Internet-Strukturdaten: Golden Oldies erobern das Web

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Der Anteil der deutschen Erwachsenen, die das Internet zu Hause, am Arbeitsplatz oder anderswo nutzten, lag im II. Quartal 2013 bei 78 Prozent. Im Einzelnen waren dies 85 Prozent der Männer und 71 Prozent der Frauen, im Osten der Republik 72 Prozent sowie im Westen 79 Prozent. Diese Zahlen veröffentlicht die Forschungsgruppe Wahlen in ihren aktuellen Internet-Strukturdaten. Auch wenn die Internet-Nutzung in Bezug auf das Alter der Befragten unterhalb von 60 Jahren kaum mehr Unterschiede aufweist, fällt jedoch nach wie vor die hohe Abstinenz bei über 60-Jährigen auf: Bei Bürgern bis 59 Jahren lag die Zugangsrate im II. Quartal bei 94 Prozent, bei Bürgern ab 60 Jahren bei nur 48 Prozent (plus drei Prozentpunkte im Vergleich zum I. Quartal 2013). Größere geschlechtsspezifische Unterschiede zeigten sich dabei ebenfalls nur in der höchsten Altersgruppe: 62 Prozent der Männer ab 60 Jahren waren im Internet präsent, aber nur 36 Prozent der Frauen ab 60 Jahren.

Die Nutzungsintensität korreliert stark mit dem Alter: In der Gesamtheit aller Befragten lag der Anteil derer, die über zehn Stunden pro Woche im Internet verbringen, bei 27 Prozent. Bei den jüngsten Befragten, den 18- bis 24-Jährigen, waren es 72 Prozent. In der Gruppe aller unter 60-Jährigen lag der Anteil bei 37 Prozent und in der Generation 60 plus lediglich bei neun Prozent. Weniger intensiv (zwischen drei und zehn Stunden pro Woche) waren 34 Prozent aller Bürger im Netz unterwegs und 16 Prozent eine bis zwei Stunden. Außerdem nutzten Männer aller Altersgruppen das Internet zeitintensiver als gleichaltrige Frauen.

Innerhalb den einzelnen Bildungsgruppen unterschied sich die Internet-Nutzung bei Bürgern unter 35 Jahren kaum, fast jeder war online. Bei Bürgern ab 35 Jahren gab es hingegen etwas größere Unterschiede: So war der Anteil der Internet-Nutzer bei Befragten mit Hochschulreife (81 Prozent) deutlich höher als in allen anderen Bildungsgruppen. Bei Befragten mit Mittlerer Reife lag der Anteil bei 64 Prozent, bei Befragten mit Hauptschulabschluss und Lehre bei 67 Prozent und bei Befragten mit Hauptschulabschluss ohne Lehre bei 60 Prozent.

Die Berufsgruppenzugehörigkeit spielte ebenfalls eine gewisse Rolle. In der Gruppe der einfachen bis mittleren Angestellten und Beamten lag der Onliner-Anteil im II. Quartal bei 79 Prozent. In der  Gruppe der leitenden Angestellten und höheren Beamten lag er bei 85 Prozent und bei den Selbstständigen bei 86 Prozent. Unterdurchschnittlich fiel hingegen der Anteil der Internet-Nutzer in der Gruppe der Arbeiter aus (70 Prozent).

Mehr als zwei von fünf Deutschen (43 Prozent) bezogen Politiknachrichten aus dem Internet. Betrachtet man nur die Gruppe der Onliner, so waren es 55 Prozent. Diese Werte sind über die Jahre vergleichsweise stabil. In allen Altersgruppen nutzten zum Teil wesentlich mehr Männer als Frauen das Internet als Informationsquelle, zudem informierten sich die unter 60-Jährigen häufiger über Politik im Internet als die über 60-Jährigen.

 Die Quartalsdaten basieren auf repräsentativen telefonischen Befragungen der Forschungsgruppe Wahlen von insgesamt 3.751 Deutschen ab 18 Jahren zwischen dem 23.04. und 27.06.2013.

 

 

 

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