25.11.2022 – Kategorie: eCommerce

Herausforderung Logistik: Mehr Digitalisierung, weniger Fachkräfte

Herausforderung LogistikQuelle: Lukas Gojda/shutterstock

Die aktuellen weltweiten Krisenherde verlangen von Logistikdienstleistern nach Lösungen. Doch neben mehr Digitalisierung muss auch eine Antwort auf den massiven Fachkräftemangel gefunden werden.

Das Wachstum des Onlinehandels hält seit Jahren ungebrochen an, gleichzeitig geraten der Geschäftserfolg durch die Logistik unter Druck. Sie steht durch die aktuellen Krisen vor enormen Herausforderungen. Dazu zählen die kriege­rischen Auseinandersetzungen in der Ukraine, die Knappheiten an Waren, Rohstoffen und Energieträger. Aber auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie sowie der Fachkräftemangel wirken sich negativ auf die internationalen Waren- und Lieferketten und die Herausforderung Logistik aus.

Herausforderung Logistik im komplexen E-Commerce

Von Logistikdienstleistern wird aber Flexibilität erwartet. Diese Kernkom­petenz des immerhin drittgrößten Wirtschaftsbereichs Deutschlands folgt aus seiner Versorgungsfunktion für Industrie und Bevölkerung, mit der er auf mitunter hohe Fluktuationen in den Auftragslagen eingestellt ist. Dies gilt auch und gerade für die komplexe E-Commerce-Logistik. Bei den vielen aktuellen Problemen bei der Bewältigung der Lieferkettenstörungen ist von Logistikern Handlungsbedarf gefragt, auch wenn die Disruptionen in erster Linie auf Unternehmen aus dem Bereich der Herstellung zurückgehen.

Innovative Geschäftsmodelle

Ein Schlüsselfaktor besteht in der Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle, bei der unter anderem Plattform-Lösungen hervorstechen. So wie beim SaaS-Dienstleister Spacefill. Mit seiner Connectivity-Plattform ermöglicht er Indus­trie- und Handelsunternehmen Zugriff auf eine potenziell unbegrenzte Anzahl verbundener Lagerflächen, um ihre Lagerkapazitäten flexibel an ihre Bedürfnisse anzupassen. Im Rahmen einer Fundraising-Runde im ersten Quartal 2022 hat das Unternehmen ein Kapital von 25 Mio. EUR für sein weiteres europäisches Wachstum gesammelt.

„Das breite Interesse an der Vernetzung in der Logistik zeigt das Potential unseres Geschäftsmodells und Leistungsspektrums deutlich auf. Angesichts der dynamischen Auftragsla­ge bei einer anhaltenden Flächenknappheit sehen wir uns auch für die Zukunft gut gerüstet“, erläutert Marcel Wolrab, Geschäftsführer bei Spacefill. Auch Coyote Logistics, ein global agierender Logistikdienstleister setzt mit seiner Plattform CoyoteGO auf die Vernetzung von Verladern und Spediteuren weltweit. Das UPS-Unternehmen verbindet umfassende Service-Leistungen und technische Innovation, um die anspruchsvollen logistischen Herausforderungen nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union (EU) zu lösen.

„Die Fehleranfälligkeit internationaler Warensendungen hat durch den Brexit enorm zugenommen und führte zu kostspie­ligen Unterbrechungen der Supply Chains. Mit dem Ausbau unserer Aktivitäten auf dem europäischen Markt wollen wir unseren Kunden zukünftig noch besser helfen. Ein Schlüsselfaktor ist dabei die hohe Diversität unserer Teams, mit dem wir auch dem Fachkräftemangel begegnen“, sagt Joep Kusters, Head of Europe bei Coyote Logistics.

Herausforderung Fachkräftemangel

Seit Jahren kämpft der Wirtschaftsbereich Logistik mit knappem Personal. Dabei ist die Logistik ein wichtiger Arbeitgeber des Landes, der eine Vielzahl von Berufs- und Beschäftigungsperspektiven bietet, die vielen leider nicht bekannt sind. Dies zeigt auch die aktuelle Amazon-Studie „Arbeitswelt Logistik“, die im Frühjahr 2022 veröffentlicht wurde. Sie entstand auf der Grundlage einer repräsentativen Umfrage von über 1.000 Befragten. Nach den Studien-Ergebnissen wissen gerade junge Menschen, Schüler wie auch Studierende viel zu wenig darüber, welche anspruchsvollen Ausbildungs-, Studien- und Karrieremöglichkeiten die Logistik bietet.

„Logistik bietet eine bunte Vielzahl von Beschäftigungsmöglichkeiten, die für jeden einen spannenden Karriereweg aufzeigt. Viele junge Menschen sehnen sich nach einem Job, der ihrer Tätigkeit Sinn verleiht. Dafür ist die Logistik mit ihrer systemrelevanten Versorgungsfunktion genau das Richtige“, sagt Frauke Heistermann, Sprecherin der Initiative „Die Wirtschaftsmacher“.

„Die Wirtschaftsmacher“ widmen sich mit Nachdruck der Verbesserung des Images und des Ansehens der Logistik in der breiten Öffentlichkeit sowie gerade unter jungen Menschen, um interessierte Arbeitskräfte zu gewinnen.

Herausforderung Logistik: Automatisierung als Lösung?

Gleichzeitig nimmt die Rolle von Automa­tisierungslösungen zu, vor allem im Bereich der Lagerlogistik unter dem Einsatz intelligenter Systeme und flexibler Robotik. Caja Robotics hat eine Lösung für die flexible und skalierbare Automatisierung von Lagerlogistik entwickelt, die leistungsstarke Roboter, intelligent geplante Kommissionierstationen und eine KI-gestützte Software kombiniert. „Der Vorteil der Caja-Lösung liegt vor allem in ihrer Flexibilität und Skalierbarkeit, womit sie sich leicht in bestehende Strukturen und Ausstattungen anpassen kann. Auch für die logistische Abwicklung des E-Commerce ist unser System hervorragend geeignet und kann Mitarbeitende optimal unterstützen“, erklärt Dr. Ilan Cohen, CEO von Caja Robotics. 

Fazit: Die Verwerfungen der Lieferketten sowie der Mangel an Fach- und Nachwuchskräften stellen Logistiker vor enorme Herausforderungen. Gefragt sind neben innovativen Geschäftsmodellen wie Plattformen auch Automatisierungslösungen, um die Herausforderung Logistik zu bewältigen. Beim Thema Image der Logistik besteht noch immer ein hoher Bedarf, um neue Beschäftigte zu gewinnen.

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