GfK: Verhaltenes Konsumklima im Spätsommer

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Die Stimmung der Verbraucher zeigt sich im August uneinheitlich. Während die Anschaffungsneigung weiter zulegt, verzeichnen sowohl die Konjunktur- wie auch die Einkommenserwartung einen Rückgang. Der Gesamtindikator prognostiziert für September 6,9 Punkte nach 7,0 Punkten im August.

Die Konsumenten gehen in den kommenden Monaten von einer eher verhaltenen Erholung der deutschen Wirtschaft aus. Dies erklärt  auch den leichten Rückgang bei den Einkommensaussichten, die im August etwas von ihrem sehr hohen Niveau einbüßen. Die Anschaffungsneigung der Bundesbürger hingegen steigt sogar noch einmal und klettert auf den höchsten Stand seit Ende 2006.

Konjunkturerwartung: leichte Abschwächung

Nach drei Anstiegen in Folge muss die Konjunkturerwartung der Verbraucher im August erstmals wieder einen Dämpfer hinnehmen. Der Indikator verliert 2,5 Punkte und weist nun 1,8 Zähler auf. Damit bleibt er jedoch im positiven Bereich und über dem langjährigen Durchschnittswert von 0 Punkten. Der Aufwärtstrend der Konjunkturaussichten hat sich damit leicht abgeschwächt. Die Konsumenten gehen offenbar davon aus, dass sich die deutsche Wirtschaft zwar in einer Phase der Erholung befindet, die in den kommenden Monaten jedoch eher verhalten sein dürfte und kleinere Rückschläge nicht ganz ausgeschlossen werden können.

Hoffnungen auf eine Belebung der deutschen Wirtschaft  wurden zwar durch die Veröffentlichung der Zahlen für das Bruttoinlandsprodukt (BIP) für das zweite Quartal  geschürt – nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stieg das BIP gegenüber der Vorperiode mit +0,7 Prozent stärker als von vielen angenommen – aber es ist zu erwarten, dass sich diese Dynamik im dritten Quartal nicht fortsetzen wird und eher moderatere Zuwächse verzeichnet werden. Dagegen sind die deutschen Unternehmen derzeit etwas optimistischer gestimmt, wie der vierte Anstieg in Folge des ifo-Geschäftsklimas im August belegt.

Einkommenserwartung: nach vier Anstiegen in Folge erstmals wieder Rückgang

Nach vier Anstiegen in Folge und einem Zwei-Jahres-Hoch im vergangenen Monat muss die Einkommenserwartung im August  erstmals wieder einen Rückgang hinnehmen. Das Minus beträgt 5,6 Punkte. Dennoch weist der Indikator mit aktuell 37,2 Zählern nach wie vor ein überaus hohes Niveau auf. Der stabile Aufwärtstrend hat sich etwas abgeschwächt.

Mögliche Gründe für diesen Rückgang liegen zum einen in den etwas weniger optimistischen Konjunkturaussichten der Verbraucher. Auf der anderen Seite dürften die im August angestiegenen Preiserwartungen der Konsumenten auch eine Rolle gespielt haben. Vor allem durch höhere Nahrungsmittelpreise hat sich die Inflationsrate in Deutschland im Juli  auf 1,9 Prozent erhöht, nachdem sie im Juni noch bei 1,8 Prozent und im Mai bei 1,5 Prozent lag. Offenbar befürchten die Verbraucher dadurch Belastungen ihrer Kaufkraft und schätzen ihre Einkommensaussichten etwas verhaltener ein. Trotz dieser Einbuße im August bleibt das Niveau des Einkommensindikators dennoch sehr hoch, wofür in erster Linie eine sehr stabile Beschäftigungslage sorgt, die zudem mehr Raum für tarifliche Einkommenssteigerungen lässt.

Anschaffungsneigung: höchster Stand seit Ende 2006

Trotz rückläufiger Konjunktur- und Einkommenserwartungen bleibt die Konsumlaune der Bundesbürger auch im August ungebrochen. Nach Zuwächsen von gut 4 Punkten im Vormonat legt die Anschaffungsneigung im August noch einmal zu. Nach einem Plus von 3,7 Punkten weist der Indikator aktuell 44,4 Zähler auf. Damit erreicht die Konsumneigung den höchsten Stand seit Dezember 2006, als der Indikator durch Vorzieheffekte aufgrund der unmittelbar bevorstehenden Mehrwertsteuererhöhung Rekordstände verzeichnete.

Offenbar halten es die Verbraucher nach wie vor für ratsam, größere Anschaffungen zu tätigen. Vor dem Hintergrund sehr niedriger Zinsen und zuletzt einer wieder leicht gestiegenen Inflationsrate ist es für die Konsumenten noch attraktiver geworden, ihre finanziellen Mittel in größere Anschaffungen zu stecken. Dazu gehören unter anderem auch Immobilien. Dies spiegelt sich auch in den amtlichen Zahlen zur Wirtschaftsleistung wieder. Der bereits angesprochene deutliche Zuwachs des BIPs im zweiten Quartal ist nach Aussage des Statistischen Bundesamtes neben dem privaten Konsum vor allem auf eine verstärkte private Bautätigkeit zurückzuführen.

Konsumklima: Aufwärtstrend vorerst gestoppt

Der Gesamtindikator prognostiziert für September 2013 einen Wert von 6,9 Punkten nach 7,0 Zählern im August. Damit wird der Aufwärtstrend des Konsumklimas, der seit Februar 2013 zu verzeichnen ist, vorerst gestoppt. Allerdings ist momentan nicht davon auszugehen, dass dies eine Trendwende und den Beginn einer Talfahrt darstellt. Vor dem Hintergrund der sehr stabilen Arbeitsmarktlage sowie der insgesamt guten Einkommensentwicklung für die Beschäftigten sind die Chancen überaus groß, dass sich das Konsumklima im weiteren Verlauf wieder stabilisieren kann. Dies setzt allerdings voraus, dass die Bundesbürger durch die anhaltende internationale Schuldenkrise nicht weiter verunsichert werden und sich der Preisauftrieb in Deutschland nicht verstärkt.

GfK bestätigt seine Prognose von Beginn dieses Jahres, demnach der private Konsum 2013 real um etwa 1 Prozent zunehmen wird. Damit würde der private Verbrauch wesentliche Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland liefern.

Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX“ und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und ausführlich kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte. Die GfK-Konsumklimastudie wird seit 1980 erhoben.

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