12.10.2022 – Kategorie: eCommerce

Live Shopping Events – Wie Onlinehändler die neue Form des Einkaufens nutzen

Live Shopping EventsQuelle: Urheber/Copyright: sommart, triocean – stock.adobe.com

Auch wenn Deutschland in Sachen Live-Shopping noch nicht wie in China Streaming-Zahlen in Millionenhöhe erreicht: Für eine gesteigerte Customer Centricity sollte das Potenzial von Live-Shopping erkannt und genutzt werden.

Seit geraumer Zeit gehört Live-Shopping als weiterer Baustein des Social Commerce zu einem der am heißesten diskutierten Trends im E-Commerce. Für Online-Händler bietet das neue Einkauf-Format, das in seinen Ansätzen an das traditionelle Teleshopping erinnert, ein enormes Potenzial. Etwa wenn der Abverkauf als Shoppingerlebnis mit Unterhaltung kombiniert wird. Dieser innova­tive Ansatz macht Live-Shopping für Kunden wesentlich interessanter als reines Online-Shopping und ist damit ein Distributionskanal, den sich Online-Händler näher anschauen sollten.

Storytelling macht Marken und Produkte nahbarer

Wichtig ist, dass Live-Shopping als eigenständiger digitaler Distributions­kanal verstanden wird: Während beim Social Commerce der direkte Waren-Abverkauf in sozialen Medien im Vordergrund steht, kann Live-Shopping über Influencer mit Social-Media-Plattformen verknüpft werden. Es funktioniert aber auch über ein eigenes Ökosystem oder Drittanbieter wie LiveBuy oder Ritzi.

Insbesondere im asiatischen Raum werden mit Live-Shopping-Events bereits Millionen von Menschen erreicht: Allein in China gab es Ende 2021 laut Statista etwa 703,4 Millionen Live-Streaming-Nutzer, was einer Penetrationsrate von 68,2 Prozent der Internet-User entspricht. Auch hierzulande sind immer mehr Konsument von dieser Art des Einkaufens begeistert. Wohl auch, weil sie Produkte besser erfahren können, als wenn diese beispielsweise nur miteinander verglichen werden. Außerdem ist der Entertainment-Faktor des Contents wesentlich höher. Online-Händler müssen deshalb nicht nur auf unterhaltsames Storytelling setzen, sondern auch die Zuschauer miteinbinden. Sie spielen beim Live-Shopping eine zentrale Rolle. Neben technischen Aspekten wie Countdowns, Streaming Keys, Live-Regie oder Whitelisting von Musik, sollten Online-Händler darauf achten, dass ihre Streams inhaltlich stimmig und kreativ ausgearbeitet sind.

Allerdings gibt es derzeit noch eine Einschränkung – zumindest in Deutschland: Für ein natives Shoppingerlebnis muss eine kritische Reichweite erst erreicht werden. Weil Social Commerce allerdings dreimal schneller wächst als E-Commerce, zeichnet sich bereits ab, dass sich das schnell ändern könnte. Dieser Anstieg verdeutlicht, dass Social Media den Bereich Live Commerce gravierend beeinflussen wird.

Douglas setzt auf Live Shopping Events

Wie sich Shoppen im Livestream erfolgreich in der Realität umsetzen lässt, zeigt Kosmetikhändler Douglas. Dem Unternehmen ist es gelungen, Live-Shopping als wichtigen Verkaufskanal aufzubauen. So hat die Marke verstanden, dass es bei den Events auf die Struktur ankommt: Zuschauer sehen sich die Streams häufig nicht von Anfang bis Ende an. Sondern die Influencer sind gefordert, die Audi­ence immer wieder abzuholen, etwa indem sie auf die nächsten Highlights aufmerksam machen. Community Engagement spielt eine zentrale Rolle, das durch Kommentare und Fragen im Live-Chat entsteht und den Stream zu einem dynamischen Event macht. Natürlich gilt es hier stets auf die Fragen und Wünsche der Zuschauer einzugehen.

In puncto Livestreams setzt Douglas inzwischen auf ein eigenes Ökosystem und baut eine eigene Plattform auf, auf der Influencer und Hersteller eigenständig Videos hochladen können. Der Erfolg gibt der Marke recht: So schauten 2021 mehr als 1,2 Millionen Zuschauer die Live-Shopping-Shows. Aber auch andere deutsche Unternehmen haben erkannt, welches Potenzial in der Umsatzmaschine Live-Shopping steckt: Schon vor einigen Jahren hat etwa Media-Markt-Saturn das Shopping-Format getestet und auch der Discounter Lidl probiert sich ebenfalls an derartigen Streams.

Immer neue Features für Live Shopping Events

Wie kräftig sich der Markt für Live-Shopping entwickelt, zeigt sich auch auf ­Seiten der Social-Media-Plattformen: Anbieter wie TikTok und Instagram etablieren neue Formate und Features, um die Verweildauer der User zu verlängern und Online-Händlern zu ermöglichen, ihre Conversion zu erhöhen. Ebenso testete YouTube vor einiger Zeit Product Shelfs im Livestream mit US-Handelsketten wie Walmart und Sephora. Denn auch der Online-Werberiese Google will seine Videoplattform künftig als Verkaufsplattform positionieren.

Live Shopping Events: Fazit

Live-Shopping kann für Online-Retailer ein sinnvoller zusätzlicher Verkaufs­kanal sein, um den Weg zum Kauf eines Produkts deutlich zu verkürzen. Nicht nur, um Kunden ein Produkt auf native Weise näherzubringen, sondern auch, um Neukunden zu gewinnen.

Es ist davon auszugehen, dass auch Deutschland in absehbarer Zeit voll auf das Livestream-Shopping aufspringt. Online-Händler sollten sich daher frühzeitig positionieren und überlegen, wie sie die neue Form des Einkaufens für sich nutzen wollen.

Über …

Urheber/Copyright: Intermate Group

Philip Papendieck ist Co-Founder und Geschäftsführer der Intermate Group. Komplexe Kampagnen werden in einer eigenen Creative-Unit konzipiert und Influencer-Aktivierungen auf allen sozialen Plattformen umgesetzt, wobei eine selbst entwickelte Technologie zum Einsatz kommt. www.intermate-group.de

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