Kommentar: Überweisung per E-Mail bald Mainstream?

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Google hat im Mai angekündigt, Google Wallet in den Webmail-Dienst „Gmail“ integrieren zu wollen. User sollen dann in der Lage sein, Geld als E-Mail-Anhang zu versenden. Gelingt Peer-to-Peer-Payment nun der Durchbruch in Europa? Wird sich unser Bezahlverhalten fundamental ändern? Sascha Breite, Leiter Portfolio und Positioning des Payment-Spezialisten SIX Payment Services, unterzieht die Ankündigung einem Reality Check.

“Die Google Wallet-Integration in Gmail hat das Potenzial, seinen Weg auch nach Europa zu finden. Die erste große Herausforderung für Google wird es sein, eine kritische Masse an Nutzern zu gewinnen. Gmail hat viele Anwender, aber genug in Europa? Laut Google kommen derzeit 2,4 Prozent der Gmail-Nutzer aus Großbritannien, 2,0 Prozent aus Spanien und nur 0,9 Prozent aus Deutschland. Zur Nutzung von Google Wallet gibt es keine Zahlen für Europa. Trotzdem sind sogenannte „Peer-to-Peer-Zahlungen“ einer der großen Trends. Je einfacher ein solcher Dienst zu nutzen ist, desto besser seine Chancen. Je höher die Relevanz der Informationen, die Google liefern kann, desto mehr kann der Suchgigant dafür verlangen. Die Vorreiterrolle und die Einnahmen aus dem neuen Payment-Geschäft dürften daher nicht der einzige Grund für die Wallet/Gmail-Integration gewesen sein. Viel interessanter sind für Google wahrscheinlich die zusätzlichen Daten rund um Zahlungen und Kaufverhalten, die das Unternehmen über diesen Dienst gewinnen kann.

Sehr viel hängt für Google nun davon ab, ob die Nutzer dazu bereit sein werden, für Einfachheit und Komfort mit persönlichen Daten zu bezahlen. Dem Unternehmen ist sicher bewusst, dass es nun umso mehr unter Beweis stellen muss, dass es private Daten respektiert und schützt. Auch weil Nutzer zunehmend verstehen, dass sie die Nutzung kostenloser Dienste mit ihren Daten bezahlen und immer öfters auf ihre Rechte in Bezug auf Datenschutz pochen. Such- und Finanzdaten in der Hand eines einzigen Unternehmens – das weckt Misstrauen, das entkräftet werden will.

Google seine Daten anzuvertrauen ist eine Sache. Eine ganz andere ist es aber, auch sein Geld in die Hände von Google zu legen. Hier spielen rechtliche Fragen eine Rolle: Was passiert beispielsweise, wenn Nutzer nach einer in ihren Augen fehlerhalten Transaktion Geld zurückfordern, der Dienstleister aber im Ausland sitzt und sich auf ausländische Gesetze und Geschäftsbedingungen berufen kann? Wird Google in der Lage sein, dieselbe Qualität und Garantien zu bieten, die Banken bei internationalen Transaktionen übernehmen?

Wenn ein Dienst sehr einfach zu bedienen ist, geht dies nicht selten zu Lasten der Sicherheit. Die Google Wallet/Gmail-Integration ist sicherlich auf Nutzerfreundlichkeit ausgelegt. Es ist allerdings auch davon auszugehen, dass Google alles in seiner Macht stehende tun wird, um den Dienst sicher zu gestalten. Ein Sicherheitsvorfall würde einen fast nicht wieder gut zu machenden Image-Schaden nach sich ziehen. Eine Mammutaufgabe, bei über 425 Millionen Gmail-Accounts weltweit.

Auch die anderen großen Marken treiben ihre Payment-Innovationen voran: Amazon erweitert seine Dienste laufend, Paypal hat sich bereits einen großen Marktanteil verschafft, Visa und MasterCard starten ihre eigenen Wallet-Dienste mit V.me und MasterPass. Finanzinstitute haben das Thema ebenfalls auf dem Schirm und verstehen zunehmend, dass auch sie ihre Online-Banking und Zahlungslösungen schneller modernisieren müssen, um auf lange Sicht wettbewerbsfähig zu bleiben. Google könnte einen guten Zeitpunkt gewählt haben und muss nun alles daran setzen, schnell an Akzeptanz und an Nutzern zu gewinnen.

Verbraucher in ganz Europa setzen zunehmend auf elektronische Zahlungen. Paypal bietet seit inzwischen etwa 15 Jahren einen Peer-to-Peer-Zahlungsdienst an. Jetzt folgt Google mit einem ähnlichen, vielleicht noch einfacher zu nutzenden Dienst. Das Timing passt, und die Verbraucher stehen solchen Angeboten nicht verschlossen gegenüber. Ob Google mit diesem Schritt zum dominierenden Player wird ist offen. Das neue Angebot erhöht aber die Wahrscheinlichkeit, dass Peer-to-Peer-Payment vom gehypten ‚Next Big Thing‘ tatsächlich zu einem natürlichen Bestandteil unseres Alltags wird.”

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