Kundenzufriedenheit: Was sich Kunden beim Online-Einkauf wünschen

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Kundenzufriedenheit: Was sich Kunden beim Online-Einkauf wünschen

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Die Kundenzufriedenheit deutscher Online-Käufer ist auch dieses Jahr hoch – allerdings etwas geringer als noch 2019, wie die diesjährige Studie „Was Online-Kunden wünschen“ von Arithnea und adesso zeigt. Vor allem die Schnelligkeit beim Onlineshopping wird für die Nutzer immer wichtiger.
Kundenzufriedenheit

Quelle: Lucky Business/Shutterstock

  • In der Studie Studie „Was Online-Kunden wünschen“ von Arithnea und adesso wurde die Kundenzufriedenheit beim digitalen Einkauf 2020 untersucht.
  • Erstmals wurden die Bereiche B2B und B2C in der Studie getrennt voneinander untersucht.
  • Für 43 Prozent der Befragten gehört „One-Click-Buy“ zum perfekten Einkaufserlebnis, also der Kaufabschluss mit nur einem Klick.

In der Studie „Was Online-Kunden wünschen“ von Arithnea und adesso wurde erstmals gewerbliches und privates Onlineshopping unterschieden. Dabei zeigt sich, dass die Kundenzufriedenheit gewerblicher Einkäufer etwas geringer ist als die von Endkonsumenten. B2B-Kunden wünschen sich umfassende Kundenportale mit vollständiger Historie und Information sowie eine persönliche, individuelle Behandlung.

Kundenzufriedenheit wegen Lieferschwierigkeiten leicht gesunken

Auch im Jahr der Corona-Pandemie sind mit 81 Prozent die meisten deutschen Online-Kundinnen und -Kunden zufrieden mit ihrer Einkaufserfahrung. Gegenüber dem Vorjahr ist die Kundenzufriedenheit trotzdem leicht gefallen: 2019 waren noch 87 Prozent der Befragten zufrieden oder sehr zufrieden. Passend dazu ist der Anteil derer, die unzufrieden mit ihrer Kundenerfahrung sind, etwas gestiegen: von vier Prozent im Jahr 2019 auf jetzt sechs Prozent.

Guido Ahle, Leiter des zukünftigen Geschäftsbereichs Digital Experience bei adesso, erklärt: „Die leicht gesunkene Zufriedenheit ist für uns noch kein Grund zur Sorge, denn sie lässt sich gut mit äußeren Faktoren erklären. Schließlich hatten tatsächlich viele Unternehmen Lieferschwierigkeiten über mehrere Wochen hinweg. Auch haben viele Menschen während des Lockdowns zum ersten Mal überhaupt online eingekauft und hatten hier individuelle Bedienungshürden. Da würden wir die weitere Entwicklung abwarten.“

Kundenzufriedenheit: Schnelligkeit beim Online-Einkauf immer wichtiger

Der stärkste Trend im Vergleich zum Vorjahr: Schnelligkeit im Online-Shopping wird immer wichtiger. So ist für 43 Prozent der Befragten der „One-Click-Buy“ das perfekte Einkaufserlebnis, also der Kaufabschluss mit nur einem Klick. Im Vorjahr gaben das nur 26 Prozent an. Das obligatorische Kundenkonto ist zwar immer noch auf Platz eins der Störfaktoren, wird aber nur noch von 32 Prozent der Befragten als „sehr störend“ empfunden (Vorjahr: 37 Prozent). One-Click-Buy und Kundenkonto – das eine funktioniert nicht ohne das andere.

Guido Ahle kommentiert: „Wer online einkauft, wünscht sich einerseits One-Click-Buy – auf der anderen Seite wollen viele kein Kundenkonto anlegen. Doch ohne Konto ist One-Click-Buy schwer möglich. Dieser vermeintliche Widerspruch erklärt sich durch die unterschiedlichen Rollen: Regelmäßige Käuferinnen und Käufer eines Shops legen eher ein Konto an, um in Zukunft schnell einzukaufen. Wer nur einmalig shoppt, will aber genauso schnell durch den Prozess – und aus ebendiesem Grund kein Konto anlegen.“

Kundenzufriedenheit
Das stört B2C-Kunden am meisten beim Onlineshopping. (Grafik: Arithnea)

Zu hohe Versandkosten sind weiterhin der Shopping-Killer

Abbruchgrund Nummer eins sind bei den Privatkunden wie im Vorjahr zu hohe Versandkosten (71 Prozent). Die Befragten brechen außerdem ab, wenn die bevorzugte Zahlungsweise nicht angeboten wird (54 Prozent) oder die Lieferzeiten zu lang sind (45 Prozent). Letztere haben von allen Abbruchgründen den größten Zuwachs zum Vorjahr (39 Prozent) verzeichnet, was zum Trend des noch schnelleren Shoppens passt.

Erstmalig verglich die Studie dieses Jahr auch explizit gewerbliches Onlineshopping mit dem privaten Einkauf. Dabei schneidet das gewerbliche Onlineshopping etwas weniger gut ab: Noch 73 Prozent der Geschäftskundinnen und -kunden sind sehr zufrieden oder zufrieden mit ihrem Online-Einkauf. „Im B2B-Kontext sehen wir größere Herausforderungen. Die gewerblichen Einkäufe haben während der Krise nämlich nicht zugenommen, sondern im Gegenteil sogar abgenommen. Ein Viertel der B2B-Befragten sieht hier noch Luft nach oben“, erläutert Guido Ahle.

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Diese Features wünschen sich B2C-Kunden beim Onlineshopping. (Grafik: Arithnea)

Geschäftliche Käufer erwarten individuelle Preisverhandlung

Bei den Abbruchgründen im B2B-Bereich stehen ebenfalls zu hohe Versandkosten auf Platz eins (50 Prozent), gefolgt von langen Lieferzeiten (47 Prozent) und dem Fehlen wesentlicher Produktinformationen (42 Prozent). Bemerkenswert ist der stark ausgeprägte Wunsch nach individueller Preisgestaltung: Für gut ein Drittel der Befragten (32 Prozent) stellen fehlende individuelle Preise einen Abbruchgrund dar. Ein zwingendes Kundenkonto ist in B2B-Shops hingegen deutlich weniger problematisch als im B2C: 19 Prozent der Geschäftskunden würden deswegen einen Einkauf abbrechen. Ein deutlicher Unterschied zu den B2C-Shops.

Kundenzufriedenheit
Auch im B2B-Bereich bemängelt die Hälfte der Befragten zu hohe Versandkosten. (Grafik: Arithnea)

Kundenzufriedenheit: Folgt der B2B-Bereich den B2C-Kunden?

Dieser Unterschied bestätigt sich beim Blick auf die Wunschliste der Online-Shopperinnen und -Shopper. Denn beim privaten Online-Einkauf zählt weiterhin vor allem der reibungslose Ablauf – zusätzliche personalisierte Angebote und Services sind weniger gewünscht. Für geschäftliche Käufer hingegen sind vollständige Informationen und ein persönlicher Kontakt wichtige Features. Als Geschäftskunden schätzen sie vor allem die Möglichkeit zum Abrufen aller Quittungen und Rechnungen (75 Prozent), eine Auflistung aller Bestellungen (74 Prozent) sowie umfassende Datenblätter und Anleitungen zu den Produkten (71 Prozent).

Onlineshopping
Das wünschen sich B2C-Kunden künftig beim Online-Einkauf. (Grafik: Arithnea)

Guido Ahle fasst die Ergebnisse der Studie zusammen: „Sowohl beim privaten als auch beim geschäftlichen Online-Shopping stehen Komfort und Geschwindigkeit an erster Stelle. Nur bedeuten die beiden Dinge in den verschiedenen Kontexten nicht unbedingt das Gleiche. ‚B2B folgt B2C‘ stimmt insofern, als dass die neuesten technischen Entwicklungen meist im B2C stattfinden und B2B-Anbieter dort genau hinschauen sollten. Allerdings müssen sie jeden Trend und jedes Feature neu bewerten, unter dem Licht der besonderen Bedürfnisse beim gewerblichen Einkauf.“

Über die Studie: Die Corona-Pandemie hat mehr Menschen zu Online-Shoppern gemacht – so viel ist klar. Die diesjährige Auflage der Onlineshopping-Studie von Arithnea und adesso in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Splendid Research gibt einen Einblick in die Vorlieben, Anforderungen und Wünsche deutscher Online-Kunden und wie sie sich durch die Pandemie verändert haben. Die Untersuchung besteht aus zwei Teilen: Eine bevölkerungsrepräsentative Umfrage zeigt die Kundenzufriedenheit hinsichtlich dem digitalen Einkaufserlebnis und gewünschte Verbesserungen auf. Erstmalig vergleicht die Studie dabei gewerbliche Online-Kunden aus dem B2B-Bereich mit privaten Konsumenten aus dem B2C-Bereich. (sg)

Lesen Sie auch: Customer Journey Touchpoints: 4 Faustregeln, was sich Online-Kunden wünschen

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