30.11.1999 – Kategorie: IT, Technik

Intel hofft nach Gewinneinbruch auf Internet-Boom

„Das aktuelle Marktumfeld ist für die gesamte Chipbranche alles andere als einfach. Obwohl das vierte Quartal nicht so ausgefallen ist, wie wir uns das erhofft haben und bis 2010 große Herausforderungen vor uns stehen, bleibt der Trend zur Miniaturisierung und Digitalisierung unaufhaltsam“, fasst Intel-Deutschland-Chef Hannes Schwaderer die Ergebnisse des vierten Quartals 2008 zusammen. Wie der Branchenprimus mitteilte, muss man im Vergleich zur Vorjahresperiode einen Gewinneinbruch um 90 Prozent auf 234 Millionen Dollar verkraften. Auch der Umsatz Intels fiel um 23 Prozent auf 8,23 Mrd. Dollar. Für die Rückgänge führt der Konzern vor allem den überraschenden Nachfragerückgang sowie Belastungen aus der Clearwire-Übernahme an.

„Mit dem Atom-Prozessor haben wir neue Maß;stäbe in Sachen Leistungsfähigkeit und Größ;e geschaffen. Trotzdem wird die Wirtschafts- und Finanzkrise unsere Ausgaben im Bereich von Forschung und Entwicklung nicht ausbremsen. Schließ;lich sind sowohl die Auto- als auch die Maschinenbauindustrie an noch leistungsfähigeren Chips für die Bordelektronik interessiert“, gibt sich Schwaderer zuversichtlich. Die wirtschaftliche Situation von Branchenriesen wie Intel gilt für die Technologiebranche als wichtiger Indikator. Da das Verbraucherverhalten für die kommenden Jahre laut Schwaderer „sehr schwierig abschätzbar ist“, könnten aussagekräftige Prognosen kaum getroffen werden. Eine offizielle Prognose gab auch Intel-Chef Paul Otellini nicht ab. Intern rechnet man jedoch mit Erlösen von rund sieben Milliarden Dollar für das erste Geschäftsquartal 2009.

Nach wie vor Probleme bereitet Intel der zuletzt stagnierende PC-Markt. Daran konnte selbst der anhaltende Erfolg der Mini-Notebooks (Netbooks), in denen oft der stromsparende Atom-Prozessor zum Einsatz kommt, nichts ändern. In den vergangenen Jahren stiegen die Verkäufe im PC-Segment noch im Schnitt um 15 Prozent. „Heute nutzen erst 1,5 Milliarden Menschen das Internet. 2020 werden es ersten Schätzungen nach bereits fünf Milliarden Internetnutzer sein. Hier besteht also noch ein ordentliches Wachstumspotenzial, von dem wir profitieren werden“, so Schwaderer. Intel steht in dem schwierigen Marktumfeld jedoch nicht allein da. So hatten schon fast alle Hersteller vor Einbrüchen gewarnt. Vor allem der deutsche Halbleiterkonzern Infineon musste nach einem milliardenschweren Verlust in 2008 auch für das laufende Jahr rote Zahlen und einen Umsatzeinbruch vorhersagen.

Im Gesamtjahr 2008 fiel Intels Nettogewinn von 6,98 Milliarden Dollar in 2007 um 24 Prozent auf 5,29 Milliarden Dollar. Gegenüber 2007 sank der Umsatz in den vergangenen zwölf Monaten um zwei Prozent von 38,33 Milliareden auf 37,59 Milliarden Dollar. Umfangreiche Einsparungen sollen die Verluste nun einbremsen helfen. Dazu zählen, dass Neueinstellungen bereits gestoppt wurden und man sich künftig mit Neuakquisitionen zurückhalten möchte. Vor allem die Übernahme der Internetfirma Clearwire belastet das Schlussquartal 2008 mit einer Abschreibung über eine Mrd. Dollar. Die für Branchenkenner und Analysten hinsichtlich der Prognosen wichtige Bruttomarge des Unternehmens rutschte von fast 59 Prozent im dritten Quartal 2008 auf nur knapp über 53 Prozent. Dies belastet auch die Gewinnsituation je Aktie. Diese stürzte nach 38 Cent im Jahr zuvor auf nunmehr vier Cent.

Info: http://www.intel.com


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