Gründerportrait: Das Wissen der Crowd für Unternehmen nutzen

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Das Crowdtesting-Startup Testbirds testet mithilfe der weltweiten Internetgemeinde Apps, Webseiten und sonstige Software unter realen Bedingungen hinsichtlich Benutzerfreundlichkeit und Funktionalität. Unsere Frage: Wie motoviert man die Internet-Gemeinde, sich für andere Unternehmen zu engagieren?
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ECM: Wie kam es zu der Idee von Testbirds?

Markus Steinhauser (im Bild): Wir – das sind Philipp Benkler, Georg Hansbauer und ich, Markus Steinhauser, – haben Testbirds Ende 2011 gegründet, um Unternehmen dabei zu unterstützen, die bestmögliche Software auf den Markt zu bringen. Die Idee entstand aus unseren Studienschwerpunkten und dem Kombinieren zweier bislang unverbundener Komponenten, dem Crowdsourcing und dem Softwaretesting.

ECM : Was unterscheidet Sie von der Konkurrenz beziehungsweise mit welchen Geschäftsmodellen konkurrieren Sie?

Markus Steinhauser: Crowdtesting ist eine noch recht junge Form des Softwaretesting. Der Ansatz ist dabei als Ergänzung bestehender Testing-Methoden zu verstehen und nicht als Ersatz.

Weltweit gibt es eine Handvoll größerer Anbieter. Testbirds ist Marktführer in Europa und wir konzentrieren uns sehr stark auf den Faktor Qualität: Wir bieten maßgeschneiderte Lösungen sowie umfassende persönliche Beratungsleistungen. Der direkte Kontakt zu unseren Kunden und das Verständnis für die kulturellen Besonderheiten sind für uns von enormer Bedeutung. Daher setzen wir an unseren Standorten auf eigene Länderteams mit Muttersprachlern. Unsere Crowdtester schulen wir durch regelmäßige Trainings und garantieren eine faire Bezahlung, was sich wiederum positiv auf die Qualität der Ergebnisse niederschlägt.

Auf technologischer Seite haben wir zum Beispiel das sogenannte Bug Approval Tool entwickelt, um gefundene Bugs von den anderen Testern auf deren Geräten verifizieren zu lassen. Speziell für das Testen von Enterprise-Anwendung haben wir mit „Bring-Your-Own-Crowd“ TM als erster Anbieter die Möglichkeit geschaffen, die eigenen Mitarbeiter in das Testing einzubinden.

Ecm: Haben Sie einen (familiären) Unternehmerhintergrund oder woher stammt das Know-how und die Lust/der Mut an der Selbstständigkeit?

Markus Steinhauser: Wir alle wollten einen Job haben, der uns Spaß macht und bei dem wir Verantwortung übernehmen können. Das war uns wichtiger als „Nine to five“ oder die vermeintliche Sicherheit einer Festanstellung. Philipp war schon sehr früh unternehmerisch tätig und leitete bereits zu Schulzeiten eine Schülerfirma. Georg wollte sich ebenfalls selbstständig machen. Und ich merkte nach den ersten Schritten im Berufsleben schnell, wie wichtig es ist, eigene Projekte in die Hand zu nehmen. Als wir dann die richtige Idee hatten, haben wir nicht lange gezögert. Das Know-how hinsichtlich Unternehmensgründung, Finanzierung und Co. haben wir uns dann Stück für Stück angeeignet. Es gibt einiges an Unterstützung, aber man muss als Gründer natürlich selbst aktiv werden.

ECM: Was waren die größten Schwierigkeiten in den ersten zwölf Monaten und was würden Sie im Nachhinein anders machen?

Markus Steinhauser: Wir würden alles wieder ziemlich genauso machen. Bei der Gründung von Testbirds ging alles wahninnig schnell. Wir haben unsere Plattform sechs Monate vor dem geplanten Launch gestartet, weil der erste Kunde bereits mit uns zusammenarbeiten wollte und wir uns diese Chance einfach nicht entgehen lassen konnten.

Aber natürlich hatten wir auch einige Herausforderungen zu meistern. Die größte war es wahrscheinlich, Crowdtesting als neue und weitestgehend unbekannte Methode unter die Leute zu bringen.

ECM: Wie sind Sie finanziert und wann wollen Sie schwarze Zahlen schreiben?

Markus Steinhauser: Eine Anschubfinanzierung haben wir durch das EIXST-Gründerstipendium erhalten, das durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie vergeben wird. Anschließend folgte eine Seed-Finanzierung durch die WALTER Beteiligungen und Immobilien AG. Im März 2014 konnten wir den französischen Venture-Kapitalgeber Seventure Partners als Investor für uns gewinnen und uns eine Finanzierung in Höhe von 2,1 Millionen sichern. Einige Geschäftsbereiche von Testbirds sind bereits profitabel. Wenn man in andere Länder expandiert, dann schreibt man dort natürlich nicht sofort schwarze Zahlen. Der Break-Even ist für uns aber immer absehbar.

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