Kommentar Onlinehandel: Was Händler jetzt beachten sollten

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Deutschland kauft online, das zeigt eine Studie, die das Marktforschungsunternehmen eResult im Auftrag der PPRO Group durchgeführt hat. Nicht verwunderlich ist: Fast alle der 600 befragten deutschen Internetnutzer haben schon mehrfach in einem Online-Shop in Deutschland gekauft. Aber auch immer mehr hiesige Online-Shopper kaufen im Ausland, ebenso wie ausländische Kunden in deutschen Online-Shops einkaufen. Für Online-Händler empfiehlt es sich in jedem Fall, ihre Kundschaft zu kennen. Dazu gehört nicht nur, sich mit den sprachlichen und handelsrechtlichen Gegebenheiten zu befassen, sondern sich auch mit der Bezahlkultur der Länder vertraut zu machen.
Frank Breuss, Director International Sales, PPRO Group

Während in Großbritannien Kredit- und Debitkarten am beliebtesten sind, bevorzugen die Online-Shopper in Deutschland und Österreich den Kauf auf Rechnung sowie die Zahlung per SEPA-Lastschrift und Banküberweisung. Deutschen Kunden sollte ein Online-Shop-Betreiber daher folgende Bezahloptionen anbieten: SEPA-Lastschrift, Rechnung, Onlinebanking-Zahlarten (z. B. giropay, InstantTransfer), aber auch Paypal, Kreditkarte und Vorkasse. Auf jeden Fall sollten internationale Zahlarten in deutschen Online-Shops angeboten werden, denn schon längst zählen auch Österreich, die Schweiz, die Niederlande, Belgien und Polen zum Einzugsgebiet deutscher Online-Shops.

Dabei ist wichtig, die national wesentlichen Zahlarten zu kennen: giropay zum Beispiel beinhaltet lediglich Banken in Deutschland. Eine vergleichbare Zahlart der Österreichischen Banken ist eps, bei den niederländischen Banken ist es ideal und die bekannteste Online-Banking-Zahlart in Polen heißt Przelewy 24 (P24). Nach dem E-Commerce Benchmark Report 2015 von SagePay ist der Verkauf außerhalb Deutschlands in den nächsten fünf Jahren das Topthema im E-Commerce. Das Angebot an Bezahlverfahren ist ein entscheidender Faktor beim Online-Einkauf – egal ob im In- oder Ausland. Laut der Studie der PPRO Group  ist das Fehlen der bevorzugten Zahlart der häufigste Grund für abgebrochene Online-Einkäufe: Fast die Hälfte (48,7 Prozent) der befragten deutschen Internetnutzer haben schon einmal einen Einkauf abgebrochen, weil die gewünschte Zahlungsoption nicht vorhanden war.

Online-Shopping im Ausland immer beliebter

Eine weitere Erkenntnis der PPRO-Studie ist, dass Einkaufen in ausländischen Shops vor allem bei jüngeren Internetnutzern beliebt ist: Von den unter 29-Jährigen haben 61,5 Prozent schon einmal oder mehrmals in einem europäischen Online-Shop außerhalb Deutschlands eingekauft. US-amerikanische Online-Shops stehen ebenfalls hoch im Kurs: Jeder vierte deutsche Internetnutzer hat bereits Waren aus den Vereinigten Staaten bestellt.

Für die Kunden ergeben sich erhebliche Vorteile, wenn sie Produkte direkt aus dem Ausland beziehen. Käufer, die nicht warten können, bis das neueste Gadget oder der aktuelle Blockbuster in Deutschland erhältlich ist, können ihre Wunschprodukte online im Ausland kaufen, bevor sie hierzulande erhältlich sind. Darüber hinaus erfreuen sich Bücher und Filme in der Originalfassung immer größerer Beliebtheit. Je nach Branche und Produkt können Kunden in ausländischen Online-Shops sogar das ein oder andere Schnäppchen machen. Beachten sollten Käufer allerdings, dass bei Bestellungen im Ausland andere Lieferzeiten und Widerruf-Regelungen gelten können. Zusätzliche Einfuhrabgaben wie Zölle oder Verbrauchssteuern sowie höhere Versand- und Rücksendungskosten können das vermeintliche Schnäppchen im Ausland schnell zur Kostenfalle werden lassen.

Fazit: Egal ob Online-Händler Kunden aus anderen Ländern gewinnen oder die einheimischen Kunden nicht an ausländische Shops verlieren möchten – in jedem Fall sollten sie die passenden Zahlarten anbieten. 

Die PPRO-Studie zum Einkaufsverhalten deutscher Internetnutzer steht Interessenten hier zum kostenlosen Download zur Verfügung

Autor: Frank Breuss (im Bild), Director International Sales, PPRO Group

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