Gfk-Weihnachtsanalyse: Gutscheine und Bargeld immer beliebter

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Bücher, Spielwaren und Bekleidung sind die Dauerbrenner unterm Weihnachtsbaum. Insgesamt möchten 91 Prozent der Deutschen Freunden und Verwandten zu Weihnachten etwas schenken. Dafür werden sie durchschnittlich 285 Euro ausgeben. Das ist 1 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Laut einer aktuellen GfK-Umfrage kann der Handel daraus mit einem Umsatzvolumen für Geschenke von rund 15 Milliarden Euro im Weihnachtsgeschäft rechnen. Das bedeutet ein leichtes Minus von ebenfalls 1 Prozent.

Auch in diesem Jahr zeigen sich die Deutschen an Weihnachten großzügig. Mit 285 Euro sind die geplanten Ausgaben zwar 3 Euro geringer als noch im vergangenen Jahr. Das Niveau ist aber unverändert hoch. „Um bei der Wahl des Geschenks nicht daneben zu greifen, verschenken die Deutschen auch gerne wieder Bargeld. Das dürfte vor allem in den Tagen nach dem Fest zu einem Großteil in die Kassen der Händler fließen. Insgesamt werden die Bargeschenke ein Volumen von 3,4 Milliarden Euro umfassen“, erklärt Dr. Wolfgang Adlwarth, GfK-Handelsexperte.

Das Weihnachtsbudget zeigt erwartungsgemäß deutliche Unterschiede je nach Alter und Einkommen. Während junge Menschen zwischen 14 und 24 Jahren durchschnittlich 135 Euro für Geschenke einplanen, steigt die Summe mit zunehmendem Alter bis auf 356 Euro bei den Über-55-Jährigen. Insgesamt werden die Deutschen in etwa das gleiche ausgeben wie im vergangenen Jahr. Die 14- bis 24-Jährigen steigern ihr Budget jedoch um 13 Euro auf 135 Euro. Dafür sinken die Ausgaben der 25- bis 34-Jährigen um 24 Euro auf 230 Euro. Sehr unterschiedlich verteilt ist das Ausgabeverhalten auch über die verschiedenen Einkommensstufen hinweg. So wollen die Verbraucher mit einem Haushaltsnettoeinkommen von bis zu 1.500 Euro mit 179 Euro deutlich weniger ausgeben als im Vorjahr (202 Euro). Wer über ein Haushaltsnettoeinkommen von bis zu 2.500 Euro verfügt, möchte genauso viel Geld für Geschenke aufwenden wie im letzten Jahr (265 Euro). Menschen, die mehr als 2.500 Euro zur Verfügung haben, werden ihr Budget etwas aufstocken.

Gleiche Ausgaben, aber unterschiedliche Geschenke in Ost und West

Gaben im vergangenen Jahr die Ostdeutschen deutlich weniger aus als die Westdeutschen, hat sich das Niveau in diesem Jahr fast angeglichen. Im Osten wollen die Menschen durchschnittlich 282 Euro investieren, im Westen 286 Euro.

Sieht man sich jedoch die einzelnen Geschenkekategorien genauer an, zeigen sich deutliche Unterschiede. So wollen im Westen rund 42 Prozent der Menschen Bücher als Geschenk unter den Weihnachtsbaum legen. Dafür werden sie etwa 41 Euro ausgeben. In den östlichen Bundesländern schenken mit fast 45 Prozent deutlich mehr Befragte Lesestoff, geben mit knapp 34 Euro aber weniger dafür aus. Genau umgekehrt sieht das Bild bei Lebensmitteln aus. Während in den alten Bundesländern knapp 23 Prozent der Befragten beispielsweise Pralinen oder Champagner auf den Gabentisch legen wollen, sind es im Osten 28 Prozent. Dort geben die Verbraucher mit knapp 43 Euro auch rund 3 Euro mehr aus als im Westen. Schmuck werden im Westen mit knapp 15 Prozent deutlich mehr Menschen verschenken als im Osten (knapp 10 Prozent). Wer in den neuen Bundesländern jedoch Schmuck schenkt, lässt es sich deutlich mehr kosten (Osten: 173 Euro, Westen: 110 Euro).

Bücher, Spielwaren und Bekleidung sind am beliebtesten

Auch in diesem Jahr werden Bücher am häufigsten unter dem Weihnachtsbaum liegen. Rund 43 Prozent der Deutschen möchten sie an Freunde und Verwandte verschenken. Insgesamt wollen sie dafür 39 Euro ausgegeben. Laut GfK-Berechnungen ergibt sich daraus ein Umsatzvolumen von 1,12 Milliarden Euro für den Buchhandel.

Spielwaren sowie Bekleidung und Accessoires sind in diesem Jahr gleich beliebt. Bei jeweils etwas mehr als einem Drittel der Deutschen stehen solche Geschenke auf der Einkaufsliste. Vor allem die Elterngeneration der 25- bis 44-Jährigen möchte ihrem Nachwuchs mit Spielzeug eine Freude bereiten. Dafür wollen sie durchschnittlich 80 Euro und somit 3 Euro mehr als im vergangenen Jahr ausgeben. Für den Handel ergibt sich daraus ein Umsatzvolumen von 1,74 Milliarden Euro. Bekleidung und Accessoires empfinden alle Altersstufen gleichermaßen als ein passendes Präsent. Die Deutschen wollen dafür durchschnittlich 85 Euro aufwenden. Der Handel kann mit einem Umsatz von 1,86 Milliarden Euro rechnen.

Auch Kosmetikartikel und Parfüm stehen in der Beliebtheit sehr weit oben (25 Prozent). Vor allem die 14- bis 24-Jährigen bedenken ihre Lieben gerne damit. Im Durchschnitt geben Sie dafür 53 Euro aus. Für den Handel ergibt sich somit ein Umsatzpotenzial von 867 Millionen Euro.

Jüngere verschenken gerne Lebensmittel, Ältere eher Bargeld

Gut ein Viertel der Verbraucher wollen in diesem Jahr auf Nummer sicher gehen und dem Beschenkten mit Bargeld oder Gutscheinen die Auswahl seines Geschenks selbst überlassen. Bargeld verschenkt jeder vierte Deutsche und nimmt dafür durchschnittlich 209 Euro aus seinem Budget. Mit fast 50 Prozent greift vor allem die ältere Generation der Über-65-Jährigen zu diesem Geschenk. Gutscheine legen vor allem die Jungen zwischen 14 und 24 Jahren auf den Gabentisch. Durchschnittlich sind hierfür 100 Euro eingeplant – etwas mehr als im letzten Jahr. In Summe kann der Handel mit einem Gutscheinvolumen von 1,75 Milliarden Euro rechnen.

Lebensmittel und Getränke sind in der Gunst der Verbraucher wieder leicht gestiegen. Knapp ein Viertel (24 Prozent) finden Ess- und Trinkbares als Geschenk attraktiv. Dafür planen sie allerdings mit durchschnittlich 41 Euro etwas weniger Budget ein als im vergangenen Jahr. Der Handel kann mit rund 638 Millionen Euro rechnen.

CDs, DVDs und Blu-rays fallen in der Beliebtheit wieder etwas ab. Insgesamt entscheiden sich 17 Prozent der Deutschen für silberne Scheiben unter dem Weihnachtsbaum und wollen dafür 35 Euro ausgeben. Daraus ergibt sich ein Umsatz von voraussichtlich 402 Millionen Euro.

Insgesamt 14 Prozent der Deutschen möchten Freunde und Verwandte mit einem Abo oder Veranstaltungsticket erfreuen. Mit durchschnittlich 85 Euro geben sie dafür jedoch deutlich weniger aus als noch 2013. Das Umsatzvolumen fällt von 816 Millionen Euro auf 791 Millionen Euro.

Genauso viele Menschen möchten ihre Lieben mit Schmuck oder Uhren bedenken. Mit 121 Euro werden sie dafür etwas mehr aufwenden als im vergangenen Jahr, so dass der Handel 1,09 Milliarden Euro erwarten kann. Vor allem die 14- bis 24-Jährigen legen Glitzerndes auf den Gabentisch.

Online-Reichweite steigt weiter an

Geschenke im Internet zu bestellen, gewinnt weiter an Beliebtheit. Insgesamt wollen 51 Prozent der Deutschen mindestens ein Geschenk im Internet erwerben. In vielen Produktbereichen steigt die Zahl der Personen, die neben dem stationären Handel auch online einkaufen möchten.

Spitzenreiter beim Interneteinkauf sind Abos und Veranstaltungstickets. Insgesamt 70 Prozent derjenigen, die solche Geschenke einplanen, beabsichtigen, diese auch im Internet zu kaufen. Den größten Zuwachs verzeichnen CDs, DVDs und Blu-rays mit einem Plus von 11 Prozent. Spiele für Konsolen oder PCs wollen 10 Prozent mehr und somit 65 Prozent auch online erwerben. Lediglich Computer, Notebooks und Tablets (-3 Prozent auf 54 Prozent) sowie Schmuck und Uhren (-3 Prozent auf 26 Prozent) kaufen die Deutschen häufiger im stationären Handel als vergangenes Jahr.

Kurz vor dem Fest greifen die Deutschen zu praktischen Geschenken

Elektrokleingeräte sind die neuen SOS-Geschenke. Der Dezember ist ihr umsatzstärkster Monat des Jahres. Wer bis kurz vor dem Fest noch nichts gefunden hat, womit er Freunde oder Verwandte bedenken kann, greift besonders gerne zu Damen- und Herrenrasierern sowie Geräten zur Mundpflege. Im vergangenen Jahr setzte der Handel damit in der Woche vor Weihnachten 20 Millionen Euro, an Heilig Abend selbst noch einmal 9,4 Millionen Euro um. Im November dagegen lagen die Wochenumsätze zwischen 7,1 und 8,1 Millionen Euro. Wenn sie bei den Geschenken schon den praktischen Dingen den Vorrang geben, lassen es sich die Deutschen dafür etwas kosten und greifen ganz bewusst nach qualitativ hochwertigen Produkten. So steigen die Durchschnittsausgaben im Dezember für Elektrokleingeräte aus diesem Bereich um bis zu 34 Prozent. Und wer Bargeld zu Weihnachten erhält, gibt dies im Januar besonders gerne für elektrische Geräte im Bereich Personal Care aus.

Besuch auf dem Weihnachtsmarkt gehört dazu

Einen Weihnachtsmarkt zu besuchen, gehört bei vielen Deutschen zu den vorweihnachtlichen Aktivitäten. Insgesamt 45 Millionen Menschen planen mindestens einen Besuch auf einem Adventsmarkt. Die meisten (39,7 Millionen) bevorzugen dabei die Angebote in der Nähe ihres Heimatorts. Doch fast die Hälfte (22,2 Millionen) hat auch vor, einen weiter entfernten Weihnachtsmarkt bei einem Ausflug mit Familie oder Freunden zu besuchen. Dabei freuen sich die Deutschen nicht nur auf Lebkuchen und Glühwein. Fast 20 Prozent der Weihnachtsmarktbesucher wollen dort auch Geschenke für Freunde und Verwandte erstehen.

Feierliche Stimmung mit Weihnachtsbaum

In mehr als 23 Millionen Haushalten wird in diesem Jahr ein schön geschmückter Weihnachtsbaum an Heilig Abend feierliche Stimmung verbreiten. Besonders beliebt ist dafür die Nordmanntanne (72 Prozent). Immerhin 6 Prozent möchten sich das Aufsaugen von heruntergefallenen Nadeln sparen und kaufen einen künstlichen Baum. Im Durchschnitt geben die Deutschen für das Grün im Wohnzimmer knapp 34 Euro aus. Der Handel kann somit ein Volumen von 785 Millionen Euro einplanen.

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