Lieferketten in Europa erholen sich nach ersten Lockerungen

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Mit den ersten Lockerungen in der Corona-Pandemie entspannt sich auch die Lage der Lieferketten in vielen Branchen in Europa. Die Lösungen von Shippeo ermöglichen es Unternehmen, die Supply Chains transparent darzustellen.
Lieferketten

Quelle: Michal Chmurski/Shutterstock

Seit Anfang März 2020 hält die Covid-19-Pandemie die Welt fest im Griff. Sie zwang Regierungen und Unternehmen zu Reisebeschränkungen, Grenzschließungen sowie Werksschließungen und Kurzarbeit. Drastische Vorgehensweisen, die nicht nur das tägliche Leben beeinträchtigen, sondern auch enormen Einfluss auf die Lieferketten und den internationalen Warenaustausch nehmen. Wie zerbrechlich das globale Produktionssystem ist, zeigte sich in den letzten Wochen vor allem in der Automobilindustrie, dem Baugewerbe und dem Non-Food-Einzelhandel.

Lieferketten
Die Entwicklung der Lieferketten in Europa seit Beginn der Corona-Krise. (Grafik: Shippeo)

Lieferketten: Verbesserung in zahlreichen Sektoren

Doch nun deutet sich in vielen Branchen eine langsame Erholung an, wie der Lösungsanbieter Shippeo festgestellt hat:

  • Der Bereich Bau und Baumaterialien ist kurz nach dem Lockdown auf vier Prozent eingebrochen. In den letzten drei Wochen war eine Steigerung auf 23 Prozent zu beobachten, weil erste Bauprojekte wieder aufgenommen wurden. Ermöglicht wurde dies durch neue Abstands- und Sicherheitsprotokolle.
  • Die Transportaktivität im Bereich Maschinen, Ausrüstung und Technik ist wieder auf 35 Prozent gestiegen, da Rohmaterial und Ersatzteile teilweise wieder verfügbar sind.
  • Stark beeinträchtigt durch die Schließung von Läden und Verkaufsstellen war auch der Non-Food-Einzelhandel. Initiativen und Aktionen, die es den Kunden ermöglichen, online einzukaufen und Artikel sicher in den Geschäften abzuholen, haben aber dazu geführt, dass der Transport von Gütern in diesem Segment wieder auf 22 Prozent angestiegen ist.
  • Den stärksten Einbruch durch die Corona-Krise hat der Automobil- und Transportsektor erlebt. So wurden eine Vielzahl von Werken und Produktionslinien stillgelegt. Außerdem fehlt es an Bauteilen, die oftmals in Asien hergestellt werden. Trotz Lockerungen ist es besonders die komplexe Natur der Just-in-time-Produktion, die es der Branche schwer macht, wieder in die Gänge zu kommen. So liegt die Lieferkettenaktivität weiter niedrig bei fünf Prozent. 
  • Wenig beeinflusst von der Corona-Krise zeigt sich der Nahrungsmittelsektor. Hier operieren die Transporteure derzeit auf 101 Prozent des normalen Niveaus. Lebensmittelgeschäfte und Supermärkte sind während des Lockdowns geöffnet geblieben. So konnten Einzelhändler ihre Betriebsabläufe schnell anpassen, um die Sicherheit des Personals und der Kunden während des Einkaufs zu gewährleisten. Auch profitiert der Sektor durch eine generell gestiegene Nachfrage seit Beginn der Krise.

Interaktive Karte zeigt Supply-Chain-Aktivitäten an

Grund für die verhalten-positive Entwicklung in den einzelnen Bereichen sind erste Lockerungsmaßnahmen in den einzelnen Ländern. Allein in der letzten Woche ist die durchschnittliche Lieferkettenaktivität in allen Sektoren von 30 Prozent auf 38 Prozent gestiegen. Die Weichen für eine – wenn auch nur langsame – Erholung sind also gestellt; bis zu einer Normalisierung wird es aber noch dauern.

Shippeo hat jetzt eine interaktive Karte veröffentlicht, die aufzeigt, wie sich die Supply Chains in Europa erholen. Die Aktivität von mehr als 3.000 Fabriken und Warenlager in ganz Europa ist dort verzeichnet. Die Karte wird täglich aktualisiert, sodass die Daten dort stets aktuell sind.

Lieferketten
Die interaktive Karte zeigt den aktuellen Stand bei Lieferketten. (Grafik: Shippeo)

Zur Datenbasis: Alle Daten stammen von der Plattform von Shippeo. Das Unternehmen ist europaweit an 500 Telematiksysteme von Transporteuren und Verladern sowie an über 140.000 Spediteure angebunden. So kann Shippeo über fünf Millionen Lieferungen jährlich verfolgen und ermöglicht eine hohe Transparenz in Lieferketten. Die 2014 gegründete Shippeo ermöglicht Unternehmen den sofortigen Zugriff auf vorausschauende und Echtzeitinformationen jeder Lieferung. Ein maschinell lernender ETA-Algorithmus berechnet präzise Ankunftszeiten, sodass Unternehmen Probleme schnell erkennen, Kunden proaktiv informieren und Ausnahmen effizient managen können. (sg)

Lesen Sie auch: Lieferketten stabilisieren: So finden Händler und Einkäufer neue Lieferanten

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