Kommentar: Cyber Monday: Wie sich Online-Shops auf den Schnäppchen-Tag vorbereiten

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mikayel_vardanyan

Im Jahr 2013 bescherte der Cyber Monday Online-Händlern Rekordumsätze: Um 18 Prozent gingen die Verkaufszahlen in Amerika im Vergleich zum Vorjahr nach oben; 2,3 Milliarden US-Dollar Umsatz bescherten die Konsumenten den Anbietern im Web. Doch dieses Phänomen beschränkt sich längst nicht mehr auf Amerika: Auch in Deutschland bieten Online-Händler ihren Kunden an diesen Tagen besondere Angebote – und die Menschen nehmen sie begeistert an. Für die Einzelhändler bedeutet dies jedoch, dass ihre Webshops für den größten Einkaufstag des Jahres pikobello aufgestellt sein und die Erwartungen der Einkäufer erfüllen müssen.

Es gibt viele Gründe, warum Online-Shopping in den vergangenen Jahren zu einer der beliebtesten Einkaufsarten avanciert ist. Einer der wichtigsten ist für die meisten Konsumenten der Bezahlvorgang, der ihnen im Internet sowohl eine nervenraubende Warteschlange als auch Zeit erspart. Daher ist es für Shop-Betreiber wichtig sicherzustellen, dass ihre Seite dem großen Andrang der Besucher auch standhält und eine angenehme Einkaufserfahrung ohne Verzögerungen bietet. Müssen die Kunden warten, schwenken sie einfach auf eine andere Shopping-Website um – die nur einen Mausklick entfernt ist.
Damit die Seite läuft, müssen die technischen Einstellungen richtig gesetzt sein. Das bedeutet nicht richtig für den Shop, sondern richtig für die Erwartungen des Kunden. Wie können Shop-Betreiber diese Erwartungen erfüllen? Fünf verschiedene Arten von Monitoring greifen ihnen dabei unter die Arme.

1. Uptime Monitoring

Zunächst sollten Systemadministratoren kontrollieren, ob die Website stets erreichbar ist. Dieses sogenannte Uptime Monitoring müsste das Erste sein, was ein Systemadministrator für eine Website aufsetzt – aber zu spät ist es dafür nie. Wichtig ist es, dass eine ausreichende Historie dokumentiert wird, die ein schnelles Handeln möglich und wiederkehrende Muster erkennbar macht. Am besten sollten mindestens einmal pro Minute Monitoring-Checks von unterschiedlichen Standorten aus durchgeführt werden. Ziel muss es sein, dass die Antwortzeiten beim Uptime Monitoring unter 500 Millisekunden liegen.

2. Full Page Load Monitoring

Ein weiterer Test, den Administratoren nutzen sollten, ist das Full Page Load Monitoring, welches durch das Messen der Ladezeiten einen zweiten wichtigen Maßstab für das Nutzererlebnis des Kunden liefert. Verschiedene Faktoren können negativen Einfluss auf den Seitenaufbau haben. Dazu zählen: zu viele HTTP-Anfragen, nicht komprimierte Seiten oder Grafiken ohne CSS. Die Ladezeit der Seite sollte drei Sekunden nicht überschreiten. Denn danach beginnen Kunden, die Seite zu verlassen und zu einer anderen Shopping-Website zu wechseln. Und noch ein unerwünschter Effekt: Eine lange Ladezeit kann sich negativ auf das SEO-Ranking auswirken.

3. Real User Monitoring

Exakt vorhersagen lässt sich der Traffic, den eine Website während der Schnäppchen-Tage erwartet, leider nicht. Doch es gibt Mittel und Wege, die diese Zahlen vorab zumindest grob schätzbar machen. Real User Monitoring (RUM) hilft Administratoren dabei vorherzusagen, wie viele Klicks ihre Website während eines bestimmten Zeitraums bekommen wird, indem es bestehende Nutzerdaten auswertet. RUM liefert wichtige Erkenntnisse für das Nutzererlebnis, da echte User ganz verschiedene Webbrowser einsetzen – deren Performanz sich jeweils unterscheidet. Reale Nutzer bedienen sich zudem einer anderen Netzwerkverbindung als ein Remote-Test; auch dies führt zu anderen Messwerten. Real User Monitoring spiegelt also das tatsächliche Nutzererlebnis wider, nicht eine Testerfahrung wie manche andere. Das macht es zu einem der besten Analyseverfahren, um das maximale Potenzial einer Seite zu heben.

4. Load Test

Sobald der Administrator das Nutzererlebnis und den zu erwartenden Traffic einschätzen kann, sollte er überprüfen, ob die Seite diesen Traffic auch abwickeln kann. Ein Load Test simuliert eine steigende Zahl gleichzeitiger Website-Nutzer. Er zeigt also, wann und wo die Seite langsamer wird oder komplett zusammenbricht, sodass der Systemadministrator die problematischen Bereiche vor den Stoßzeiten zu Black Friday und Cyber Monday beheben kann.

5. Transaktions-Monitoring

Zu guter Letzt sollten Systemadministratoren mit Transaktions-Monitoring überprüfen, ob Transaktionen wie erhofft durchgeführt werden oder nicht. Das Transaktions-Monitoring zeichnet die einzelnen Schritte – zum Beispiel bei Bezahlvorgängen – auf der Webseite auf. Potenzielle Fehler können so identifiziert und behoben werden, bevor der Traffic auf der Seite zunimmt.

Und nach dem Test?

Nach diesen Tests laufen hoffentlich alle Prozesse problemlos und effizient ab. Wenn nicht, gibt es weitere Hilfsmittel, die das IT-Team beim Lösen etwaiger Probleme unterstützen. Zum Beispiel mit einem schnellen und informativen “Traceroute”. Dies verfolgt den Datenaustausch zwischen Server und Ziel-Host. Auch eine Load-Balancing-Strategie kann dazu beitragen, weitere Probleme aus der Welt zu schaffen: Die Anzahl an Nutzerzugriffen wird dabei auf verschiedene Server verteilt, um so mögliche Performance-Einbrüche zu vermeiden. Die dritte Option ist, mithilfe eines Content-Delivery-Network-Ansatzes für eine schnelle Webperformance zu sorgen.
Monitoring ist keine reine Vorbereitung von Schnäppchen-Aktionen. Es stellt ganzjährlich und auf jeder Website sicher, dass Investitionen wirklich den Nutzen erbringen, für den sie getätigt wurden. Doch gerade in der profitabelsten Zeit des Jahres sind die Daten aus dem Monitoring für Online-Händler die Basis für ihr erhofftes erfolgreiches Geschäft im Web.

Autor:Mikayel Vardanyan, Geschäftsführer bei Monitis

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