Immer mehr Online-Händler erkennen das Potenzial des Singles Day

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Während Online-Händler hierzulande dem Black Friday entgegenfiebern, findet der Singles Day in China bereits in zwei verschiedenen Verkaufswellen statt. Warum sich das chinesische Shopping-Event auch in Deutschland etablieren wird, erklärt Damian Maib von Genuine German im Interview.
Online-Händler Onlinehandel Kundenzufriedenheit

Quelle: Lucky Business/Shutterstock

Damian Maib, Experte für Onlinehandel in China und Gründer der Agentur Genuine German, ist sich sicher, dass sich das chinesische Shopping-Event auch in Deutschland etablieren wird. Im Gespräch mit Christiane Manow-Le Ruyet, Chefredakteurin des e-commerce magazins, erklärt er, warum deutsche Online-Händler dem chinesischen Markt etwa fünf Jahre hinterherhinken.

Der Singles Day ist in Asien ein voller Renner – wie schätzen Sie die Entwicklung in Europa, beziehungsweise in Deutschland für Online-Händler ein?

Damian Maib: Neben dem Black Friday rückt auch der Singles Day in Deutschland und Europa immer stärker in den Vordergrund. Langfristig betrachtet ist es sogar denkbar, dass der Singles Day den Black Friday umsatztechnisch sogar überholen wird. Denn immer mehr Online-Händler erkennen das Potenzial des Singles Day chinesischen Shopping-Events für sich und planen ihre eigenen Auftritte zum chinesischen Shopping-Event. Während der Black Friday insbesondere für Schnäppchen im Bereich Consumer Electronics steht, könnte der Singles Day hierzulande insbesondere für die Kosmetik- und Beautybranche spannend werden. Drogerieketten wie Rossmann und dm waren bereits in diesem Jahr mit attraktiven Rabattaktionen vertreten.

Müssen Online-Händler in Zukunft damit rechnen, dass außer Black Friday, Singles Day noch weitere Online-Verkaufsaktionen in Zukunft wichtig werden. Wenn ja, welche neuen Trends können Sie in Asien bereits beobachten?

Damian Maib: Derzeit beobachten wir auf dem chinesischen Markt, dass sich vor allem die Shopping Events selber in ihrer Struktur und Dynamik verändern. Dieses Jahr hat der Singles Day erstmalig in zwei Verkaufswellen über elf Tage stattgefunden. Durch die Entzerrung reagierte Alibaba dieses Jahr auf die steigende Nachfrage der chinesischen Konsumenten. Diese ist auch dieses Jahr dank ausbleibender zweiter Infektionswelle im Land ungetrübt gewesen. Außerdem konnte durch die zeitliche Ausweitung logistischen Engpässen vorgebeugt werden.

Außerdem können wir hierzulande damit rechnen, dass solche Events generell in kürzeren Abständen stattfinden werden. Auf der chinesischen Plattform Tmall findet beispielsweise einmal im Monat ein Shopping Festival ausschließlich für importierte Marken statt, um das Cross Border Shopping anzuregen – und das mit Erfolg.

Welche Produkte werden beim Singles Day vor allem nachgefragt? Gibt es dabei Unterschiede zwischen der Nachfrage in Europa und Asien?

Damian Maib: Grundsätzlich lässt sich sagen, dass der Singles Day in China über alle Produktkategorien hinweg sehr gut performt. Besonders hervorzuheben sind aber Kategorien wie Beauty & Kosmetik sowie FMCG Produkte (Anmerk. d. Red. Fast Moving Consumer Products), die dort sehr beliebt sind. In Europa und speziell Deutschland sind derzeit vor allem Produkte aus dem Bereich Consumer Electronics am Singles Day sehr beliebt. Durch den Einfluss Chinas könnten aber auch bald hierzulande Beauty und Kosmetikprodukte zunehmend an Bedeutung gewinnen, da diese Nische bisher noch durch kein größeres Shopping Event besetzt wurde.

Was können europäische Händler vom Zukunftsmarkt China lernen und wie sollten Online-Händler am besten ihr Geschäftsmodell in Zukunft ausrichten?

Damian Maib: Im Hinblick auf die Entwicklung des Marktes ist China Deutschland in etwa fünf Jahre voraus. Wenn man als Händler also bereits jetzt im Zukunftsmarkt China aktiv ist beziehungsweise den dortigen Markteintritt plant, kann man für den heimischen Markt nur dazulernen. Alles was im chinesischen Markt von Relevanz ist, wird in Deutschland in drei bis fünf Jahren auch Thema sein. Wenn der deutsche Händler also relevant bleiben will, sollte er sein Geschäftsmodell kundenzentriert aufbauen und eine schnelle Produktentwicklung gewährleisten können.

Wie schaffen es chinesische Händler das On- und Offline-Geschäft erfolgreich miteinander zu verknüpfen?

Damian Maib: Ein reines Leben offline findet in China heutzutage gar nicht mehr statt. Während wir in Deutschland QR-Codes derzeit höchstens von Restaurantbesuchen zu Corona-Pandemie kennen, um unsere Kontaktdaten zu hinterlassen, sind diese in China omnipräsent im Alltag vertreten. Sei es an der Kasse am Supermarkt, im öffentlichen Personenverkehr oder im Restaurant, wo neben der digitalen Menükarte das Essen auch per QR-Scan bezahlt wird. So werden auch ehemalige Verkaufsflächen in Showrooms umfunktioniert – der Kunde scannt im Laden die Produkte seiner Wahl und lässt sie sich bequem nach Hause schicken. Generell kann man sagen, dass in China die Online-Funktionen konsequent genutzt werden, um das Leben offline zu optimieren.

Wie wird sich Ihrer Meinung nach der europäische, beziehungsweise deutsche Onlinehandel in Zukunft verändern?

Damian Maib: Generell ist abzusehen, dass wir uns in Europa mittelfristig dem chinesischen Markt annähern werden, wie wir ihn heute kennen. Auch die hiesigen logistischen Infrastrukturen werden sich denen Chinas anpassen, sodass wir uns auf schnellere Lieferzeiten, aber auch auf kürzere Stornierungsfristen einstellen können. Während Amazon in manchen Ländern wie zum Beispiel Schweden gerade erst mit einer eigenen Webseite auf den Markt gegangen ist, sind wir in Deutschland schon weiter, was die logistischen Infrastrukturen betrifft. Weiterhin werden in Zukunft auch Rabatt-Tage wie der Singles Day oder Black Friday an Bedeutung gewinnen. Denn die Teilnahme als Händler kann auch nachhaltig auf die Marke einzahlen.

Lesen Sie auch: Onlinehandel nach dem Lockdown – die aktuelle Lage in China

Damian Maib ist Gründer der Agentur Genuine German und Experte für Onlinehandel in China. Mit seinem Unternehmen unterstützt er deutsche Firmen dabei, in China Fuß zu fassen. Zu seinen Kunden gehören bekannte deutsche Unternehmen wie dm und Beiersdorf. Die Agentur ist offizieller Partner von Alibaba Tmall. (sg)

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