KI im E-Commerce: Was funktioniert bereits heute?

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KI im E-Commerce: Was funktioniert bereits heute?

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Technologien wie Buchdruck oder das Internet haben Copywritern schon immer geholfen. Heute sind wir sogar so weit, dass intelligente Maschinen Texte schreiben können. Künstliche Intelligenz spielt dabei eine immer wichtigere Rolle bei der Gestaltung von Marketinginhalten, vor allem im E-Commerce.
KI im E-Commerce

Quelle: Jinning Li/shutterstock

2020 war das Jahr für Tech-Geeks, denn OpenAI hat GPT-3 auf den Markt gebracht. Es ist ein Sprachverarbeitungsmodell, auf dem eine Vielzahl von Copywriting-Software basiert. GPT-3 nutzt maschinelles Lernen und Deep Learning, um neue Texte zu produzieren. Bei maschinellem Lernen geht es darum, dass die KI ohne menschliche Anweisungen lernt Aufgaben auszuführen. Es analysiert Daten, ermittelt ein Muster und wendet es an, um neue Texte zu kreieren. Unter Deep Learning versteht man das Gehirn der KI. Ein gigantisches neurales Netzwerk, das die Denkweise der Menschen nachbilden will. Mit 175 Millionen Synapsen ist GPT-3 der größte Computerlinguistik-Transformator und kommt somit von allen Technologien dem menschlichen Gehirn am ähnlichsten. Dieses besitzt nämlich 125 Billionen Synapsen.

Wie funktioniert etwa die KI mit den wichtigsten Daten zu füttern, damit ein passendes Ergebnis herauskommt? Worauf muss man dabei achten?

Henrik Roth: Die KI passt sich durch fortschreitende Lernalgorithmen an. Sie findet Struktur und Regelmäßigkeit in Daten, sodass der Algorithmus eine Fähigkeit erwirbt: Er wird zu einer Sortiermaschine und einem Prädiktor, der sich durch Daten Fähigkeiten selbst beibringt. KI analysiert mehr und tiefere Daten mithilfe von neuronalen Netzwerken. Sie benötigen viele Daten, um Deep-Learning-Modelle zu trainieren, da sie direkt aus den Daten lernen und dabei gilt: je mehr, desto genauer werden sie. 

“Die KI ist nur so effektiv wie die Informationen und Daten, mit denen sie gefüttert wird”

“Du bist, was du isst”. Dieses Zitat gilt auch für die KI, denn ihre Existenz wird durch die Informationen und Daten bestimmt, mit denen Menschen sie füttern. Sie arbeitet, indem sie durch fleißiges Trainieren lernt und bekommt dann Feedback zu dem Ergebnis. Mit der Zeit und einer Vielzahl an Dokumenten ist das System dann in der Lage, intelligente Vermutungen aufzustellen. Sie ordnet dann die Dokumente in Kategorien ein, nämlich ansprechende und nicht ansprechende Dokumente.

Wenn Personen das System nicht mit einer repräsentativen oder ausreichend großen Auswahl an Inhalte füttern, wird es nicht lernen, was es braucht, um seine Aufgabe zu erfüllen. Wenn die Person, die das System trainiert, nicht über ausreichende Kenntnisse verfügt, um der KI den Unterschied zwischen ansprechenden und nicht ansprechenden Dokumenten genau beizubringen, wird sie falsch lernen. Die KI ist also nur so effektiv wie die Informationen und Daten, mit denen sie gefüttert wird.

KI im E-Commerce
Bild: Jay Alammar

GPT-3 verwendet ein neuronales Netzwerk, das auf einem Deep-Learning-Modell basiert. Es nutzt bestimmte KI-Algorithmen und vorhandene Inhalte, um neue Inhalte zu erstellen. Die KI sucht nach bestimmten Mustern und versucht, daraus Schlüsse zu ziehen, genau wie damals in der Schule. Die Lehrer haben Ihnen Theorien beigebracht, und Sie mussten sie auf verschiedene Aufgaben anwenden.

So funktioniert es im Grunde auch bei GPT-3. Die KI trainiert ihre Algorithmen, indem sie Daten sammelt, Schlussfolgerungen zieht und diese auf neue Inhalte anwendet. Als Ergebnis erhält sie Feedback und verbessert ihren Algorithmus. Wenn der Algorithmus gut genug ist, um Schlussfolgerungen zu ziehen, dann nutzt GPT-3-KI dieses Wissen für neue Texte.  GPT-3 wurde mit einem westlichen Textkorpus trainiert und kommt am besten mit Englisch und Deutsch zurecht.

Texte mit KI generieren: Die Schritt-für-Schritt Umsetzung

Oft sind Copywriter überfordert mit dem Wie, Wo und Was. Deshalb wird im Folgenden erklärt wie man Texte am besten mit der künstlichen Intelligenz generiert. Zuerst ist es wichtig, dass sie den Marketingkanal und die Textart aussuchen. Sie sollen die Marketingkanäle sortiert, bei denen Texte einen wichtigen Unterschied für die Marketingperformance des Unternehmens machen. Außerdem ist es wichtig sich zu überlegen, bei welcher Textart man am meisten Zeit investiert und diese dementsprechend zu priorisieren. 

Dann ist es wichtig bei der Vielzahl an Tools, das richtige zu finden. Dabei sollte man darauf achten, was der Grund für die Veränderung ist. Geht es um Sprache oder Ausdrucksweise, Betreffzeilen oder Produktbeschreibungen, oder geht es darum kurze kreative Texte optimiert für die Zielgruppe zu verfassen? Verschieden KI-basierte Tools fokussieren sich auf verschiedene Faktoren. Daher sollte viel Zeit in die Recherche investiert werden.

Daraufhin registriert man sich auf der Webseite des entsprechenden Tools und gibt einen Input in die Maschine. Bei den meisten Tools reicht es aus mit ein paar Schlüsselwörtern oder einer kurzen Beschreibung das Thema zu vermitteln. Das Resultat ist dann von der KI generierte Texte zu dem bestimmten Thema. 

Die Auswahl des besten Texts stellt eine relevante Entscheidung dar

Wie kann der Copywriter den besten Text unter den verschiedenen Versionen wählen?

Henrik Roth: Ein wichtiger Punkt ist, den besten Text auszusuchen. Die KI verfasst verschiedene Versionen von Texten zu dem bestimmten Thema, damit Copywriter sich aussuchen können, wie sie ihr Produkt für Onlineshopper vermitteln wollen. Die KI stellt Erfolgsprognosen für die verschiedenen Versionen her. Nehmen wir mal einen Betreffzeilen-Generator als Beispiel: Hier prognostiziert die KI, um wie viel Prozent die Öffnungsrate steigen wird, wenn der Copywriter sich für diese bestimmte Betreffzeile entscheiden würde. Der Copywriter sollte dementsprechend die Erfolgsprognosen der verschiedenen Text-Optionen vergleichen und gleichzeitig darauf achten, dass der Text zur Unternehmenssprache passt. 

Zuletzt sollen Copywriter Performance-Daten hinzufügen, um die KI zu trainieren. Informationen zu Öffnungsrate und Klickrate können der KI im Nachhinein vermittelt werden, damit sie die Daten analysiert und somit daraus lernen kann bessere Prognosen zu erstellen. Dr. Jonathan T. Mall, Co-Founder von neuroflash ist der Meinung: „Die Zukunft liegt nicht in der Generierung. Die Zukunft liegt in der Kuratierung. Es geht darum, der Person zu helfen, eine Auswahl zu treffen und zu verstehen, welche dieser Millionen von Wörtern, die sie nutzen kann, tatsächlich funktionieren werden.” 

Wie E-Commerce und Handel von KI-basierten Texten profitieren

Bild: it-daily

Die KI bringt viele Vorteile mit sich vor allem für Werbetexter im Handel und E-Commerce. Denn insbesondere in diesen Gebieten müssen sie schnell und oft kreative Texte verfassen, was auf Knopfdruck jedoch nicht immer so einfach ist. KI basierte Tools nimmt ihnen viel Druck, denn die sie arbeitet schnell und bietet viele verschiedene Text-Optionen.

Copywriter sparen auch viel Zeit und somit viel Geld, welches für A/B-Testing gebraucht wird. Viele Tools validieren die verfassten Texte und zeigen Erfolgsprognose für jede Option an. Des Weiteren sind die von der KI verfassen Texte schon so gut, dass sehr gute Betreffzeilen gegen weitere sehr gute Betreffzeilen getestet werden und somit die Wirkung sich verbessert. 

Man sieht an den Vorteilen der KI, wie wichtig sie für Unternehmen sein kann. Viele sind schon sehr überzeugt von dieser Technologie, was man an einigen Statistiken erkennen kann: Eine Studie von Accenture zeigt, dass bis zum Jahr 2035 die KI die Profitabilität von Unternehmen um ungefähr 38% steigern kann. 

Grenzen der KI im E-Commerce

Wo sind der KI Grenzen gesetzt?

Henrik Roth: Doch obwohl GPT-3 und KI Meilensteine der Computergeschichte sind, ist der Weg nach vorne noch neblig, denn ihr sind einige Grenzen gesetzt. Wie schon erwähnt braucht sie viele Daten, damit ihre Vorhersagen und Entscheidungen richtig trainiert werden können. Doch sind Daten mittlerweile der begehrteste Rohstoff, das zu einer neuen Währung geworden ist. Große Datenmengen befinden sind in den Händen von großen Unternehmen. Und das ist das Problem: Große Unternehmen haben den Vorteil genug Ressourcen zu haben, um sich eine Vielzahl an ansprechenden Daten zu verschaffen. Dabei kommen kleine Unternehmen sowie Start-ups zu kurz und können schwer in das Rennen um die KI einsteigen.   

Das bringt mich zum nächsten Punkt, nämlich hohe Kosten, die aufkommen, um Daten zu sammeln, speichern und analysieren. Auch sind qualifizierte Ingenieure in diesem Bereich derzeit ein rares Gut und somit auch ein sehr teures Gut. Das wiederum ist ein Nachteil für kleine Unternehmen und Start-ups, die diese Kosten selten tragen können. Außerdem darf nicht vergessen werden, dass die KI zwar sehr schlau ist und guten Inhalt generieren kann, aber es fehlt ihr an Lebenserfahrung, menschlichem Wissen und vor allem an menschlichen Emotionen. Sie kann sehr rational und sachlich sein, aber sie kann nun mal keine Emotionen kreieren. KI ist also da, um die Aufgaben von Copywritern und Werbetextern zu vereinfachen.

Beispiele für KI im E-Commerce

KI im E-Commerce
Bild: neuroflash

Ein Beispiel ist der KI-basierte Betreffzeilen Generator von neuroflash, der viele Firmen zu höheren Öffnungsraten und damit höhere Profite verholfen hat. Das sieht auch der größte E-Commerce Supermarkt der Schweiz Migros. Sie testeten den menschlich verfassten Betreff “Migros Online nur mit dem Migros Login” gegen den KI-genierten Betreff “Migros Login – für Ihre Sicherheit wird hier gesorgt”. Das Wort “Sicherheit” hat hierbei dazu verholfen, dass die Öffnungsrate um 5% stieg. Demnach lösen bestimmte Wörter Emotionen aus und sprechen den Kunden besser an. In diesem Fall hat das Wort “Sicherheit” dazu geführt, dass sich Kunden geborgener fühlen.

Auch bei den Schmerzspezialisten Liebscher & Bracht hat der KI-basierte Betreffzeilen Generator eine höhere Öffnungsrate ermöglicht. Aus “Neustart ohne Schmerzen” wurde “Diese Übung macht den Neustart leicht und entspannt”. Durch die neue Betreffzeile erhöhte sich die Öffnungsrate um 7,4%. Hier fühlten sich die Leser besser mit den positiven Adjektiven “leicht und entspannt” statt mit der Verneinung des negativen Wortes “Schmerz”.

Wie die KI E-Commerce außerdem noch unterstützt

KI im E-Commerce
Bild: mygreatlearning

Die KI generiert also kreative Texte für den Handel und dem E-Commerce, aber was kann es außerdem noch? KI kann auch Shopping-Muster prognostizieren, indem sie auf die vergangenen Einkäufe eines Einkäufers schauen. E-Commerce Unternehmen können die analysierten Prognosen dann nutzten, um mit entsprechenden Angebote gezielt den Kunden anzusprechen. Personalisierte Produktempfehlungen erhöhen die Konversionsrate um 915 Prozent und durchschnittliche Bestellwerte um drei Prozent (Quelle: Perzonalization).

Außerdem können Chatbots und virtuelle Assistenten durchgehend Kunden zufriedener stellen. Sie müssen nämlich nicht zu einer bestimmten Zeit shoppen gehen, um Unterstützung zu bekommen. Die KI-Technologien werden immer intuitiver und menschenähnlicher, sodass der Einkäufer sich immer wohler fühlt.  KI-basiertes Copywriting liegt nicht in der Zukunft, sondern wird bereits heute von vielen Marken im E-Commerce genutzt.

Es ist eine erstaunliche Technologie, die nicht nur Leben vereinfacht. Es wird auch Unternehmensbereiche revolutionieren, insbesondere den Marketing- und E-Commerce-Bereich. Wie schnell sich die KI ausbreitet, kommt ganz darauf an, wie Firmen sie annehmen. Sie müssen ihr erst einmal vertrauen können, menschliche Aufgaben zu übernehmen und gewillt sein sie in ihre Unternehmensprozesse mit einzubauen. Die Technologien entwickeln sich immer schneller daher kann man sich nur fragen, was die Zukunft mit künstlichen Maschinen mit sich bringt.

Lesen Sie auch: E-Commerce-Strategie – So schaffen Onlinehändler eindrucksvolle digitale Erlebnisse.

Henrik Roth
Bild: neuroflash

Über den Autor: Henrik Roth gründete sein erstes Start-up mit 14 Jahren und beschäftigt sich seitdem mit Digital Marketing und Unternehmertum. In 2020 stieg er bei dem 2017 gegründeten Start-up neuroflash ein und ist jetzt CMO des Unternehmens.

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One Response

  1. Martin sagt:

    Die ersten beiden Sätze im Vorspanntext zu dieser Meldung beinhalten schon so viele Fehler, dass man meinen könnte: hier hat die KI bei der Grammatik jedenfalls nicht geholfen.

Comments are closed.

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