11.01.2012 – Kategorie: IT, eCommerce

Interview: “The Klarna way of doing it”

Ecm: Klarna hat im Dezember mehr als 115 Millionen Euro für seine globale Expansion bekommen. Wer hat diese riesige Summe investiert? Bekannte Investoren?

Sebastian Siemiatkowski: Wir hatten das Glück zwei neue Investoren, DST Global und General Atlantic zusätzlich zu unserem bisherigen Investor Sequoia Capital zu finden. Besser gesagt: diese Investoren haben nach interessanten Unternehmen Ausschau gehalten und uns dann kontaktiert. Was uns hier besonders freut, ist, dass es sich um wirklich hochkarätige  Investoren handelt, die beispielsweise schon früh auf Twitter und Facebook gesetzt haben – und diese beiden Unternehmen sind ja echte Erfolgsstories geworden.

Ecm: Was geschieht mit dem Geld und welche Auswirkungen hat das für Klarna in Deutschland?

Sebastian Siemiatkowski: Der Wunsch, im Internet auf Rechnung zahlen zu können, ist kein deutsches oder nordeuropäisches Phänomen. Wir sind davon überzeugt, dass die Trennung des Einkaufserlebnisses vom reinen Bezahlvorgang, wie wir sie ermöglichen, die Zukunft ist. Es entspannt die Kunden, erhöht den Spaß am Shoppen und bringt so den Händlern mehr Geld in die Kassen. Dafür wollen wir, unterstützt durch unsere neuen finanziellen Mittel, die Händler gewinnen. Zunächst in Deutschland, dann in Europa und dann weltweit. Aber der Reihe nach und nicht alles mit einem „Big Bang“. Das entspräche nicht der Klarna-Philosophie, die unter anderem beinhaltet, nachhaltig zu wachsen. In Deutschland herrscht in unserer Branche ein fairer Wettbewerb, aber wir sind anders und das ist unser Vorteil. Unser Unternehmen gibt es mittlerweile seit sieben Jahren. Das spricht aus unserer Sicht und der vieler Kunden in Deutschland für uns und gibt uns beim Thema Vertrauen eine hohe Wertigkeit.

ECM: Wollen Sie das Geld auch verwenden, um möglicherweise mehr Payment-Varianten anzubieten?

Sebastian Siemiatkowski: Wir wollen den Kunden vor allem einfache Möglichkeiten der Bezahlung anbieten und das ist der Fall, wenn der Kunde die Ware erhalten hat und dann erst zahlen muss. Daran werden wir festhalten, denn Payment im Internet ist nach wie vor ein zu kompliziertes Thema. Aber die Möglichkeiten, wie unsere Kunden nach Erhalt der Ware dann an uns zahlen, lassen sich sicherlich erweitern.

ECM: Klarna will in Israel sein Research & Development Department deutlich ausbauen. Wie kommt denn ein schwedisches Unternehmen an eine Dependance in Israel?

Sebastian Siemiatkowski: Im Mai 2011 haben wir Analyzd gekauft, ein Unternehmen, das im Bereich Risikoanalyse bei Payment-Prozessen unterwegs ist. Dieses Unternehmen sitzt in Tel Aviv und hat ein hervorragendes Team aus Entwicklern. Am Standort Stockholm sind wir mittlerweile über 400 Mitarbeiter. Die meisten davon sind ebenfalls Entwickler und es fällt uns langsam schwer, weitere gute Experten vor Ort zu finden. Deswegen liegt es für uns auf der Hand, die bestehenden Ressourcen in Israel zu erweitern. Auch das gehört zu unserer Philosophie: Schritt für Schritt bestehendes zu erweitern, kurz: „The Klarna way of doing it“.

Sebastian Siemiatkowski ist CEO und einer von drei Gründern von des Anbieters von Zahlungslösungen im Internet – Klarna. Er startete Klarna bereits 2005 zusammen mit seinen Studienkollegen Niklas Adalberth und Victor Jacobsson.

 


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