Kommentar: Mit Qualität gegen Konkurrenz aus dem Netz

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Dem klassischen Fernsehen wird bereits seit längerem der bevorstehende Untergang prophezeit. Obwohl Free-TV in Deutschland einen sichereren Stand hat als in anderen Ländern, gibt es auch hierzulande immer mehr Konkurrenz.
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Dem klassischen Fernsehen wird bereits seit längerem der bevorstehende Untergang prophezeit. Obwohl Free-TV in Deutschland einen sichereren Stand hat als in anderen Ländern, gibt es auch hierzulande immer mehr Konkurrenz: Bereits die Hälfte der Deutschen nutzt laut Digitalisierungsbericht 2015 von TNS Infratest zumindest gelegentlich sogenannte Video-On-Demand (VOD)-Angebote, also Online-Videos.

Holger Schöpper, Regional Director CEU bei Ooyala

 

Holger Schöpper, Regional Director CEU bei Ooyala, einem Anbieter von Technologie für Video-Publishing, -Analyse und –Monetarisierung, sieht die Lage wie folgt: „Durch die Konkurrenz, beispielsweise durch Streaming-Dienste, müssen klassische TV-Sender, auf die Veränderungen in ihrem Markt reagieren. Und in der Tat tut sich was im deutschen Fernsehen: Deutsche Sender produzieren immer häufiger eigene TV-Inhalte. Allein dass mit „Der Club der roten Bänder“ und „Deutschland 83“ zwei eigenproduzierte Serien deutscher Privatsender unter den diesjährigen Grimme-Preisträgern waren, zeigt, dass verstärkt auf qualitativ hochwertige Eigenproduktionen gesetzt wird.

Dies ist auch der Konkurrenz aus dem Netz geschuldet. Durch sie verändert sich die klassische Zweitverwertung von Inhalten und das wiederum hat Einfluss darauf, was produziert wird: Serien mit niedrigen Einschaltquoten wurden früher schnell abgesetzt. In den USA werden solche Formate mittlerweile häufig weiter gezeigt – wie der Herbst 2015 bewies, als erstmals seit langer Zeit keine US-Serie eingestellt wurde. Denn dank der Online-Verfügbarkeit über VOD-Plattformen können weitere Fans gewonnen und die Produktionen so doch noch zum Erfolg werden. Weitgehend unabhängig von Sendeterminen oder Aufenthaltsort der Zuschauer finden auf diesem Weg auch Nischenproduktionen ein breites Publikum.

Auch in Deutschland zeigt sich dieser Trend zur veränderten Zweitverwertung bereits: So war zum Beispiel die ARD-Serie „Die Stadt und die Macht“ unmittelbar nach der Ausstrahlung im Free-TV bei Netflix aufrufbar. Der Streaming-Dienst hatte die Produktion als erste deutsche Serie noch vor ihrer Ausstrahlung im linearen Fernsehen gekauft.

Aber nicht nur der Verkauf an Drittanbieter kann für die Sender ein lukratives Geschäft sein: Wenn klassische TV-Sender ihr Online-Angebot weiter ausbauen und die so entstehenden Werbeplätze durch die richtige Vermarktung mithilfe von Programmatic Advertising effizient und gewinnbringend nutzen, bieten sich so komplett neue Geschäftsmodelle. Denn schließlich nutzt schon ein Drittel der Deutschen die Mediatheken klassischer TV-Sender, um digitale Videos anzusehen.“

(jm)

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