Grenzen zwischen Beruf und Freizeit verschwimmen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print

Grenzen zwischen Beruf und Freizeit verschwimmen

Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on xing
Share on whatsapp
Share on email
Share on print

Der zweite Teil einer Studie von Clearswift erweist, dass die „Generation Standby“ mit Web 2.0 und mobiler Kommunikation fest definierte Arbeitszeiten auflöst.

Clearswift, Spezialist für inhaltsbezogene Sicherheitssoftware mit Hauptsitz in England, hat das Marktforschungsunternehmen Loudhouse Research beauftragt, die Konsequenzen von Web-2.0-Technologien am Arbeitsplatz zu untersuchen. Die zentralen Ergebnisse des zweiten Reports aus über 1.600 Befragungen: Die Grenzen zwischen Privat- und Berufsleben verschwimmen, beschleunigt von Web 2.0 und mobilen Technologien. Arbeitnehmer akzeptieren zwar ihren beruflichen „Standby-Status“, erwarten allerdings im Gegenzug, dass Arbeitgeber die Nutzung privater Internetkommunikation am Arbeitsplatz sowie eine flexible Gestaltung der Arbeitszeit ermöglichen. Für diese Studie wurden jeweils 150 Manager in verantwortlichen Positionen sowie jeweils 250 Büroangestellte in den Ländern Deutschland, England, den USA und Australien befragt.

„Gegenseitiges Vertrauen, technische Innovationen sowie flexible Arbeits- und Freizeitgestaltung prägen heute den beruflichen Alltag. Ermöglicht und zugleich erzwungen wird dies durch moderne Internetkommunikation unabhängig vom Endgerät“, sagt Richard Turner, CEO von Clearswift. „Dies gehört zu den Kernergebnissen des zweiten Reports unserer internationalen Studie zur Nutzung von Web 2.0 am Arbeitsplatz.“

Web 2.0 fördert Generation Standby

Die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben verschwimmen: Im Ländermittel 48 Prozent (Deutschland 37 Prozent) der Angestellten und 71 Prozent (Deutschland 67 Prozent) der leitenden Angestellten geben an, dass ihre beruflichen und privaten Aktivitäten sich mindestens zweimal pro Woche überschneiden. Im Ländermittel 37 Prozent und in Deutschland 30 Prozent der Befragten nutzen ein Smartphone und sind damit über einen ständig aktiven Link mit dem Büroleben verbunden. „Dieser kulturelle Wandel wirft neue Fragen über Vertrauen am Arbeitsplatz auf, ebenso zum Machtgleichgewicht in der Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer“, erklärt Henning Ogberg, Sales Director Central & Eastern Europe bei Clearswift. „Unternehmen müssen individuell für sich und letztlich für jeden Mitarbeiter klären, in welchem Umfang sie die private Internetnutzung und die Inhalte der Kommunikation kontrollieren. Die Balance zwischen rechtlichen Anforderungen und strategischer Unternehmensführung ist nicht immer einfach. Wer Kundendaten oder sensible Unternehmensinformationen nicht ausreichend vor dem Zugriff durch eigene Mitarbeiter und Fremde schützt, kommt schnell mit gesetzlichen Richtlinien in Konflikt und riskiert wirtschaftliche Konsequenzen. Nimmt jedoch die interne Kontrolle überhand, stört dies das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer und die Bereitschaft der Angestellten sinkt, ihre Arbeitszeiten flexibel auf unternehmerische Anforderungen anzupassen.

Mehr Arbeit, mehr Freiheiten

Die Zeiten wirtschaftlicher Schwäche führen dazu, dass insgesamt 56 Prozent (Deutschland 49 Prozent) der Angestellten denken, sie müssen in diesem Jahr härter arbeiten als im letzten, und 44 Prozent (Deutschland 35 Prozent) sind der Meinung, sie müssen länger arbeiten. Als Gegenleistung für ihr verstärktes berufliches Engagement außerhalb traditioneller Arbeitszeiten erwarten Arbeitnehmer, ihre Zeit im Rahmen der vertraglich festgelegten Arbeitszeit frei einteilen zu dürfen. Vertrauen ist für die heutige Generation von Arbeitnehmern der Schlüssel zur beruflichen Zufriedenheit: Neben dem Gehalt bewerten die Befragten (im Ländermittel 67 Prozent, in Deutschland 56 Prozent) den Aspekt „meine Zeit frei einteilen dürfen“ höher als jeden anderen Vorteil. Im Ländermittel 62 Prozent und in Deutschland 66 Prozent der Angestellten denken, dass sie am Arbeitsplatz das RECHT haben sollten, zu privaten Zwecken von ihrem Arbeitsplatzrechner aus auf Web- und soziale Netzwerkinhalte zugreifen zu dürfen, und – was für Arbeitgeber noch viel interessanter ist – ein Fünftel (im Ländermittel 21 Prozent, in Deutschland 16 Prozent) der Arbeitnehmer würde eine Stelle ablehnen, bei der ihnen das Aufrufen von sozialen Netzwerkseiten oder privaten E-Mails während der Arbeitszeit nicht gestattet wäre.

„Arbeitgeber aller untersuchten Länder gestehen ihren Mitarbeitern die private Nutzung des Internets auch weitgehend zu, in Deutschland liegt der Wert mit 54 Prozent sogar leicht über dem Länderdurchschnitt mit 51 Prozent“, erklärt Henning Ogberg. „Zumindest im Moment scheint ein unbeschwertes Gleichgewicht zwischen der Nutzung von sozialen Medien am Arbeitsplatz und einem entsprechenden Anstieg der Arbeitszeit der Arbeitnehmer über die vertraglich festgelegte Arbeitszeit hinaus zu herrschen.“

Doch die Risiken und Nachteile durch private Web-2.0- und Internet-Kommunikation sind nicht zu unterschätzen. 82 Prozent (Deutschland 77 Prozent) der Büromitarbeiter haben schon irgendeine Art von unerwünschten Inhalten über E-Mails und soziale Netzwerkseiten erhalten, die sie am Arbeitsplatz abrufen. Interessant ist, dass im Ländervergleich ein deutlicher Unterschied in der Art der unerwünschten Inhalte besteht. So sind die in den USA häufigen Probleme mit Mobbing via Internet in Deutschland weitaus weniger relevant.

„Indem durch Web 2.0 und Internetkommunikation die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben verschwimmen, entsteht ein neues Arbeitsumfeld, das auf einem sensiblem Gleichgewicht zwischen Vertrauen und Kontrolle basiert“, sagt Richard Turner. „Unternehmen müssen nicht nur technisch, sondern auch in der Art der Mitarbeiterführung und -Entwicklung dafür sorgen, dass aus den Freiheiten der Arbeitsgestaltung keine Belastung wird.

Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn
Share on xing
XING
Share on whatsapp
WhatsApp
Share on email
E-Mail
Share on print
Drucken

Ihre Meinung zum Artikel

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Andere Leser haben sich auch für die folgenden Artikel interessiert

Die Kundenansprache über digitale Kanäle ist inzwischen Standard und der Online-Vertrieb nicht mehr wegzudenken. Dennoch lassen gerade Hersteller, die ihren Vertrieb weitestgehend ihren Handelspartnern überlassen, viel Potenzial brach liegen, wenn es um Online-Marketing und E-Commerce geht.

Redaktionsbrief

Tragen Sie sich zu unserem Redaktionsbrief ein, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Wir wollen immer besser werden!

Deshalb fragen wir SIE, was Sie wollen!

Nehmen Sie an unserer Umfrage teil, und helfen Sie uns noch besser zu werden!

zur Umfrage

Aktuelle Ausgabe

Topthema: Social Commerce

Neue Trends im Onlinehandel

Mehr erfahren

Tragen Sie sich jetzt kostenlos und unverbindlich ein, um keinen Artikel mehr zu verpassen!

* Jederzeit kündbar

Entdecken Sie weitere Magazine

Schön, dass Sie sich auch für weitere Fachmagazine unseres Verlages interessieren.

Unsere Fachtitel beleuchten viele Aspekte der Digitalen Transformation entlang der Wertschöpfungskette und sprechen damit unterschiedliche Leserzielgruppen an.