Handel muss handeln: IFH Köln veröffentlicht die sechs wichtigsten Trends im Einzelhandel

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Handel muss handeln: IFH Köln veröffentlicht die sechs wichtigsten Trends im Einzelhandel

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Dr. Kai Hudetz

Der Handel wird auf den Kopf gestellt. Nicht nur die Digitalisierung verändert Rahmenbedingungen nachhaltig. Das IFH Köln hat die vielfältigen Entwicklungen in der deutschen Handelslandschaft zu sechs zentralen Trends verdichtet – geleitet von der Frage: Was macht erfolgreichen Einzelhandel der Zukunft aus?

Der Einzelhandel steht vor großen Herausforderungen. Konsumenten agieren immer multioptionaler am Markt und erfolgreiche Einzelhandelskonzepte müssen konsequent kundenzentriert ausgerichtet sein. Insgesamt sechs Trends zum Einzelhandel hat das IFH Köln zusammengestellt und liefert damit Denkanstöße für erfolgreichen Einzelhandel – auch morgen noch.

Die Trends im Überblick

1. Handel agiert am Kunden vorbei!

Viele Maßnahmen des Handels kommen bei Kunden nicht an – beispielsweise wissen 20 bis 25 Prozent der Kunden nicht, ob ein Online-Shop bzw. ein Geschäft von dem Händler existiert, bei dem sie gerade stationär bzw. online gekauft haben.

2. Das Ende der klassischen Customer Journey naht!

Einkaufsprozesse verändern sich dramatisch und neue Geschäftsmodelle unterbinden die klassische Customer Journey immer mehr.

3. Handel sucht Frequenz und bringt keine mehr!

Nur noch wenige Händler sind selbst Besuchermagneten – das Umfeld entscheidet.

4. Dynamik im Einzelhandel spaltet Stadt und Land!

Technologievorsprung und Konsumentenanforderungen führen nachfrageseitig zu einer Zweiklassengesellschaft zwischen Metropolen und ländlichen Regionen.

5. Hersteller und Marktplätze fordern etablierte Händler heraus!

Der Einzelhandel muss zunehmend um seinen exklusiven Kundenzugang fürchten.

6. Personal agiert als Sargnagel des Handels!

Investitionen in qualifiziertes Personal sind überlebensnotwendig, damit es gerade im digitalen Zeitalter der entscheidende Erfolgsfaktor sein kann.

„Unsere sechs definierten Trends bringen vielfältige Konsequenzen für den Handel mit sich. So bedingt der aktuelle Wandel beispielsweise ausnahmslos ein analysebasiertes Kundenverständnis und nachhaltige Kundenbindungssysteme für echte Kundenzentrierung“, erläutert Dr. Kai Hudetz, Geschäftführer des IFH Köln, eine der IFH-Ableitungen.

Wie sieht also erfolgreicher Einzelhandel der Zukunft aus?

Welche Möglichkeiten hat der Einzelhandel, diesen Entwicklungen entgegenzusteuern und sich trotz multioptionalen Kundenverhaltens und veränderter Marktgegebenheiten erfolgreich für die Zukunft zu rüsten? Ganz klar: Er muss sich endlich aus seiner Komfortzone herausbewegen. Was bedeutet das konkret? Unser Trendüberblick liefert erste Anknüpfungspunkte.

Echte Kundenzentrierung ist ein Schlüssel. Einzelhandel der Zukunft bedingt ein analysebasiertes Kundenverständnis und nachhaltige Kundenbindungssysteme. Daten richtig zu nutzen, ist die Schlüsselkompetenz. Auch Kernkompetenzen rund um Branding bleiben relevant: Erfolgreiche Handelskonzepte der Zukunft sind starke Marken mit Profil im kanalübergreifenden Wettbewerb.

Das Bewegen heraus aus der Komfortzone bedeutet auch, Scheuklappen abzusetzen und traditionelle Gegebenheiten zu hinterfragen. Wir sind davon überzeugt, dass Kooperationen mit (anderen) Händlern, Lieferanten, Kommunen oder auch Werbevermarktern und der Immobilienwirtschaft für langfristige Wertschöpfung künftig fest zum Bild des Einzelhandels gehören müssen. Auch bestehende Standardaufgaben des stationären Handels gehören auf den Prüfstand – wer erfolgreich sein möchte, betreibt fortlaufend aktives Standortportfoliomanagement und erschließt sich neue Standortmöglichkeiten.

Last but not least: Weiterführende Investitionen sind unabdingbar. Während aktuell vor allem Investitionen in neue Technologien im Vordergrund stehen, wird das Personal vielfach vernachlässigt. Ein „weiter wie bisher“ in Sachen Personal wird die Kunden aber sicher nicht von kundenzentrierten stationären Einkaufserlebnissen überzeugen. Erfolgreicher Handel der Zukunft muss also bereit sein, in qualifiziertes, empathisches Personal zu investieren, um seinen stationären Wettbewerbsfaktor ausspielen zu können.

Der Einzelhandel steht vor großen Herausforderungen und wir hoffen, mit unserem Trendüberblick wichtige Denkanstöße für eine versachlichte Diskussion liefern zu können.

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