IT-Sicherheit: Diese neuen Anbieter drängen auf den Markt

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IT-Sicherheit: Diese neuen Anbieter drängen auf den Markt

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Der Markt für IT-Sicherheit entwickelt sich kontinuierlich weiter und Technologie-Anbieter wie auch Nutzer müssen sich ständig an dieses dynamische System anpassen. Neue Anbieter innovativer Lösungen tauchen immer wieder auf dem Markt auf und stoßen mit scheinbar kleinen Veränderungen große Umwälzungen an. Gastautor Egon Kando von Exabeam erklärt die Hintergründe.
IT-Sicherheit

Quelle: Gorodenkoff/Shutterstock

Die IT-Sicherheit ist ein gutes Beispiel für die ständigen Veränderungen auf dem Markt. Einst waren Firmen wie McAfee, Symantec, Splunk, RSA oder Check Point Software die großen Player in ihren Teilmärkten für Firewall, Endpoint-Security, SIEM oder Identity Management. Diese erste Generation der Sicherheitstechnologien wurde in den meisten Fällen jedoch eine lange Zeit vor dem großen Datenwachstum in den frühen 2000er Jahren entwickelt. Neue Unternehmen mischen jetzt viele Teilmärkte der IT-Sicherheit mit innovativen Produkten auf – und schicken sich an, die Marktführer von der Spitze zu verdrängen. Dabei helfen ihnen Schlüsseltechnologien wie Cloud, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen.

IT-Sicherheit: Wachsende Bedrohungslage erfordert neue Technologien

Da sich die Bedrohungslage ständig ändert, steht jeder Hersteller im Markt für IT-Sicherheit ständig vor der Herausforderung neue Technologien in seine Produkte integrieren zu müssen. Ohne diese Innovation kann ein Anbieter nicht mit der wachsenden Bedrohungslage Schritt halten. Jahrzehnte an Erfahrung zu haben bietet bei der kontinuierlichen Anpassung an neue Gegebenheiten grundsätzlich natürlich Vorteile.

Wenn es jedoch darum geht neue, komplexere Technologien wie Cloud, KI oder maschinelles Lernen in ihre etablierten Produkte zu integrieren, haben auch viele erfahrene Hersteller Probleme. Es ist eben einfacher ein Produkt von Grund auf neu zu konzipieren, damit es perfekt in der neuen Welt funktioniert, als ein bestehendes an neue Rahmenbedingungen anzupassen, für die es ursprünglich einfach nicht geplant war.

Wer also sind die neuen Anbieter am Markt, die die Platzhirsche am Markt mit ihren moderneren Lösungen verdrängen wollen oder dies bereits getan haben? Und auf welche Technologie sollten Nutzer zukünftig ein besonderes Auge haben, um die Sicherheit ihres Unternehmens zu verbessern? Dafür lohnt ein Blick auf den Markt in den Bereichen Firewall, Endpoint-Security, SIEM und Identity Management.

IT-Sicherheit: Firewall-Lösungen

Der Markt für Firewalls ist der größte innerhalb der Cybersecurity. Einst wurde der Markt von Check Point Software dominiert, das 1993, lange Zeit vor dem Datenboom zu Beginn des Jahrtausends, gegründet worden war. Die Wachablösung fand hier bereits 2012 statt, als Palo Alto nach einem Börsengang den Markt systematisch aufrollte. Die Marktführerschaft sicherte sich Palo Alto damals mit einer Cloud-basierten Ausrichtung auf traditionelle netzwerkbasierte Firewall-Lösungen, der Check Point Software mit seiner veralteten Technologie nichts entgegensetzen konnte. Auch Fortinet ist im Markt für Firewalls ein ernstzunehmender Player, der seine Produkte schon frühzeitig mit Multi-Cloud-, IoT- und SD-WAN-Fähigkeiten ausstattete.

IT-Sicherheit: Endpoint-Security-Lösungen

Endpoint Security ist der zweitgrößte Markt innerhalb der Cybersicherheit für Unternehmen. Symantec und McAfee waren hier einst die Marktführer sowohl für Unternehmen als auch im Konsumentenbereich. Der Status Quo dieser bisherigen Marktführer steht nun seit prominenten Börsengängen zweier Herausforderer auf dem Spiel: Sowohl Carbon Black als auch CrowdStrike gingen im zweiten Quartal 2019 erfolgreich an die Börse. Carbon Black hebt sich dadurch von den bisherigen Lösungen ab, dass es ungefilterte Unternehmensdaten von Endpunkten scannt. Die Technologie verspricht viele Vorteile und Investoren spülten 1,27 Milliarden US-Dollar in die Kassen des Unternehmens aus Massachusetts.

Einen noch erfolgreicheren Börsengang konnte das 2011 gegründete Unternehmen, CrowdStrike aus Sunnyvale im Silicon Valley, verzeichnen. Der IPO im Juni 2019 brachte fast 7 Milliarden US-Dollar in die nun prall gefüllte Kriegskasse der Kalifornier. Wie im oben genannten Fall der Wachablösung bei Firewalls spielt auch hier die Cloud eine Schlüsselrolle: CrowdStrike bietet die branchenweit erste Cloud-native Lösung zur Erkennung und Reaktion von Endpunkten an.

IT-Sicherheit: Security Information and Event Management – SIEM

Splunk ist als Anbieter von Protokoll- und Sicherheitsmanagement bekannt und konnte mit seiner Lösung nach seiner Gründung im Jahr 2003 als Marktführer etablieren. Da das Unternehmen jedoch vor langer Zeit und allem vor dem Big-Data-Boom gegründet worden war, steht die Technologie des bisherigen Marktführers vor enormen Problemen mit neuen Angeboten mitzuhalten. Das Preismodell nach Datenmenge abzurechnen ist in Zeiten von explodierenden Datenmengen einfach nicht mehr zeitgemäß und die effiziente Verarbeitung der enorm gestiegenen Protokolldaten ist ohne künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen längst nicht mehr möglich. Anbieter der neuen Generation haben diese Probleme bereits gelöst, da ihre Plattformen in das Big-Data-Zeitalter hineingeboren und nativ dafür entwickelt wurden.

Ein modernes SIEM basiert auf maschinellem Lernen, erhöht die Erkennungsrate, steigert die Effizienz und kann in vielen Fällen auch modular angeboten werden, um bereits getätigte Investitionen zu veredeln. Kein Wunder graben diese neuen und moderneren Lösungen dem bisherigen Marktführer Splunk langsam aber sicher das Wasser ab. Exabeam als Anbieter einer SIEM-Plattform der nächsten Generation wurde beispielsweise erst 2013 gegründet und hat in den letzten Jahren insgesamt 190 Millionen US-Dollar an Kapital von privaten Investoren eingesammelt. Ein Börsengang des Anbieters aus San Mateo, ebenfalls im Silicon Valley, wurde bereits für Ende 2020 angekündigt, was die Wachablösung in diesem für Unternehmenssicherheit wichtigen Markt dann wohl noch weiter beschleunigen wird.

IT-Sicherheit: Identity Management

RSA dominierte viele Jahre den Markt für Identitäts- und Zugriffsmanagement und ist vor allem für sein SecurID-Produkt bekannt, das eine Zwei-Faktor-Authentifizierung für Hunderte von Technologien ermöglicht. Das Unternehmen aus Bedford in Massachusetts wurde schon in den frühen 80ern gegründet und firmiert heute unter dem Dach des IT-Giganten Dell.

Neue Anbieter wie Okta und Duo kratzen jedoch am Status des Marktführers. Anders als die auf Hardware basierten Produkte von RSA basieren die Dienste von Okta auf der AWS Cloud. Das Unternehmen wurde erst 2009 gegründet und hatte seinen Börsengang im Jahr 2017 mit einem Gesamtwert von über sechs Milliarden US-Dollar. Auch Duo Security, das von Cisco für 2,3 Milliarden US-Dollar erworben wurde, und unter vielen anderen Kunden auch die Zwei-Faktor-Authentifizierung für Facebook bereitstellt, ist ein ernstzunehmender Gegner für RSA.

Auf zukunftsfähige Technologien setzen

Um den heutigen Cybersecurity-Risiken begegnen zu können, sind Sicherheitstechnologien der neuesten Generation wichtiger denn je. Die Budgets vieler Unternehmen für ihre Sicherheit steigen kontinuierlich und die Finanzwelt investiert fleißig in neue, innovative Firmen. Entsprechend hart umkämpft ist der Markt in allen seinen Sparten. Schlüsseltechnologien wie Cloud, künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen sind wichtige Kriterien neuer Anbieter auf dem Weg zum Erfolg. Für Unternehmen lohnt sich vor der Auswahl eines Anbieters der genaue Blick, ob sich der in der engeren Wahl befindliche Anbieter mit seiner Technologie auf dem aufsteigenden oder absteigenden Ast befindet.

Über den Autor: Egon Kando ist Regional Sales Director Central & Eastern Europe bei Exabeam. Der diplomierte Ingenieur ist seit über 18 Jahren im IT-Security Markt tätig und begann seine Karriere bei der BinTec AG in Nürnberg. Im Verlauf seiner Karriere war der IT-Spezialist in verschiedenen Positionen bei Internet Security Systems, IBM ISS, SonicWALL und Imperva beschäftigt. (sg)

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