Logistikbranche: Zeit für einen Imagewechsel

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Logistikbranche: Zeit für einen Imagewechsel

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Die Corona-Krise hat die systemrelevante Versorgungsfunktion der Logistik deutlich aufgezeigt. Dennoch hat der drittgrößte Wirtschaftsbereich mit einem negativen Image zu kämpfen. Über 100 Unternehmen wollen das mit der Initiative „Die Wirtschaftsmacher“ ändern und für mehr Sichtbarkeit und Wertschätzung sorgen.
Imagewechsel

Nach der Automobilindustrie und dem Handel mit einem Umsatz von rund 279 Milliarden Euro (Prognose 2019) und 3,2 Millionen Beschäftigten ist die Logistik nicht nur der drittgrößte Wirtschaftsbereich in Deutschland. Aufgrund ihrer Schnittstellenfunktion ist sie eine wichtige Voraussetzung für Wachstum und Entwicklung vieler Wirtschaftsbereiche. Daher ist die Zeit für einen Imagewechsel gekommen.

Onlinehandel beschert Logistikbranche Aufschwung

Dies gilt vor allem für den Onlinehandel. 2019 lag das Umsatzwachstum bei 70 Milliarden Euro. Auch 2020 soll es laut Online-Statistikportal Statista anhalten – mit einem prognos­tizierten Gesamtumsatz von knapp 73 Milliarden Euro. Dieser anhaltende Boom ist durch die Corona-Krise in einigen Marktsegmenten noch befeuert worden: Im April 2020 stiegen die Online-Bestellungen im Bekleidungssegment um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, das Bestellaufkommen bei Medikamenten wuchs um 18 Prozent und die Online-Order für Außer-Haus-Speisen um 16 Prozent. Voraussetzung dafür: gut funktionierende und stabile Lieferketten. Immerhin setzt jede Online-Bestellung einen komplexen logistischen Prozess in Gang, bei dem Güter transportiert, umgeschlagen und gelagert werden müssen.

Corona rückt Logistik ins Bewusstsein und sorgt für einen Imagewechsel

Trotz ihrer wirtschaftlichen Bedeutung wird die Logistik viel in der Öffentlichkeit kritisiert. Lange Lkw-Schlagen, Paketfahrzeuge, die in zweiter Reihe parken oder erhöhte Verkehrsaufkommen werden oft damit verbunden. Es ist eine veränderte öffentliche Wahrnehmung nötig, die ein nachhaltiges Bewusstsein bei Bürgern und Unternehmen schafft. Dies ist das Ziel der branchenübergreifenden Initiative „Die Wirtschaftsmacher“.

Sie will die Sichtbarkeit, Wahrnehmung und Wertschätzung der Logistik in der Öffentlichkeit verbessern. Unter den inzwischen über 100 Mitgliedern vereinen sich unterschiedliche Player wie Airbus, BMW, Edeka, Kühne + Nagel und Siemens Digital Logistics. Aber auch diverse mittelständische Logistikdienstleister sowie zahlreiche Vereine und Verbände wie die Bundesvereinigung Logistik (BVL), der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK), der Bundesverband Spedition und Logistik (DSLV oder der Verband der Automobilindustrie (VDA) sind mit dabei. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) sowie etliche Hochschulen unterstützen die Initiative.

Innovation und Zukunftsfähigkeit

„Die Wirtschaftsmacher“ werben vor allem mit Vielfalt. In kaum einem anderen Wirtschaftssektor steckt so viel Innovationskraft. Das fängt bei Mobilität und Digitalisierung an und reicht bis hin zu Klimawandel und Nachhaltigkeit. Künstliche Intelligenz und selbstlernende Algorithmen werden eingesetzt, um Logistikprozesse effizienter zu machen. Smarte Wearables unterstützen Mitarbeiter bei ihrer Arbeit, Virtual- und Augmented-Reality-Lösungen optimieren Planungsarbeiten.

Auch in Punkto Klimawandel übernimmt die Logistik eine Vorreiterrolle: Lieferketten und Netzwerke werden digital geplant und gesteuert, um Leerfahrten zu vermeiden. Transport-Dienstleister nutzen verstärkt emissionsärmere Transportwege und setzen zunehmend auf klimafreundliche Antriebssysteme. Projektentwickler für Logistik- und Distributionszentren können schon jetzt CO2-neutrale Logistikimmobilien realisieren.

Die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung der Logistik bieten vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten. Inge­nieure, Anwendungs- und Software-Entwickler finden heute genauso spannende Jobmöglichkeiten in der Logistik wie international agierende Supply-Chain-Manager. Es braucht gut ausgebildete Fachkräfte, um selbstfahrende Fahrzeuge und intelligente Lagerroboter zu implementieren, steuern und zu warten. Auch Nachhaltigkeit spiegelt sich in neuen Beschäftigungsfeldern wider, wenn etwa nach umweltschonenden Verpackungsmöglichkeiten und Standardisierung von CO2-Bilanzen geforscht wird.

Nachhaltiger Imagewechsel

Schon vor Corona erzielten „Die Wirtschaftsmacher“ eine hohe Aufmerksamkeit und machten Auszubildende, Studierende sowie Nachwuchskräfte neugierig. Nun ist auch die systemrelevante Funktion der Logistik und die „heldenhafte“ Arbeit der Beschäftigten ins öffentliche Blickfeld geraten und stößt auf noch mehr Interesse.

Dafür hat sie auf ihrer neuen Website Inhalte bereitgestellt und erklärt in Themenheften, beispielsweise Logistik als „Herz-Kreislauf-System“ der Wirtschaft, und Anwendungsbeispiele aus dem logistischen Alltag. User können sich zudem über Berufsprofile und einzelne Partner-Unternehmen informieren. Daneben sind „Die Wirtschaftsmacher“ auf diversen Social-Media-Kanälen mit verschiedenen Formaten wie Podcasts, Erklärvideos und vielem mehr aktiv. Auch neue „Logistikhelden“ werden im zweiten Halbjahr vorgestellt. Für weitere Mitmacher ist die Initiative ebenfalls offen.

Lesen Sie auch: Intelligentes Lieferkettenmanagement für den Onlinehandel

Die Wirtschaftsmacher
Frauke Heistermann ist Sprecherin der Initiative Die Wirtschaftsmacher.

Über die Autorin: Frauke Heistermann ist Sprecherin der Initiative Die Wirtschaftsmacher.

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