Livestream-Shopping: Eine Revolution der digitalen Einkaufswelt?

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Livestreams, in denen die Zuschauer Produkte im Einsatz sehen und mit einem Klick kaufen können: Dieser Hype kommt gerade aus China nach Europa. Doch welche Vorteile bietet Livestream-Shopping – und wie können Unternehmen diesen Trend nutzen?
Livestream-Shopping

Quelle: I AM NIKOM/shutterstock

Von Lippenstiften über Kartoffeln bis Smartphones: In China verkauft sich fast alles online. Angetrieben wird dies von einer neuen Dimension des Teleshoppings. Im Livestream vor der Kamera präsentieren oder testen Nutzer Produkte, die die Zuschauer direkt beziehen können. Damit bringt Livestream-Shopping das Verkaufsgespräch im Laden digital zu jedem Nutzer auf das Endgerät seiner Wahl. Durch die Verknüpfung mit Onlineshops können die Produkte mit wenigen Klicks oder Touchs in den Warenkorb gelegt und bezahlt werden.

In China haben Shopping-Streams längst das abendliche Fernsehprogramm verdrängt. Laut Chinesischem Handelsministerium gibt es durchschnittlich 50.000 Livestreams mit mehr als 260 Millionen Views täglich. 2020 hat sich, auch durch die Pandemie, der durch Liveshopping generierte Umsatz im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt – auf 157,6 Milliarden US-Dollar.

Livestream-Shopping: Neue Plattformlösungen im Kommen

Verständlich, dass die US-amerikanischen Internetriesen diesem Hype bereits mit eigenen Lösungen begegnen: Amazon bietet mit seiner „Live Creator“-App eine eigene iOS-Anwendung, die in den USA allen Store-Besitzern und registrierten Amazon-Händlern die Möglichkeit eröffnet, Livestreams selbst zu produzieren und auf Amazon auszusenden. Zum Anschauen hat Amazon die Webseite Amazon.com/Live und das entsprechende Pendant in der mobilen App eingerichtet. Der Vorteil: Die Plattform verfügt auch über die notwendige Logistik im Hintergrund. 

Google Shoploop setzt hingegen auf 90-sekündige Kurzvideos, die derzeit hauptsächlich Beauty-Produkte vorstellen und direkt in der Google-Suche gespeichert oder über einen permanent eingeblendeten Link zum jeweiligen Onlineshop gekauft werden können. Unternehmen, die ihre Produkte hier präsentieren wollen, müssen sich dafür allerdings bei Google bewerben. Facebook und Instagram Shops vernetzen ihre Angebote nahtlos mit WhatsApp und bieten damit die Möglichkeit, mit den Kunden direkt zu interagieren. Obwohl es hier noch keine integrierte Bezahloption gibt, verkaufen vor allem auf Instagram sogar schon hierzulande zahlreiche Anbieter Mode, Spiel- und Schreibwaren.

Do-it-Yourself-Erfolg im E-Commerce

Wie funktioniert Livestream-Shopping? Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Livestreams: In-Shop und Key Opinion Leader (KOL)-Livestreams. In-Shop Livestreams spielen sich auf den E-Commerce-Seiten der Anbieter ab. Der Vorteil: Die Kunden, die ohnehin auf der Suche nach Produktinformationen waren, finden diese in den Streams in besonders authentischer und überzeugender Weise und erhalten die entscheidenden Impulse zur Kaufentscheidung. Der Nachteil: Nur Kunden, die bereits gezielt die Marke oder das Produkt suchen, werden auf solche Streams aufmerksam. KOL-Streams hingegen nutzen die Popularität und Reichweite von Influencern und Social-Media-Stars, um ihre Produkte zu verkaufen.

Um selbst Livestreams produzieren und präsentieren zu können, braucht es nicht viel: ein mobiles Endgerät mit Kamerafunktion, eine stabile Internetverbindung und eine Livestream-App, etwa eine der oben genannten Anwendungen. Ein eigenes E-Commerce-Angebot oder eine Website ist nicht erforderlich – ein Grund dafür, warum in China sogar Landwirte live über Plattformen wie Taobao vom Feld streamen und ihre Produkte anpreisen.

Livestream-Shopping: Zukunft des Onlineshoppings oder nur ein Hype?

Eine Grundvoraussetzung für das Livestreaming ist auch hierzulande eine ausreichende Internetbandbreite beziehungsweise eine sichere und stabile technologische Infrastruktur. Professionelle IT-Partner sorgen hier für einen reibungslosen Betrieb. Das Thema Datenschutz und sichere Bezahlangebote hingegen sind Aspekte, die deutsche Kunden vorerst vom Livestream-Shopping abhalten könnten. Daher ist für Unternehmen, die das Format für sich nutzen wollen, wichtig, dass sie nicht nur in entsprechende Bandbreiten investieren, sondern sich auch in Sachen Datensicherheit einen versierten IT-Dienstleister an die Seite holen. 

Eine weitere Hürde kann auch ein Imageproblem sein: Ein Hype, der in China täglich unzählige Produkte zu Schnäppchenpreisen über digitale Kanäle verkauft, könnte für viele Kunden hierzulande den Anschein von Trash statt Qualität haben. Vor allem für Luxusmarken ist es daher entscheidend, Livestreamer auszuwählen, die nicht nur zur Marke passen, sondern auch mit Kompetenz zum Produkt bei Rückfragen der Kunden punkten. 

Weihnachtsgeschenke im Livestream-Shopping besorgen

Dennoch spricht einiges dafür, dass Livestream-Shopping vom Hype zum Trend wird – und auch hierzulande ein Großteil des Black-Friday-Konsums oder spätestens der Weihnachtsgeschenke im Livestream gekauft werden. Denn vor allem viele jüngere Kunden fühlen sich von statischen Produktpräsentationen nicht mehr länger angesprochen. Digital Natives orientieren sich bei ihren Kaufentscheidungen ohnehin schon an Produkten und Marken, die sie bei Influencern auf TikTok, YouTube oder Instagram sehen. Livestream-Shopping stellt die nächste Evolutionsstufe dar und verschmilzt Social Media, E-Commerce sowie Digital Payment – und kann interessant für Unternehmen sein, die über das richtige Konzept und eine betriebssichere IT verfügen.

Über den Autor: Björn Radde ist Head of Digital Marketing bei T-Systems International GmbH.

Lesen Sie auch: Hybrides Einkaufen – Rewe testet im Supermarkt Pick & Go-Lösung.

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