Hintergrund: Reisesicherheit der nächsten Generation

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Im Laufe des vergangenen Jahrzehnts zwang die wachsende Sorge um die nationale Sicherheit Regierungen auf der ganzen Welt dazu, ihr Sicherheitsprofil zu verschärfen und bestehende Sicherheitsbestimmungen und -prozeduren für den öffentlichen Raum zu überarbeiten.

Angesichts der Bedrohung durch Terrorismus, illegale Einwanderung und Identitätsdiebstahl standen Regierungen und Organisationen wie die International Civil Aviation Organization (ICAO) vor der Herausforderung, einen Weg zu finden, wie die Sicherheit im internationalen Reiseverkehr durch die Minimierung von Fehlern menschlicher Akteure und den besseren Schutz persönlicher Daten verbessert werden konnte. Im Zentrum der Bemühungen standen dabei Passkontrollen und besondere Aufmerksamkeit galt der Frage, wie Regierungen den Zugang zu ihrem Staatsgebiet effizient überwachen und kontrollieren können.

Die Reisesicherheit ist seit den Tagen zeitaufwändiger manueller Passkontrollen, die sich auf einen raschen Blick auf Foto, Unterschrift und die wenigen persönlichen Angaben beschränkten, erheblich gewachsen. In der Vergangenheit variierten die Standards für Pässe in den unterschiedlichen Ländern erheblich, es gab keinen einheitlichen, internationalen Standard und die Systeme zur Prüfung der Pässe waren nicht miteinander kompatibel.

Bereits seit vielen Jahren setzt sich die ICAO nun für einen einzigen, gemeinsamen Standard zum Auslesen von Reisedokumenten und die Verwendung von Passdaten auf der ganzen Welt ein – der 1. April 2010 ist ein bedeutender Meilenstein in diesen Bemühungen. Denn seit diesem Datum müssen alle angeschlossenen Länder ihren Bürgern maschinenlesbare Pässe (MRP) oder mit einem Mikrochip versehene ePässe ausstellen, auf deren Chips Informationen gespeichert sind, die bei der Passkontrolle eine Prüfung der Identität des Passinhabers auf Grundlage der verschlüsselten biometrischen Daten ermöglichen.

Rund 170 Länder haben bereits einen MRP eingeführt und seit 2004 sind auch die ersten den Bestimmungen der ICAO entsprechenden ePässe im Umlauf. Zu den frühen Einführern des ePasses zählen Länder wie Großbritannien, Australien, Schweden und Singapur, andere Länder werden die im April 2010 endende Einführungsfrist vermutlich nicht einhalten können und einige Länder werden mit großer Wahrscheinlichkeit direkt auf der nächsten Ebene der Sicherheitsinnovationen einsteigen: mit dem ePass der zweiten Generation.

Diesen verbesserten ePass zeichnet die sichere Speicherung der persönlichen und biometrischen Daten des Inhabers – einschließlich Foto, Fingerabdruck und/oder einem Scan der Iris – im Chip des Passes aus, der in einem sicheren kontaktlosen Verfahren ausgelesen wird. Basic Access Control (BAC) verhindert dabei eine unabsichtliche Erfassung der auf dem Chip gespeicherten Daten und schützt so die Identität des Passinhabers. Auch bei der Passkontrolle gewährleistet BAC die Sicherheit der Kommunikation beim Auslesen des Reisedokuments mit einem Passlesegerät.

Der Inhaber des Passes wird durch den Abgleich der Chipdaten mit den visuellen Daten des Passes identifiziert und Betrugsversuche erkannt. Zentrale Bedeutung kommt dabei der Genauigkeit der gespeicherten biometrischen Daten zu, außerdem deren Sicherheit und der Leichtigkeit ihrer Prüfung und des Datenaustauschs mit sicheren Zertifikaten. Jetzt wird eine zusätzliche Sicherheitsebene – Extended Access Control (EAC) – eingeführt, um BAC zu verstärken. EAC bietet durch die Kombination von BAC, Chip-Authentifikation und Terminal-Authentifikation noch größeren Schutz vor unautorisiertem Lesen oder dem „Skimming“ der auf dem Chip gespeicherten persönlichen Daten.

Die verbesserte Funktionalität der ePässe der zweiten Generation führte auch zur Entwicklung weit leistungsfähigerer Chips mit Speicherkapazitäten von mindestens 64 kB, die eine Speicherung von Fingerabdrücken und die EAC-Funktionalitäten angemessen unterstützen. Viele der frühen, in ePässen der ersten Generation eingesetzten Chips mit geringerer Kapazität werden deshalb nach und nach durch Chips ersetzt, die eine nahezu doppelt so große Datenmenge speichern können und außerdem bessere Verarbeitungsfunktionalitäten und ein schnelleres Betriebssystem unterstützen.

Obwohl ePässe traditionelle Grenzen überwinden, um den internationalen Reiseverkehr sicherer zu machen, halten auch sie ihre ganz eigenen Herausforderungen bereit. Vielleicht die größte technische Hürde bei der Einführung eines auf ePässen basierenden Grenzkontrollsystems ist die unterstützende Infrastruktur. Derzeit verfügen noch nicht alle Länder über die notwendigen Anlagen und Infrastruktur, um die elektronische Überprüfung durchzuführen. Die Fähigkeit aller teilnehmenden Länder, die dem System zugrundeliegende Technologie auch zu nutzen bildet aber einen zentralen Faktor für dessen Erfolg.

Auch die Geschwindigkeit, Genauigkeit und Sicherheit der Lesegeräte für ePässe stellen einen wichtigen Erfolgsfaktor dar. Zudem könnten Pässe, die nicht den Anforderungen entsprechen ohne eine nahtlose Interoperabilität zwischen Transpondern und Lesegeräten sowie der Kompatibilität der in den unterschiedlichen Ländern eingesetzten Systeme erhebliche operative Probleme bedingen. Als komplexestes Element des Systems müssen die Lesegeräte mit einer Reihe von Chips und unzähligen Betriebssystemen kompatibel sein. Entwickler dieser Technologien arbeiten eng mit der ICAO und Regierungen auf aller Welt zusammen, um sicherzustellen, dass die Infrastruktur den an sie gesetzten Anforderungen gewachsen ist und die einzelnen Länder vertrauensvoll sichere Ausweise mit eingebetteter kontaktloser Technologie und sichtbaren Sicherheitselementen drucken können, die eine Fälschung verhindern.

Derzeit bieten Hersteller Dokumentenlesegeräte an, die den Standards entsprechen und Kontrolleure dabei unterstützen, die in eDokumenten hinterlegten Informationen zur direkten Identitätsprüfung zu nutzen. Trotz der Herausforderungen, welche die massenhafte Einführung von ePässen auf aller Welt mit sich bringt, sind bereits Millionen elektronischer Reisepässe im Umlauf und in allen größeren Flughafen gibt es Initiativen zur Einführung einer e-Grenzkontrollinfrastruktur im Laufe des Jahres 2010.

Um mit der ICAO zu sprechen: „Dies ist ein erster Schritt zur Einführung globaler staatlicher Reisedokumentsysteme und -technologien, die den Ansprüchen des 21. Jahrhunderts an Grenzkontrollen, deren Durchführung und den Sicherheitszielsetzungen mehr entsprechen.“ Während sich frühe Einführer des ePasses bereits um eine Verbesserung ihrer Pässe bemühen, wird dieser Trend unweigerlich immer weitere Funktionalitätsverbesserungen mit sich bringen und die Integration immer fortschrittlicherer Sicherheitsfeatures fördern.

Das hohe Sicherheits- und Authentifizierungsniveau der ePässe der zweiten Generation schlägt sich direkt in einer größeren Effizienz und größerer Bequemlichkeit für Regierungen und ihre Bürger nieder. Denn passbasierte Identitätskontrollen werden durch sichere kontaktlose Technologien schneller, einfacher und noch sicherer. Die Zweckmäßigkeit der einfacheren Abfertigung von Reisenden an Grenzübergängen ist ein offensichtlicher Vorteil der RFID-kompatiblen ePass-Technologie. Ihr größter Vorteil aber ist die Rolle, welche sie im nächsten Jahrzehnt im Schutz gegen den Terrorismus, illegale Immigration und Identitätsdiebstahl spielen wird – den größten Bedrohungen unserer Zeit für die nationale Sicherheit.

(Autor: Adam Tangun, HID Global, Anbieter von Identitätslösungen)

Info: www.hidglobal.com

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