GfK-Studie: Krisen beeinflussen europäische Verbraucher

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print
Die Entwicklungen in Griechenland, aber auch die Krisen und Kriege im Nahen und Mittleren Osten sowie die Flüchtlingsproblematik haben die Stimmung der Verbraucher in Europa im dritten Quartal beeinflusst. Das Konsumklima EU28 ist seit Juni um einen halben Punkt auf 10,3 Zähler gesunken. Das sind Ergebnisse des GfK Konsumklima Europa in 15 europäischen Staaten.
europa

Die Entwicklungen in Griechenland, aber auch die Krisen und Kriege im Nahen und Mittleren Osten sowie die Flüchtlingsproblematik haben die Stimmung der Verbraucher in Europa im dritten Quartal beeinflusst. Das Konsumklima EU28 ist seit Juni um einen halben Punkt auf 10,3 Zähler gesunken. Das sind Ergebnisse des GfK Konsumklima Europa in 15 europäischen Staaten.

Im Sommer beschäftigten viele verschiedene Themen die Menschen und Medien in Europa. Zunächst waren das neue Hilfspaket und die Neuwahlen in Griechenland beherrschend. Mit den hunderttausenden Flüchtlingen – vor allem aus Syrien – fanden zunehmend auch die Ursachen der Flucht starke Berücksichtigung. Im Hoch- und Spätsommer gerieten somit zunehmend die Krisen und Kriege im Nahen und Mittleren Osten stärker ins Bewusstsein der europäischen Verbraucher. Wie können die Flüchtlinge innerhalb Europas gerecht verteilt werden? Wie können sie möglichst schnell in die Gesellschaft integriert werden? Diese Fragen beherrschten die Berichterstattung in den Medien. Doch auch die Logistik sowie die Versorgung der Flüchtlinge auf ihrem Weg durch Europa wurden zunehmend zum Thema. In Deutschland beispielsweise gehen inzwischen viele Experten, aber auch Verbraucher, davon aus, dass sich die Arbeitslosigkeit ab dem nächsten Frühjahr erhöhen wird, da dann die anerkannten Flüchtlinge auf den deutschen Arbeitsmarkt strömen. Inwieweit die Integration der Flüchtlinge in den einzelnen Ländern wirtschaftliche Konsequenzen und somit Auswirkungen auf die Konsumstimmung haben wird, bleibt abzuwarten.

Insgesamt ist die Lage in den betrachteten Ländern sehr unterschiedlich. In einigen Ländern lösten eher psychologische Faktoren, wie die stärker ins Bewusstsein drängenden Krisen, eine gewisse konjunkturelle Skepsis aus. Entsprechend beurteilten viele Bürger die Konjunktur- und Einkommenserwartung sowie die Anschaffungsneigung schlechter, als es die inländischen Rahmendaten erwarten ließen. In anderen Ländern standen dagegen nach wie vor Fakten wie Wirtschaftswachstum und Arbeitslosigkeit im Vordergrund, die somit für die bessere oder schlechtere Einschätzung der Einzelindikatoren verantwortlich waren. Das Konsumklima EU28 ist seit Juni um einen halben Punkt auf 10,3 Zähler im September gesunken. Im August rutschte der Indikator sogar auf 9 Punkte ab.

Deutsche befürchten schwächere Konjunktur

Die Konjunkturerwartungen der Deutschen befinden sich auf Talfahrt. Der Indikator sank im September zum vierten Mal in Folge. Seit Juni büßte er somit 18,5 Punkte ein. Mit einem Wert von 6,4 Punkten lag der Konjunkturindikator im September aber noch immer knapp über seinem Vorjahresniveau von 4,4 Zählern.

Auch ihre Einkommensaussichten schätzten die deutschen Verbraucher weniger optimistisch ein als im Juni. Über die Sommermonate sank der Indikator um 9,5 Punkte auf aktuell 47,7 Zähler. Dennoch liegt die Einkommenserwartung nach wie vor auf einem überaus hohen Niveau. Auch im Vergleich zum Vorjahr steht noch ein Plus von 4,3 Punkten zu Buche.

Der Eintrübung der Konjunkturaussichten konnte sich auch die Anschaffungsneigung nicht entziehen. Der Indikator verlor im dritten Quartal 6,6 Punkte und ging auf 50,4 Zähler zurück. Im Vergleich zum letzten Jahr verzeichnet der Indikator noch ein Plus von 7,9 Punkten.

Frankreich: Anschaffungsneigung auf höchstem Stand seit fast 14 Jahren

Die Konjunkturerwartung der Franzosen hat sich im Sommer wieder stabilisiert. Der Indikator lag im September bei 6,1 Punkten. Das sind 0,6 Zähler mehr als im Juni. Die Franzosen gehen also von einer konstanten bis leicht steigenden Wirtschaftskraft ihres Landes aus. Vor einem Jahr – im September 2014 – verzeichnete der Indikator fast 33 Punkte weniger.

Zwar erwarten die französischen Verbraucher bislang noch keine signifikant steigenden Einkommen, der zugehörige Indikator hat sich jedoch im dritten Quartal deutlich verbessert. Er stieg um 16,6 Punkte auf -7,1 Zähler im September. Vor einem Jahr lag die Einkommenserwartung noch bei -36,4 Punkten.

Eine ähnlich positive Entwicklung zeigt sich auch bei der Anschaffungsneigung. Sie lag im September bei 8,7 Punkten und damit um fast 7 Zähler höher als im Juni. Der Indikator erreichte damit den höchsten Wert seit Dezember 2001. Damals stand er bei 17,2 Punkten.

Großbritannien: Konjunkturerwartung geht zurück

Die Briten gehen offensichtlich davon aus, dass die Wirtschaft ihres Landes in den kommenden Monaten nicht mehr so stark wachsen wird wie zuletzt. Die Konjunkturerwartung ist im dritten Quartal um 8,5 Punkte auf 11,2 Zähler gesunken. Das ist der niedrigste Wert seit Juli 2013. Vor einem Jahr lag der Indikator noch bei 24,6 Punkten.

Die Einkommenserwartung der britischen Verbraucher ist hingegen stabil geblieben. Nach leichten Schwankungen in den Sommermonaten lag der Indikator im September mit 11,9 Punkten auf exakt dem gleichen Wert wie im Juni. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist er um etwas mehr als 10 Punkte gestiegen.

Im Vergleich zu Juni ist auch die Anschaffungsneigung konstant geblieben. Sie lag im September mit 15,2 Punkten lediglich 0,6 Zähler über ihrem Vorquartalswert. Im August erreichte der Indikator allerdings mit 18,2 Punkten den höchsten Wert seit Oktober 2003. Es ist somit davon auszugehen, dass die britischen Verbraucher derzeit mehr Geld für hochwertige Produkte und Dienstleistungen ausgeben als in den letzten Monaten und Jahren.

Italiener glauben nicht an weiteren konjunkturellen Aufschwung

Die Konjunkturerwartung der italienischen Verbraucher schwankte in den Sommermonaten stark. Lag sie im Juni bei -20,2 Punkten, sackte sie im Juli auf -31,9 Zähler ab. Seitdem hat sie sich wieder erholt. Mit -15,4 Punkten lag der Indikator im September jedoch nach wie vor deutlich im negativen Bereich. Die Verbraucher rechnen offensichtlich nicht damit, dass das leichte Wirtschaftswachstum der vergangenen Monate auch weiterhin anhalten wird.

Auch ihre Einkommen werden sich nach Einschätzung der Italiener in den kommenden Monaten nicht verbessern. Mit einem aktuellen Indikatorwert von -5,2 Punkten gehen sie eher von einer weiteren leichten Verschlechterung aus. Im Juni lag der Wert bei -4,5 Zählern, vor einem Jahr – im September 2014 – bei -14,5 Punkten.

Der Indikator für die Konsumlust der Italiener konnte sich im Verlauf der Sommermonate im positiven Bereich stabilisieren. Im September lag er mit 6,9 Punkten um 1,3 Zähler höher als im Juni. Im August erreichte die Anschaffungsneigung mit 6,9 Punkten sogar den höchsten Wert seit August 2000.

Spanische Verbraucher rechnen weiterhin mit stabiler Konjunktur

Die spanischen Verbraucher gehen weiterhin von einem steigenden Wirtschaftswachstum in den nächsten Monaten aus. Zwar ist die Konjunkturerwartung seit Juni um knapp 4 Punkte auf 33,6 Zähler gefallen. Das Niveau ist jedoch nach wie vor ausgesprochen hoch. Diese Einschätzung der Verbraucher wird durch die wirtschaftliche Entwicklung durchaus unterstützt. Das Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal um 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Aufgrund der wieder guten und offensichtlich stabilen Konjunktur gehen die Spanier auch weiterhin von steigenden Einkommen aus. Das dürfte auch an der langsam, aber kontinuierlich zurückgehenden Arbeitslosigkeit liegen. Der entsprechende Indikator lag im September bei 20 Punkten. Das sind 2,5 Zähler mehr als im Juni. Im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt steht ein Plus von über 15 Punkten zu Buche.

Für Anschaffungen, die über die täglich notwendigen Dinge hinausgehen, haben die spanischen Verbraucher dennoch bisher kein Geld übrig. Die Anschaffungsneigung ist zwar im dritten Quartal um über 7 Punkte gestiegen. Mit -5,3 Zählern liegt der Indikator jedoch nach wie vor im negativen Bereich.

Portugals Einkommenserwartung steigt trotz hoher Arbeitslosenquote

Obwohl das Bruttoinlandsprodukt in Portugal im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,6 Prozentpunkte gestiegen ist, beurteilen die Verbraucher die konjunkturellen Entwicklungen verhalten. Gemessen am Juni-Wert ist die Konjunkturerwartung um 1,4 Punkte gesunken. Mit 13,8 Zählern liegt der Indikator jedoch deutlich im positiven Bereich.

Obwohl die Arbeitslosigkeit mit aktuell 12,4 Prozent nach wie vor sehr hoch ist und sich auch in den Sommermonaten nicht erholen konnte, ist die Einkommenserwartung seit Juni um 5,8 Punkte auf 6,7 Zähler gestiegen. Das ist der höchste Wert seit März 2000. Verglichen mit dem Vorjahresmonat beträgt die Steigerung sogar rund 17 Punkte.

Nach wie vor sehr niedrig ist die Anschaffungsneigung der Portugiesen. Zwar ist im Vergleich zum Juni ein leichter Anstieg um 3,2 Punkte messbar, allerdings liegt der Indikator insgesamt noch immer bei niedrigen -20,8 Zählern. Über hochwertige Anschaffungen oder Dienstleistungen, die über den täglichen Bedarf hinausgehen, können viele Verbraucher derzeit noch nicht nachdenken.

Niederländische Verbraucher halten weiterhin ihr Geld zusammen

Die Wirtschaft in den Niederlanden entwickelte sich zuletzt positiv. Die Konjunkturerwartung ging in den vergangenen drei Monaten zwar um 8,6 Punkte auf 20,8 Zähler im September zurück. Das Niveau des Indikators ist dennoch recht gut. Die Verbraucher rechnen somit auch in den kommenden Monaten mit einem deutlichen Wirtschaftswachstum.

Die Einkommenserwartung hat sich seit diesem Frühjahr kontinuierlich verbessert. Im September stand der Indikator mit 0,7 Punkten zwar nur sehr knapp über seinem langjährigen Durchschnittwert von 0 Punkten. Im Vergleich zu Juni verzeichnet er jedoch ein Plus von 6,9 Punkten, seit September letzten Jahres sogar ein Plus von knapp 10 Zählern. Trotz dieses Anstiegs rechnen die Verbraucher noch nicht mit spürbar höheren Einkommen in den nächsten Monaten.

Dementsprechend ist die Mehrheit der Niederländer nach wie vor nicht willens oder in der Lage Geld für hochwertige Produkte oder Dienstleistungen, die über den täglichen Bedarf hinausgehen, auszugeben. Die Anschaffungsneigung verzeichnete zum Ende des dritten Quartals 8,7 Punkte. Im Juni lag der Indikator mit 6,8 Zählern nur knapp darunter. Im Vergleich zum Vorjahresmonat zeigt sich jedoch ein Plus von mehr als 15 Punkten.

Konjunkturerwartung in Belgien stark eingebrochen

Trotz stabiler Wirtschaftsdaten ist die Konjunkturerwartung der belgischen Verbraucher im dritten Quartal massiv eingebrochen und um rund 22 Punkte auf -3,6 Zähler gesunken. Die bedeutet den niedrigsten Wert seit Juni 2013.

Die pessimistische Einschätzung in Bezug auf die weitere Entwicklung der Konjunktur beeinflusst auch die Einkommenserwartung. Der Indikator ist im dritten Quartal um 9,8 Punkte auf -22,9 Zähler gesunken. Vor einem Jahr – im September 2014 – lag der Wert bei -7,7 Punkten.

Diesem Sog konnte sich auch die Anschaffungsneigung nicht entziehen. Der Indikator fiel um 6,5 Punkte auf 2,0 Zähler und liegt nur noch knapp über seinem langjährigen Durchschnittswert von 0 Punkten.

Griechenlands Konjunkturerwartung fällt dramatisch

Die nach wie vor schwierige wirtschaftliche und politische Situation in Griechenland wirkt sich massiv auf die Konjunkturerwartung der Verbraucher aus. Im Vergleich zum Juni fiel der Indikator bis September um über 20 Punkte auf -30 Zähler. Im Vergleich zum Vorjahresmonat steht ein Minus von rund 20 Punkten.

Die stark gesunkene Konjunkturerwartung spiegelt sich auch in der Einkommenserwartung der griechischen Bevölkerung wider. Der dazugehörige Indikator ist im dritten Quartal um fast 21 Punkte auf -33,5 Zähler gefallen. Die Verbraucher rechnen ganz offensichtlich aufgrund der neuen Absprachen zwischen ihrer Regierung und der EU mit weiteren drastischen finanziellen Einschnitten. Hinzu kommen drohende Steuerzahlungen, wie beispielsweise ausstehende Immobiliensteuern, von denen 70 Prozent der Griechen betroffen sind.

Demzufolge ist auch die Anschaffungsneigung der griechischen Verbraucher stark zurückgegangen. Während sie im Juni noch -17,5 Punkten verzeichnete, fiel sie im September auf -37,0 Zähler. Die Bürger sind ganz offensichtlich froh, wenn sie mit ihrem Geld die Ausgaben des täglichen Lebens bestreiten können. Aufwendungen für hochwertige Produkte oder Dienstleistungen werden sie sich voraussichtlich noch lange nicht leisten können.

Österreich: schleppende Konjunktur, aber Konsumlust steigt

Die österreichische Konjunktur kommt nach wie vor nicht wirklich in Gang. Und offensichtlich rechnen die Verbraucher auch in den kommenden Monaten nicht mit einer Verbesserung der Wirtschaftsdaten. Dementsprechend lag die Konjunkturerwartung im September mit -19,8 Punkten auf fast dem gleichen Wert wie im Juni (-19,9 Zähler).

Im Gegensatz dazu stieg die Einkommenserwartung im September mit 31,1 Punkten auf den höchsten Wert seit Oktober 1999 (32,7 Punkte). Im Vergleich zu Juni bedeutet das ein Plus von mehr als 13 Punkten. Vor einem Jahr lag der Indikator noch bei 1,5 Zählern.

Im Sog der optimistischen Einkommensaussichten scheinen wieder mehr Österreicher Lust zu haben, hochwertige Produkte und Dienstleistungen zu konsumieren. Die Anschaffungsneigung hat sich seit Juni erholt. Im September lag der Wert mit 11,1 Punkten um 6,3 Zähler höher als drei Monate zuvor. Im August stieg er zwischenzeitlich sogar auf 19 Punkte.

Polen: Verbraucherstimmung trübt sich trotz starker Wirtschaftsdaten ein

Obwohl die Wirtschaft in Polen in den ersten zwei Quartalen deutlich gewachsen ist, schwächte sich der Konjunkturoptimismus der Verbraucher im dritten Quartal etwas ab. Der entsprechende Indikator fiel seit Juni um 3,5 Punkte und stand im September bei 15,7 Zählern. Im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt steht jedoch ein Plus von mehr als 10 Punkten zu Buche.

Die Einkommenserwartung ist mit einem Minus von 9,1 Punkten im dritten Quartal deutlich zurückgegangen. Im September lag der Indikator nur noch bei 7,1 Zählern. Vor genau einem Jahr lag er mit 0,3 Punkten nur knapp über dem langjährigen Durchschnittwert von 0 Zählern.

Die Kauflaune der polnischen Verbraucher ist über die Sommermonate drastisch zurückgegangen. Die Anschaffungsneigung lag im September bei -8,8 Punkten. Das sind fast 18 Zähler weniger als noch im Juni. Schlechter stand der Indikator zuletzt im August des vergangenen Jahres.

Tschechen rechnen mit deutlich steigenden Einkommen

Die tschechische Wirtschaft brummt. Das Bruttoinlandsprodukt ist in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres um 4,1 beziehungsweise 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gewachsen. Auch wenn die Konjunkturerwartung seit Juni um knapp 8 Punkte gefallen ist, gehen die Verbraucher offensichtlich davon aus, dass sich die Wirtschaft auch weiterhin gut entwickeln wird. Im September lag der Indikator bei 23,4 Zählern.

Aufgrund der guten wirtschaftlichen Entwicklung ist auch die Arbeitslosigkeit sehr niedrig. Im August lag sie bei 5 Prozent. Die Verbraucher gehen dementsprechend von steigenden Einkommen in den nächsten Monaten aus. Der entsprechende Indikator lag im September bei 38,4 Punkten. Das waren zwar 3 Punkte weniger als im Juni. Vor einem Jahr lag er noch bei 25 Zählern.

Mit dieser Entwicklung kann die Anschaffungsneigung noch nicht ganz mithalten. Der Indikator verzeichnete im September 8,5 Punkte. Das sind 3,6 Zähler mehr als im Juni. Die Mehrheit der Tschechen kann nach der langen Wirtschaftskrise offensichtlich neben den alltäglich notwendigen Dingen noch kein Geld für hochwertige Produkte und Dienstleistungen aufwenden.

Slowakei: Anschaffungsneigung schwankt im dritten Quartal

Trotz guter Wirtschaftsdaten sind die slowakischen Verbraucher in Bezug auf die Konjunkturerwartung noch etwas skeptisch. Der Indikator lag im September mit 12,2 Punkten lediglich 2,5 Zähler höher als im Juni. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verzeichnet er sogar einen Rückgang von gut 3 Punkten.

Auch die Einkommenserwartung zeigte sich im Sommer stabil und lag im September bei 19,6 Punkten. Das ist fast der gleiche Wert wie im Juni dieses Jahres sowie im September letzten Jahres.

Die Anschaffungsneigung dagegen schwankte in den Sommermonaten stark. Mit 2,2 Punkten lag sie im September wieder knapp über ihrem langjährigen Durchschnittswert von 0 Punkten. Im August stürzte sie jedoch auf -10,1 Zähler ab. Das war der schlechteste Wert seit Juni 2013.

In Bulgarien geht die Anschaffungsneigung zurück

In Bulgarien entwickelt sich die Wirtschaft weiter positiv, der Index liegt mit -7,4 Zählern aber weiterhin im negativen Bereich. Dennoch ist die Konjunkturerwartung im Vergleich zum zweiten Quartal um 5,5 Punkte gestiegen. Noch deutlicher fällt die Zunahme mit Blick auf den Vorjahresmonat aus. Für diesen Zeitraum ist ein Anstieg um fast 18 Punkte feststellbar.

Eine positive Entwicklung kann auch bezüglich der Einkommenserwartung gemessen werden. Die Arbeitslosenquote ist zwar noch hoch, aber stabil. Somit rechnen die Bulgaren mit gleichbleibenden Löhnen und Gehältern. Im Vergleich zum Juni verzeichnet der Indikator einen Anstieg um 5,9 Punkte auf -0,7 Zähler. Verglichen mit September 2014 beträgt die Steigerung fast 18 Punkte.

Dennoch ist die Anschaffungsneigung im dritten Quartal um -5,1 Punkte gesunken. Das Einkommen reicht für viele Bulgaren weiterhin gerade, um den Grundbedarf zu decken. Größere Anschaffungen sind für einen Großteil der Bevölkerung nicht bezahlbar.

Rumänen erwarten Einkommenssteigerung

Die Wirtschaft in Rumänien ist im vergangenen Jahr deutlich gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal 2015 ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,3 Prozentpunkte gestiegen. Zwar sank die Konjunkturerwartung im dritten Quartal um 2,8 Punkte auf aktuell 18,5 Zähler. Allerdings ist im Vergleich zum Vorjahresmonat ein deutlicher Anstieg von fast 15 Punkten zu verzeichnen.

Die wachsende Wirtschaft wirkt sich auch positiv auf die Einkommenserwartung der Einwohner aus. Der zugehörige Indikator stieg im September im Vergleich zu Juni zwar nur um 2,8 Punkte auf 21,3 Zähler. Verglichen mit dem Vorjahresmonat beträgt die Steigerung jedoch beachtliche 16 Punkte.

Dennoch reichen die Einkommen meist nur dazu, um Dinge des täglichen Bedarfs zu bezahlen. Infolgedessen bleibt die Anschaffungsneigung in Rumänien gering. Mit -6,4 Punkten liegt diese weiterhin im negativen Bereich, obgleich eine Steigerung um 5,1 Punkten im Vergleich zum Juni feststellbar ist.

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
E-Mail
Share on print
Drucken
Werbung
Werbung

Redaktionsbrief

Tragen Sie sich zu unserem Redaktionsbrief ein, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Werbung
Werbung

Aktuelle Ausgabe

Topthema: KI – Online-Händler sind die Pioniere

Künstliche Inteligenz

Mehr erfahren
Quelle: WIN-Verlag

Entdecken Sie weitere Magazine

Schön, dass Sie sich auch für weitere Fachmagazine unseres Verlages interessieren.

Unsere Fachtitel beleuchten viele Aspekte der Digitalen Transformation entlang der Wertschöpfungskette und sprechen damit unterschiedliche Leserzielgruppen an.