etwa 30 Prozent der privaten Konsumausgaben aus. Der Rest sind Dienstleistungen, Reisen, Miete, Gesundheitsdienstleistungen sowie der gesamte Wellness-Bereich.

GfK prognostiziert für das Jahr 2014 einen Anstieg des privaten Konsums von 1,5 Prozent. Auch hierbei geht es nicht um die Einzelhandelsumsätze, sondern um die gesamten Konsumausgaben der Verbraucher. Im vergangenen Jahr prognostizierte GfK einen Anstieg des privaten Konsums um 1,0 Prozent. Laut den Zahlen des Statistischen Bundesamtes ist der private Konsum im Jahr 2013 real um 0,9 Prozent gestiegen. Die GfK-Prognose war somit fast eine Punktlandung.

Die Anschaffungsneigung ist – wie alle anderen Indikatoren auch – ein Stimmungsindikator. Sie fragt, ob die Verbraucher es derzeit für ratsam halten, größere Anschaffungen zu tätigen. Selbst wenn sie dies mit „Ja“ beantworten, müssen noch zwei weitere Voraussetzungen für einen Kauf vorhanden sein: Der Verbraucher muss das nötige Geld für eine solche größere Anschaffung besitzen und auch eine Notwendigkeit für diese Anschaffung sehen. Zudem handelt es sich hier tatsächlich ausschließlich um langlebige Gebrauchsgüter, die auch ein größeres Budget erfordern.

Die Ergebnisse der Stimmungsbefragung stammen aus monatlich durchgeführten persönlichen Interviews bei etwa 2.000 Personen, die repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland sind. Dieses Befragungsinstrument unterliegt ständigen Qualitätskontrollen, vor allem auch im Hinblick auf seine Repräsentativität. Die ausgesprochen hohe Qualität dieser Erhebung zeigt sich auch daran, dass sie für Umfragen im Bereich der empirischen Rechtsforschung (z.B. Verwechslungsgefahr von Produkten) verwendet und anerkannt ist. Das heißt, die Ergebnisse haben Gutachterqualität und müssen jeweils vor Gericht standhalten.

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