Google+ – alles Wissenswerte im Überblick

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Google+ ist das am schnellsten wachsende soziale Netzwerk der Geschichte des Internets. In nur wenigen Wochen hat es Google+ trotz geschlossener Testphase geschafft, von 0 auf 20 Millionen User zu kommen. Dabei muss man beachten, dass man nur dann in das neue Netzwerk gelangt, wenn zum einen ein eigenes Google-Konto vorhanden ist und ein anderer Mensch innerhalb des Netzwerkes eine ausdrückliche Einladung ausgesprochen hat.

Zum Vergleich: Facebook hat in sieben Jahren nach eigenen Angaben 600 Millionen aktive Nutzer (Stand Januar 2011). Angesichts des rasenden Wachstums und der momentan während der Beta-Phase noch bestehenden Hürden hat Google hier also in der Tat ein wahrlich rassantes Wachstum hingelegt, das die Karten im Social Media Bereich deutlich neu mischen wird.

Eine der herausragenden Features von Google+ ist, dass der Anwender es sehr einfach und transparent selbst in der Hand hat, welche seiner Informationen oder Veröffentlichungen sehen darf. Erreicht wird dies über eine Funktion namens “Circles”, die auf Google+ auch recht graphisch abgebildet ist. Jeder Nutzer kann beliebig viele Circles anlegen, die er dann entsprechend benennt. Beispielsweise “Enge Freunde”, “Kollegen und Arbeitsumfeld” oder auch “Familie”. Doch dabei nicht genug. In den ersten Wochen erkannte man deutlich auch einen Trend, dass Interessen-Circles von Usern angelegt wurden, beispielsweise solche für bestimmte Hobbies. Freunde können in aller Regel per E-Mail-Adresse in Google+ angelegt werden, aber es stehen auch diverse Importmöglichkeiten zur Verfügung. Sind die Freunde einmal angelegt oder importiert, sortiert der Anwender diese in verschiedene Circles, wobei auch eine Mehrfacheinsortierung möglich ist.

Beim Veröffentlichen beliebiger Informationen – seien es Gedanken, Texte, Links im Internet, Bilder, Videos, aber auch einzelne Segmente der eigenen Profil-Angaben, steht dem Anwender nun offen, wer diese Information tatsächlich auch sehen kann. Dies reicht von “Public” – also vollkommen öffentlich über das Internet zugängig, über “sichtbar nur für einen oder mehrere Circles”, “sichtbar für Erweiterte Circles” (das heißt, auch die Freunde in Circles der Menschen in den eigenen Circles) bis hin zu gänzlich privat (für eigene Notizen) oder aber auch ganz spezifisch nur einer weiteren oder mehreren Personen zugeordnet.

Diese Kernfunktion von Google+ schafft beim Anwender ein sehr hohes Maß an Sicherheit und Vertrauen gegenüber der Plattform, was sicherlich zu dem rasanten Wachstum und der Beliebtheit der Plattform in nur so kurzer Zeit geführt hat.

Anders als beispielsweise bei Facebook oder Twitter, wo man stets darüber nachdenkt, dass alles was man dort veröffentlicht, natürlich von jedermann auch gelesen werden kann, ermöglicht Google+ als erstes soziales Netzwerk so beispielsweise den Einsatz eines einzigen Accounts für eine Vielzahl an Zielgruppen, die diese Informationen dann ganz gezielt sehen – oder eben erst gar nicht einsehen können!

Obgleich Facebook natürlich auch diverse Einschränkungsmöglichkeiten in Bezug auf “wer darf was sehen” bietet, bleiben dort diese Einschränkungen jedoch zum einen recht unzugänglich und schwer verständlich, zum anderen aber gelten diese Sicherheitseinstellungen bei Facebook grundsätzlich eher Global. Resultat war häufig, dass Menschen – sogar gegen die Nutzungsbedingungen von Facebook – Mehrfach-Accounts anlegten, beispielsweise ein Account für eher private Informationen die ausschließlich Freunde sehen sollen, sowie ein Account für den eher beruflichen Einsatz. Auch vor diesem Hintergrund muss man die Zahl der 600 Millionen aktiven Nutzer bei Facebook betrachten, den ein nicht unerheblicher Teil davon hat aufgrund der fehlenden Feineinstellungsmöglichkeiten der Sicherheit-Mechanismen bei Facebook eben auch nicht nur ein einziges Benutzerkonto.

Ganz anders jedoch bei Google+, wo jede individuelle Information immer stets genau auf eine oder mehrere Zielgruppen über die Circles-Funktion zugeordnet werden kann.

Auch das Lesen der Veröffentlichungen von Freunden lassen sich direkt über die Circles ansteuern. Man kann beispielsweise stets alle Veröffentlichungen aller Freunde in Form eines globalen “Streams” lesen (ganz ähnlich wie auf der persönlichen Startseite von Facebook). Doch manchmal kann dies auch ein “Zuviel” an Information bedeutet. Darum lassen sich bei Google+ auch ganz gezielt nur die Veröffentlichung von Freunden innerhalb einzelner Circle-Streams anzeigen lassen. Man erhält damit eine nach Interessensgruppen oder Art der Beziehung zu den Freunden gefilterte Ansicht.

Diese scheinbar einfache Methode fördert auf Google+ ein in der Tat sehr viel höheres Engagement der User untereinander. Eine Veröffentlichung über Google+ an einen oder mehrere spezifische Circles liefert fast immer eine realtiv schnelle Gegenreaktion, beispielsweise in Form von “Likes” wie bei Facebook, die auf Google+ jedoch “+1” heißen, oder aber auch in Form von Kommentaren, die bei Google+ fast immer in Konversationen untereinander münden. Da nun innerhalb der eigen definierten Circles sich natürlich immer auch Menschen ähnlicher Interessenslagen befinden, führt die Kommunikation, ganz anders als bei Facebook oder gar Twitter, dann auch oft in einen aktiven Austausch diese Menschen untereinander. Mit Google+ findet man somit sogar sehr schnell auch neue, interessante Menschen, die gewisse Interessensthemen gemein haben und die dort auch bald zu echten Freunden werden.

Ein weiteres Tool in Google+ ist der so genannte “Hangout”. Dies ist im Grunde nichts anderes als ein Gruppen-Video-Chat. Jeder Anwender kann jederzeit einen Google+ Hangout starten, dies wird in den für den Hangout festgelegten Einzelpersonen oder Circles bekannt gegeben und so startet sehr schnell eine echte, audio- und videogestützte Kommunikation.

Da bei Google+ nicht die Website oder die Anwendung an sich im Vordergrund steht (das Google+-Design ist bewusst sehr reduziert gehalten), entstehen so auch sehr schnell sehr neue, äußerst kreative Anwendungsmöglichkeiten. Beispielsweise existiert auf Google+ ein inzwischen schon extrem beliebter Hangout, der in Form einer Game-Show regelmäßig abgehalten wird. Es ist eines der ersten “Google+-Spiele” um es genau zu nehmen: der Initiator John Herman, ein Künstler aus Hew Hempshire, USA, tritt darin wie ein Game-Show-Host aus dem Fernsehen auf und stellt seinen Kandidaten (alles Menschen, die in den beliebten Game-Show-Hangout mit eintreten) Quizfragen, die diese nach dem Schnelligkeitsprinzip beantworten müssen. Zu gewinnen gibt es nichts, der Spaß am Spiel und Spaß steht hier im Vordergrund.

Social Media im Marketing-Bereich

Unternehmen haben den Sinn und die Qualtitäten der bi- und multidirektionalen Kommunikationsmöglichkeiten sowie den viralen Fähigkeiten der Social Medias sehr schnell erkannt. Der neue Beruf des Social Media Managers gehört somit inzwischen in fast jedem größeren Unternehmen fest in die Marketing- und/oder PR-Abteilung.

Somit liegt es auch nahe, neben Facebook und Co. auch das neue Medium Google+ mit in den Kommunikationsmix eines Unternehmens mit einzubeziehen, zumal die Möglichkeiten wie beispielsweise der kreative Einsatz von Google+ Hangouts am Beispiel von John Hermans Quiz-Show natürlich fast ungeahnte neue Marketingmöglichkeiten eröffnen.

Insbesondere Social-Media-Agenturen in den USA sind hier bereits recht schnell auf den Zug aufgesprungen, doch sollte man nicht zu vorschnell handeln: Es gilt noch immer zu beachten, dass sich Google+ in einer geschlossenen Testphase befindet. Das Problem ist hierbei nicht unbedingt so sehr die Reichweite (Google+ ist durch all seine Features vielfach viraler als alle anderen Social Medias!), vielmehr besteht das Problem darin, dass Google noch nicht alle Features während dieser Testphase aktiviert hat. So zum Beispiel düften nur natürliche Personen mit ihrem echten Namen im neuen Google-Netzwerk ein Profil anlegen, ein paar Tage bestand beispielsweise große Irritation darüber, dass ein paar Profile mit offensichtlichen Pseudonymen von Google gesperrt wurden. Tags darauf bezog Google zu diesem Vorwurf Stellung und erklärte, dass man eben noch nicht alle Features komplett hätte, Profile aber erst einmal nicht gesperrt sondern zunächst nur Verwarnt würden. Ausdrücklich stellte Google dazu auch klar, dass der volle Name wichtiger technischer Bestandteil des Sysetms sei, man aber auch das bereits existierende Pseudonym-Feld stärker in den Vordergrund rücken würde und dann über entsprechende Circle-Freigaben entweder den vollen Namen oder aber auch das Pseudonym entsprechend anzeigen würde.

Insbesondere für den Marketing-Einsatz sind diese Pseudonyme natürlich von Bedeutung. Ein Social-Media-Manager würde so zum Beispiel seinen Firmen- oder Produktnamen als Pseudonym anlegen und seine Einstellungen so anpassen, dass dieser im Vordergrund steht. Doch bis es soweit ist und diese Funktionalität öffiziell gestartet wurde, macht es derzeit nur wenig Sinn, sich mit Google+ als Marketingmedium zu beschäftigen.

Dazu kommt, dass Google in der Testphase auch noch austestet, wie welches Feature angenommen und genutzt wird und es sicher in der näheren Zukunft noch zu einigen Änderungen an Features resultierend auf den Tests innerhalb der geschlossenen Betaphase kommen wird.

Vollkommen unklar ist darüber hinaus auch noch, mit welchen Mitteln generell Google über sein neues Netzwerk Geld verdienen wird. Sicher ist, dass Google zielgenaue Werbeflächen anbieten wird, darüber Hinaus jedoch befindet sich vieles noch im Bereich der Spekulation.

Schlussfolgerung

 Google+ ist als neues Social Media Medium eines der derzeit interessantesten Neuerungen im Internet. Manche Stimmen sagen bereits: so hätte Facebook, Twitter und Co. immer sein sollen! Die Nutzung ist interaktiv und auch für einen nicht so internetversierten Menschen extrem transparent und einfach, die Wachstumszahlen trotz augenblicklich eingeschränkter Registriermöglichkeit sprechen hier absolut für sich. Ob Google+ ein “Facebook-Killer” wird, wie es derzeit in den Medien öfter zu hören ist, sei zu bezweifeln. Dazu ist die Marktposition von Facebook (noch) zu gefestigt. Es wird jedoch auf langer sicht Twitter und andere soziale Netzwerke verdrängen, sollten diese nicht radikale Änderungen an ihren Systemen vornehmen – diese jedoch können dann sicher auch nur wieder ein Imitat von Google+ werden…

Als Marketing-Instrument sollte man Google+ schon heute beobachten. Es aktiv einzusetzen jedoch ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch verfrüht. Hier muss weiter abgewartet werden, wass die Testphase ergibt. Ein frühester Start wäre somit der offizielle Livegang von Google+ – über ein genaues Datum hällt sich Google jedoch noch sehr bedeckt.

Die Empfehlung für jeden Social-Media-Manager und Interessierten: legen Sie sich ein Google-Konto zu. Klicken Sie dazu auf der Startseite von Google einfach auf “Registrieren” rechts in dem neuen, dunklen Navigationsbalken von Google. Dann müssen Sie jemanden finden, der bereits bei Google+ ist, damit für dieses Google-Konto eine Einladung ausgesprochen werden kann.

(Autor: Stephan Uebelhör, CEO und Senior Developer, gateone GmbH, München)

 

 

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